Die Selbsthilfegruppe ist den von der Krankheit Parkinson Betroffenen eine große Hilfe. Jetzt wird Jubiläum gefeiert. Foto: kn

Froh und dankbar für Unterstützung

Landkreis Ebersberg - Morbus Parkinson ist eine nervenbedingte Bewegungsstörung. Die Ursache für die auch Schüttellähmung genannte Krankheit ist das Absterben von Nervenzellen im Gehirn.

In der Folge geht die Kontrolle über die Gliedmaßen verloren. Die Verlangsamung der Bewegungsabläufe, Zittern, Muskelsteifheit sowie Gang- und Gleichgewichtsstörungen sind die Symptome. In der Bundesrepublik leiden nach Angaben der Deutschen Parkinson Vereinigung bis zu 280 000 Menschen an der unheilbaren Krankheit. Etwa fünf bis zehn Prozent der Betroffenen sind jünger als 40.

Prominente Patienten sind unter anderem der kürzlich verstorbene Boxsportler Muhammad Ali, der Schauspieler und Kabarettist Ottfried Fischer oder der Liedermacher Fredl Fesl.

Den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern ist seit mittlerweile 15 Jahren das erklärte Ziel der Parkinsongruppe Ebersberg. Monatliche Treffen mit informativen Vorträgen, gemeinsame Aktivitäten wie Ausflügen, Klinikbesichtigungen, Grill- und Weihnachtsfeiern sowie der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen sind eine wichtige Unterstützung für Patienten und Angehörige. Die 60 Mitglieder der Gruppe, die hauptsächlich aus den größeren Gemeinden des Landkreises Ebersberg wie Vaterstetten und Baldham kommen, sind froh und dankbar dass es die Selbsthilfegruppe gibt und möchten das vielfältige Angebot keinesfalls mehr missen.

Vor 15 Jahren gründeten die mittlerweile verstorbenen Betroffenen Rosemarie Haenchen und Franz Sedlmeir in Zusammenarbeit mit dem Ebersberger Neurologen Dr. Gnahn die Regionalgruppe Ebersberg, einen Ableger der Deutschen Parkinson Vereinigung. Als Rosemarie Haenchen ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste, sprang Klaus-Dieter Encz bereitwillig ein. Seit nun mehr fünf Jahren leitet er die Gruppe mit viel Engagement. Er hält Kontakt zu Verbänden, Ämtern und Politik und setzt sich unermüdlich für die Belange der Betroffenen ein.

Zunächst wurde Encz bei seiner Arbeit noch durch Franz Sedlmeir unterstützt. Doch auch dieser musste vor der Krankheit kapitulieren. Im Januar 2012 hat Harald Brunner seine Aufgaben übernommen. Neben den Finanzen kümmert er sich mit außerordentlichem Engagement um die Organisation der Ausflüge, der Feiern und des Jahresprogrammes. Er trägt so wesentlich zum Erfolg der Gruppe bei. Seine Aktivitäten als Schatzmeister und 1. Stellvertreter wurden im letzten Jahr mit der Verleihung der Bayerischen Ehrenamtskarte auch von Landrat Robert Niedergesäß gewürdigt.

Der Pharmazeut Dr. Erich Kammerl unterstützt den Vorstand seit diesem Jahr in der Funktion eines Beisitzers. Dank seiner langjährigen Erfahrung in der Pharmaindustrie kann er sehr wertvolle Ideen und Ratschläge beisteuern. Die weibliche Sicht der Dinge liefert Gabi Seifferth. Sie ist Übungsleiterin beim TSV Vaterstetten und leitet dort den Rehabilitationssport für Parkinson Patienten. Sie arbeitet eng mit der Parkinsongruppe zusammen und kümmert sich außerdem um die Öffentlichkeitsarbeit.

Die Parkinsongruppe feiert ihren Geburtstag mit einem Grillfest für die Mitglieder. Zur nächsten öffentlichen Veranstaltung am 14. September sind interessierte Patienten und Angehörige dann wieder herzlich eingeladen. Dr. Angela Jochim vom Klinikum Rechts der Isar wird ab 15 Uhr über Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit bei Parkinson informieren. Die Veranstaltung findet in der Gaststätte „Zum Altschütz“ in Vaterstetten statt. ez

Weitere Information

zur Parkinsongruppe sowie das aktuelle Jahresprogramm für 2016 finden Sie im Internet: http://www.parkinson-ebersberg.de

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Maria Magdalena aus Zorneding
Maria Magdalena ist wirklich ein kleiner Sonnenschein. Selbst wenn sie schläft, strahlt sie so viel Wärme und Liebe aus. Das niedliche Mädchen ist nach Constantin Adrian …
Maria Magdalena aus Zorneding
Bürgermeister will Luxus-Klo für Zornedinger Bahnhof
Schon lange wird über eine öffentliche Toilette am Zornedinger Bahnhof nachgedacht. Jetzt stieß Bürgermeister Piet Mayr mit seinem teuren Vorschlag allerdings auf taube …
Bürgermeister will Luxus-Klo für Zornedinger Bahnhof
Wapperl zeigen!
Als Symbol für faire Diskussionskultur rund um das Thema Flucht, Vertreibung und Asyl verteilen Jugendliche in Poing in dieser Woche das „Wertewapperl“. Dazu treten sie …
Wapperl zeigen!
Hallo, Herr Kindergärtner! Patrick (28) sagt, warum es so wenig Erzieher gibt
„Ich weiß nicht, woran es liegt, dass so wenige Männer in den sozialen Berufen arbeiten. Sicher spielt die eher mäßige Bezahlung eine Rolle.“ Das sagt Patrick Müller, …
Hallo, Herr Kindergärtner! Patrick (28) sagt, warum es so wenig Erzieher gibt

Kommentare