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Alt und marode: Der Personalbau an der Kreisklinik in Ebersberg, im Volksmund „Schwesternwohnheim“ genannt, soll ersetzt werden. Als Partner ist die Wohnbaugesellschaft Ebersberg im Gespräch. 

Personalbau soll ersetzt werden

Günstig wohnen an der Ebersberger Klinik

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Ein Großprojekt mit 180 neuen und vor allem günstigen Wohnungen an der Kreisklinik kommt auf die Wohnbaugesellschaft Ebersberg zu. Das Besondere: Die Gesellschaft ist ein gemeinnütziges Kommunalunternehmen, dem neben dem Landkreis bisher Grafing und Moosach angehören.

Landkreis– Der Vorteil der Organisation ist, in den Genuss hoher staatlicher Zuschüsse kommen zu können. Voraussetzung: die Kommune muss ein Grundstück kostenlos zur Verfügung stellen. Dafür hat die Gemeinde oder Stadt auch das Belegungsrecht für die Wohnungen. Weiterer Vorteil für die Kommunen: Sie müssen sich nicht um Planung oder Bau kümmern. Das Kommunalunternehmen ist für Logistik und Management zuständig.

Im Kreistag rechnete jetzt Kreisrat Ernst Böhm (SPD) vor, das erste Projekt der Gesellschaft in Grafing an der Kapellenstraße mit 16 Wohnungen koste rund 2,2 Millionen Euro. 1,2 Millionen Euro gebe es als Zuschüsse vom Freistaat. „Wer würde als Privater da kein Haus bauen, wenn er über die Hälfte geschenkt bekommt?“ In vier Monaten werde das Haus stehen. Böhm appellierte an die restlichen Landkreisgemeinden, sich der Gesellschaft anzuschließen. Es müsse sich doch jeweils ein Grundstück finden lassen. Das nächste Projekt der Gesellschaft ist auch schon in Planung, nämlich in Moosach. Dort geht es um sechs Wohneinheiten.

Da hat das Projekt an der Klinik eine ganz andere Dimension. Diskutiert wird schon länger, es gab auch schon verschiedene Ansätze. Nun kommt die Wohnbaugesellschaft ins Spiel. Wie Landrat Robert Niedergesäß (CSU) im Kreistag erklärte, habe man wohl rechtliche Probleme überwunden. Eigentlich wollte die Klinik zunächst selbst einen Personalbau als Ersatz für das bestehende, aber marode Gebäude errichten. „Das gehört aber nicht zu ihrem Kerngeschäft, so Kreisfinanzchefin Brigitte Keller, die auch kaufmännischer Vorstand der Wohnbaugesellschaft ist. Geplant ist das Projekt auf dem Gelände gegenüber der Klinik, auf dem jetzt noch die Container stehen und Autos parken. Das Areal ist im Eigentum des Landkreises, womit schon mal eine Voraussetzung erfüllt ist.

Errichtet werden könnten neben größeren Wohnungen rund 100 Wohneinheiten als kleine Einzelzimmerappartements. Die Mieten sollten laut Keller bei rund 220 Euro liegen. Leben könnten hier unter anderem Krankenpfleger. Möglich werde das, weil die Gesellschaft sehr günstig baue. Man mache keine Schnörkel, errichte keine Erker, halte sich aber an die aktuellen Energie-Standards. Zunächst müssten nun die planerischen Voraussetzungen geschaffen werden. Richtig konkret könnte es im ersten Halbjahr 2018 werden. Die Ausschreiben würde dann europaweit laufen. Diese Aufgabe werde die Wohnbaugesellschaft extern vergeben. „Wir suchen uns einen Dienstleister.“ Die Betreuung der Wohnungen würde später an eine Hausverwaltung übertragen. Das Belegungsrecht für die Wohnungen läge beim Landkreis. Aber die Klinik könne natürlich mitreden. Eine grundsätzliche Entscheidung sei noch nicht gefallen, so Keller. Aber sie gehe derzeit davon aus, „dass die Wohnbaugesellschaft das macht“.

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