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Die Kreisklinik Ebersberg schließt die psychosomatische Station.

Öffentliche Unterstützung für Kreisklinik-Pläne

Mehr Chancen für Patienten

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Die Pläne für die Schließung der psychosomatischen Station an der Kreisklinik Ebersberg haben viel Staub aufgewirbelt. Jetzt hat sich Chefarzt Claus Krüger in einem Klinikbrief an die niedergelassenen Ärzte und Therapeuten gewandt. „Wir möchten Sie darüber informieren, welche bewährten Strukturen in der Kreisklinik erhalten bleiben und welche Änderungen sich ergeben.“

Ebersberg – Krüger betont in dem Schreiben: „Wir werden unsere tagesklinischen Behandlungen mit der gleichen Qualität, den gleichen Schwerpunkten und dem gleichen Therapieverfahren fortführen.“ Die Tagesklinik werde auf 24 Plätze erweitert. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Psychosomatische Medizin des kbo-Inn-Salzach-Klinikums in Wasserburg intensiviert werden. „Wir sind nach sehr kollegialen und konstruktiven Gesprächen davon überzeugt, dass wir auf der medizinisch-fachlichen Ebene eine gute Kooperation und intensivere Zusammenarbeit zum Wohle aller unserer Patienten erreichen werden. Damit können stationär behandlungsbedürftige Patienten auf den Spezialstationen des Fachbereichs Psychosomatik des kbo-Inn-Salzach- Klinikums weiterhin auf hohem Niveau versorgt werden.“

Unterstützung erhält die Kreisklinik von Georg Knufmann, Gesamtleiter der Sozialpsychiatrischen Dienste Ebersberg. Nach der Nachricht, dass die Kreisklinik Ebersberg ihre stationäre Psychosomatik aufgebe, habe es eine „doch sehr einseitige Darstellung der Folgen dieses Schrittes in der öffentlichen Diskussion“ gegeben, die den damit verbundenen Chancen nicht gerecht werde. Die Schließung der psychosomatischen Station mit 18 Klinikbetten sei „sicherlich bedauerlich“. Raumnutzungs- und Funktionsänderungen bei der sehr angespannten Bettensituation der Kreisklinik lägen allerdings in der Verantwortung der Klinikleitung und des Aufsichtsrates.

Knufmann sieht in der Weiterentwicklung nach diesem Schritt jedoch „eine große Chance für eine verbesserte Grundversorgung und für die individuelle Behandlung von psychosomatischen und psychiatrisch erkrankten Patienten“. In den letzten 15 Jahren sei auch im Landkreis Ebersberg ein deutlicher Trend zur Verlagerung stationär psychosomatischer Behandlungen hin zum Tagesklinischen Bedarf zu erkennen. Knufmann weist auch darauf hin, dass bestehende Angebote jetzt verbessert werden. Eine entscheidende Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten werde mit der Eröffnung einer Psychosomatisch/Psychiatrischen Klinikambulanz verbunden sein. Das sei keineswegs eine Konkurrenz zu niedergelassenen Psychotherapeuten und Psychiatern, sondern eine Ergänzung.

Knufmann zeigt Verständnis für Kritiker. Die „Sorge der Öffentlichkeit und auch vieler Fachleute“ bei der Schließung der psychosomatischen Station sei „nachvollziehbar“. Er weist jedoch zurück, dass den Kliniken des Bezirkes Oberbayern grundsätzlich „Schwerfälligkeit“ und die geplante Umstrukturierung als „Missachtung des Fachgebietes“ vorgeworfen werden. Knufmann kritisiert auch, dass die Kliniken Haar und Gabersee in öffentlichen Diskussion und in Leserbriefen als „Irrenanstalt“ erschienen seien. Zudem werde unter anderem über psychiatrisch erkrankte Menschen in einer Art diskutiert, „die für mich eine Stigmatisierung von einer Vielzahl von Landkreisbürgern bedeutet, auch wenn das nicht beabsichtigt war“.

Statt der „unvollständigen Wahrnehmung“ der Möglichkeiten in der Veränderung der Psychosomatik in Ebersberg sollte der Schwerpunkt jetzt auf die großen Chancen gelegt werden. Wenn alle wichtigen Akteure „sich zur Kooperation einladen“, die Kreisklinik, der Chefarzt der Psychosomatik, die Klinik des Bezirkes Oberbayern, die niedergelassenen Psychiater und Psychotherapeuten, die Sozialpsychiatrischen Dienste Ebersberg und natürlich auch alle anderen wichtigen Akteure, könne daraus „sehr viel Positives für eine deutlich verbesserte Behandlungssituation für die Bürger des Landkreises werden“.

Die Sozialpsychiatrischen Dienste Ebersberg versorgen mit ihrem Beratungsdienst, den Gerontopsychiatrischen Fachkräften, unterschiedlichen Wohnformen für psychisch kranke Menschen, der Psychiatrischen Tagesstätte „Der Gartenhof“ und dem seit dem 1. Dezember 2016 tätigen Psychiatrischen Krisendienst für den Landkreis jährlich über 1100 Klienten und ihre Angehörigen.

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