Bürger melden sich zu Wort

Ruf nach weiterer Umfahrung für Ebersberg

Feinstaub, Lärm und ständig Stau: Die Ebersberger haben den Autoverkehr durch ihre Innenstadt satt. Bei der  Bürgerversammlung haben Teilnehmer ihren Wunsch nach einer Nord-Süd-Umfahrung bekräftigt. Der Ton wird deutlicher.

Ebersberg– „Der Nord-Süd-Verkehr ist nicht nur für Autofahrer nervig, sondern für alle Verkehrsteilnehmer, auch Fahrradfahrer und Schulkinder, zunehmend gefährlich“, meldete sich Julia Dolnik zu Wort. Und Andreas Zweck, Anwohner der Eberhardstraße, verdeutlichte: „Wenn ich ein weißes Hemd raushänge, habe ich einen halben Tag später ein anthrazitfarbenes.“ Ganz zu schweigen von der Lärmbelastung. Er selbst habe mit Spezialgeräten im Innenraum seines Hauses den Lärm gemessen, erzählte Zweck. Ergebnis: „Wenn ein Lkw mit 70 Kilometern pro Stunde um drei Uhr in der Früh leer die Straße heruntergedonnert kommt, sind das 70 Dezibel. Das ist in etwa so laut, wie wenn ein Rasenmäher direkt neben dem Bett stehen würde. Kein Mensch kann mir erzählen, dass das noch gesund wäre.“

Die Bürger, die sich zum Hauptthema des Abends Verkehr zu Wort meldeten, waren sich einig: Eine Nord-Süd-Umfahrung drängt. Zuständig für deren Bau wäre das Land Bayern. Bei der vergangenen Fortschreibung des Staatsstraßenausbaus vor acht Jahren, mit der der Freistaat seine künftigen Straßenprojekte festlegt, war Ebersberg nicht dabei gewesen. Die Stadträte hatten damals die von der Rosenheimer Behörde vorgestellten Varianten allesamt abgelehnt.

„Bis wann muss eine Lösung her, um bei der nächsten Fortschreibung berücksichtigt zu werden?“, wollte eine Ebersbergerin wissen und fragte nach dem Prozedere eines Bürgerentscheids. „Ich warne dringend davor, das jetzt schon anzugehen“, antwortete Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU). So ein Mehrheitsentscheid reiße meist tiefe Gräben zwischen Befürwortern und Ablehnern auf. Der Bürgermeister rechne in den nächsten zwei bis drei Jahren mit der nächsten Fortschreibung des Straßenausbauplans. Erst dann sei es sinnvoll, erneut zu diskutieren und eventuell die Bürger zu befragen. „Unnötig streiten wollen wir nicht“, sagte Brilmayer. In seinen Augen werde es wohl auf die Frage hinauslaufen, ob es eine Umgehung im Osten geben solle oder gar keine. Die Vorschläge im Westen oder per Tunnel unter der Stadt hindurch seien vermutlich aussichtslos.

Damit will sich Zweck aus der Eberhardstraße nicht zufrieden geben. „Ich glaube, dass es zu spät ist, wenn wir uns erst in zwei, drei Jahren mit der Frage beschäftigen und es dann am Ende eventuell wieder keine Einigung geben wird“, sagte er. „Ich erwarte mir von Euch als Vertreter der Bürger mehr!“

Rubriklistenbild: © dpa

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