Besondere Landschaft mit besonderen Eigenschaften: Ein Moor im südlichen Landkreis Ebersberg.
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Besondere Landschaft mit besonderen Eigenschaften: Ein Moor im südlichen Landkreis Ebersberg.

Solar über dem Moor

Klimaschutz: Grüne und AfD wollen Renaturierung von Feuchtgebieten

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Beim Klimaschutz werden die Moore im Landkreis Ebersberg ein Thema. Von zwei unterschiedlichen politischen Richtungen kommen dazu aktuell Anträge und Anfragen, von der AfD und von den Grünen. Beraten werden soll darüber im Kreisumweltausschuss am Mittwoch, 16. Juni.

Landkreis - Unbestritten ist, dass der Erhalt bestehender Moore beziehungsweise die Renaturierung in der Vergangenheit trocken gelegter Moorflächen ein wichtiger Punkt ist im Kampf gegen die Erderwärmung. Das sei eine wirkungsvolle Möglichkeit, den Ausstoß von CO2 und anderer klimaschädlicher Gase zu begrenzen oder zu vermindern, so die Landkreis-Grünen in ihrem Antrag. Moore würden bei andauernder Entwässerung enorme Mengen an klimaschädlichen Gasen freisetzen. Um einen wirkungsvollen Moorschutz verwirklichen zu können, sei es vor allem in Niedermoorgebieten erforderlich, Flächen mit konventioneller landwirtschaftlicher Nutzung zu minimieren. Dies könne durch eine Wiedervernässung von ehemaligen Moorkörpern verwirklicht werden.

Fotovoltaik als Zusatzargument

Die Grünen bringen jedoch einen weiteren Punkt in die Debatte ein. Es bestehe nämlich die Möglichkeit, so ihr Argument, ehemalige Moorgebiete durch Fotovoltaik-Freiflächenanlagen der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung zu entziehen.

Um Moorflächen langfristig als Grünland nutzbar zu machen und gleichzeitig die CO2-Emissionen der Moore zu senken, sei eine kontinuierliche Feuchthaltung des Bodens erforderlich. Der produzierte Solarstrom könne hier auch zur Wasserstandsregulierung dienen, wie es auf niedersächsischen Moorflächen bereits erfolgreich praktiziert werde, so die Grünen.

Wasser regulieren mit Solarenergie

Die Montage der Module sei dabei technisch kein Problem mehr. Konkret fordern die Grünen in ihrem Antrag unter anderem die Landkreisverwaltung auf, die Möglichkeiten der Kompensation der Klimagase durch konkrete Moor-Renaturierungsprojekte im Landkreis Ebersberg aufzuzeigen und im Umweltausschuss vorzustellen. Zudem sollen grundlegende Informationen zur CO2-Speicherfähigkeit von Mooren insbesondere im Vergleich zu anderen Bodenarten wie Wald, Wiese und Acker dem Ausschuss zur Entscheidungsfindung präsentiert werden.

Nützliche Insekten

Die AfD hatte schon früher auf das Thema hingewiesen. Nun fühlt sie sich nach eigenen Angaben durch eine Initiative der Staatsregierung bestätigt. Schließlich stelle die möglichst zahlreiche Renaturierung der im Landkreis „überreichlich vorhandenen“ trocken gelegten Moorflächen geradezu eine „klimapolitische Bestlösung“ dar, so die AfD. Zusätzlich sei mit der von der AfD-Kreistags-Fraktion favorisierten Wiedervernässung auch noch eine erhebliche landschaftliche Aufwertung mit der Ansiedlung blütenreicher Pflanzen verbunden. Diese wirke nicht nur angenehm fürs Betrachter-Auge, sondern trage auch noch durch die Ansiedlung nützlicher Insekten zum Artenreichtum bei.

Fazit der AfD: „Größtmögliche Moor-Renaturierung ist als Gebot der Stunde sozusagen das Non-plus-ultra der Ebersberger Landkreis-Klimapolitik.“ Der Landkreis solle trotz der äußerst schwierigen Finanzsituation ausreichende Finanzmittel zur Verfügung stellen.

Problem Flächenerwerb

Die AfD räumt jedoch auch ein, dass der notwendige Flächenerwerb „wegen häufig fehlender Verkaufsbereitschaft der infrage kommenden Eigentümer auf mancherorts kaum überwindbare Schwierigkeiten“ stoße.

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