Sommer, Sonne, Melone: Der Ebersberger Klostersee ist ein beliebtes Ausflugsziel mitten in der Stadt.
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Sommer, Sonne, Melone: Der Ebersberger Klostersee ist ein beliebtes Ausflugsziel mitten in der Stadt.

Sozialausschuss will Saison mit neuen Regeln einläuten

Am Ebersberger Klostersee: Sonnenbaden zwischen Flatterbändern

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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In der nächsten Woche soll der Sommer kommen - sagen zumindest die Meteorologen. Die Ebersberger rechnen mit einem Besucherandrang am Klostersee. Wie soll der in der Pandemie gesteuert werden. Darüber wurde nun diskutiert.

Ebersberg – Noch lädt die derzeitige Witterung nur die Mutigsten zu einem Sprung in den Klostersee ein, aber mit steigenden Temperaturen werden sich die Liegeplätze wieder mit zahlreichen Badegästen füllen so wie all die Jahre vor der Corona-Pandemie. Auch wenn die sinkenden Inzidenzzahlen im Landkreis momentan Anlass zu vorsichtigem Optimismus geben, im Ebersberger Sozialausschuss sorgte der Ausblick auf die kommenden Badesaison zuerst einmal für einen kurzen aber scharfen Wortwechsel zwischen Marina Matjanovski (CSU) und der SPD-Stadträtin Doris Rauscher.

Wortgefecht zweier Frauen

Die Frauen Union Ebersberg hatte zusammen mit der CSU/FDP-Fraktion einen Antrag eingebracht auf Prüfung eines Hygienekonzeptes für das Familienbad am Klostersee. „Da hätte ein Blick in die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung genügt“, rügte Rauscher die Initiative. Woraufhin Matjanovski konterte, dass es im Ausschuss wohl keine weitere Person gäbe, die sich in der jüngeren Vergangenheit intensiver mit Hygienemaßnahmen beschäftigt habe, als sie selbst. Zur Erklärung: Die CSU-Stadträtin ist beruflich als Krankenschwester in der Kreisklinik tätig. Matjanovski bat Rauscher um einen Ton im Ausschuss, „dass man sich danach noch in die Augen schauen kann“.

Inhaltlich ging es den Antragstellern darum, die Verwaltung möge prüfen, inwieweit zusammen mit dem zuständigen Gesundheitsamt ein Hygienekonzept für die kommende Badesaison entwickelt werden könne. Dieses Konzept solle neben dem Bereich der städtischen Badeanstalt auf der Nordseite auch die Promenade und die übrigen Bereiche des Sees erfassen. Dass das keine leichte Aufgabe ist, ist auch den Antragstellern klar, weil sich „im Sommer viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene am Klostersee aufhalten, unabhängig von den jeweils gültigen regulatorischen Vorgaben, und das womöglich in größerer Anzahl als in normalen Jahren“.

Freizeitdruck auf den beliebten See

Wenn Auslandsreisen nach wie vor mit Unsicherheiten behaftet sind, könnte der Freizeitdruck auf den beliebten See in Ebersberg in Ferienzeiten tatsächlich größer werden als üblich. „Die Menschen sind pandemiemüde und sehnen sich nach Luft und Sonne sowie individuellen Freiheiten“, hieß es in der Antragsbegründung. Schwimmen sei zwar ein gesunder Freizeitsport ohne Körperkontakt, ganz ohne Regeln aber werde es nicht gehen, denn im schlimmsten Fall droht wohl eine Sperrung: „Um eine Überlastung und das Nichteinhalten von Abstandsregeln und so die Entstehung von Hotspots zu vermeiden, was gegebenenfalls zur behördlichen Schließung der städtischen Badeanstalt führen könnte, soll sich die Stadt mit einem auf den Klostersee zugeschnittenen Hygiene-Konzept vorbereiten.“ Dazu gehörte, so Matjanovski, unter anderem „dass wir die Toiletten mit Desinfektionsmittelspendern ausstatten“ und dass die „Mülleimer häufiger entleert werden“.

Bürgermeister: Disziplin der Badegäste ist gefragt.

Bürgermeister Ulrich Proske erläuterte, „dass die Mülleimer häufiger geleert werden, ist bereits erledigt“. Etwas ratloser war der Rathauschef bei der Frage, wie denn die eineinhalb Meter Abstand zwischen den Badegästen gewährleistet werden könnten - „vielleicht mit Absperrbändern? Das haben wir letztes Jahr schon geprüft, war aber nicht möglich.“ Es komme vielmehr auf „die Disziplin der Badenden“ selbst an, so Proske. Absicht des CSU-Antrags war es, die Nutzung des Klostersees mit einem Hygienekonzept „dauerhaft“ sicherzustellen. Da waren am Ende alle dafür – auch Doris Rauscher. Jetzt muss sich die Verwaltung über ein Konzept Gedanken machen.

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