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Auf nach Wasserburg: Die Pläne, den S-Bahn-Ast über Ebersberg hinaus zu verlängern, konkretisieren sich.

Erstmals wird konkreter Zeithorizont genannt

S-Bahn nach Wasserburg rückt näher

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Eine S-Bahn, die über Ebersberg hinaus bis nach Wasserburg oder Reitmehring fährt: Das wünschen sich viele, die bisher den Filzenexpress benutzen, weil sie aus dem östlichen Landkreis zum Arbeiten in die Landeshauptstadt und zurück pendeln. Aus diesem Wunsch könnte jetzt schneller Wirklichkeit werden, als bisher angenommen wurde.

Landkreis – Wie der Münchner Merkurberichtete, will der bayerische Verkehrsminister Joachim Herrmann die Bahnausbauvorhaben im Freistaat neu ordnen. Dazu wird ein Drei-Phasen-Programm aufgesetzt, dessen Entwurf eigentlich noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Die große Überraschung: Die Elektrifizierung der Strecke Ebersberg-Wasserburg ist dabei in der Dringlichkeit um eine Stufe nach oben gerutscht. Das ist eine Voraussetzung dafür, dass auf dieser Strecke S-Bahn-Züge verkehren können. Dass dazu noch weitere, bauliche Maßnahmen notwendig sind, ist nicht ausgeschlossen. Immerhin hat es aber Ende 1988 eine S-Bahn auf Geisterfahrt nach Reitmehring geschafft – und das sogar führerlos. Der Fahrer war damals kurz auf die Toilette gegangen, seine S-Sahn machte sich selbstständig. Verletzte gab es keine, als der Zug am Bahnhof in Reitmehring geplant entgleiste.

Wie der Ebersberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer in einem Gespräch mit einem Vertreter der Südostbayernbahn in Erfahrung gebracht hat, gibt es nach dem jetzt vorgelegten Entwurf sogar einen konkreten Zeithorizont für die Elektrifizierungspläne: „Drei bis neun Jahre“, legt sich Schurer fest – immer vorausgesetzt, dass Widerstände aus anderen Landkreisen nicht doch noch zu einer Änderung führen. „Das ist ein Entwurf und keine Vorplanung“, schränkt Schurer ein. Immerhin würde die Ertüchtigung der Strecke Wasserburg-Ebersberg – sollte alles so bleiben, wie es jetzt aussieht – noch vor dem Bau des Lückenschluss Flughafen Erding erfolgen.

Es gibt weitere Hinweise darauf, dass hinter den Kulissen bereits an Plänen gearbeitet wird, die S-Bahn in Richtung Wasserburg zu verlängern. „Dazu wurde eine Studie angefertigt und diese Studie wurde auch der Staatsregierung übergeben“, sagt Bernd Honerkamp, Regionalsprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage der Ebersberger Zeitung. Das war bereits im Jahr 2016. Weiter sei bisher noch nichts passiert. „Das Staatsministerium hat uns bisher keinen Auftrag gegeben. Das mussvon der Politik finanziert werden“, so Honerkamp. Schurer hingegen schildert seinen Eindruck aus den Gesprächen mit der Südostbayernbahn: „Es heißt, sie gehen das jetzt ernsthaft an.“

Dafür, dass die Bahnstrecke Wasserburg-Ebersberg bereits einmal kurz vor dem „Aus“ stand und zur Gänze durch einen Busverkehr ersetzt werden sollte, ist die aktuelle Entwicklung überraschend.

Nicht einfacher wurde die Situation, dass auf dem letzten Stück Richtung Wasserburger Bahnhof der Gleiskörper nach einem Hochwasser am 2. März 1987 zerstört wurde. Das Bundesministerium für Verkehr lehnte den Stilllegungsantrag der DB am 23. Februar 1994 aber ab – auch ein Verdienst von Fahrgastinitiativen „Rettet den Filzenexpress“ und „Pro Bahn“.

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