Jens Spahn im Instagram-Interview mit Liam Klages.
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Jens Spahn im Instagram-Interview mit Liam Klages.

Corona in Bayern

Spahn stellt sich Live-Interview auf Instagram - viele Antworten sind ernüchternd

  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
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  • Katharina Haase
    Katharina Haase
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach am Donnerstag in einem 30-minütigen Live-Interview mit Deutschlands jüngstem Impfzentrums-Chef, Liam Klages aus Ebersberg.

Update vom 22. April, 19:34 Uhr: Das Interview ist beendet. Zuletzt beantwortet Spahn noch die Frage, wie er auf Klages als Interview-Partner gekommen war. Er hätte einen schönen Artikel über ihn gelesen und sich dann überlegt, ein Interview mit dem jüngsten Impfzentrums-Chef Deutschlands zu machen. Ob er dabei den Artikel* des Münchner Merkur gemeint hat?

Update vom 22. April, 19.30 Uhr: Das Interview neigt sich dem Ende zu. Jetzt geht es im Eiltempo durch die übrigen Fragen. Der digitale Impfpass sei in Planung. Es sei aber schwierig mit dem Datenschutz, diesen umzusetzen, so Spahn. Menschen, die bereits infiziert waren, sollen sich noch einmal impfen lassen, um einen ausreichenden Schutz vor einer Re-Infektion zu haben.

Corona in Deutschland: Spahn erwartet Entspannung der Lage bis spätestens Juli

„Es werden noch einmal schwierige Tage“, resümiert Spahn am Ende des Interviews. Das Ende sei aber in Sicht. Bis spätestens Juli sollte sich die Lage entspannen. Zuletzt dankt Spahn Klages und seinem Team für die tolle Arbeit.

Update vom 22. April, 19.28 Uhr: Es geht nun um die Mitarbeiter im Impfzentrum. Klages setzt sich für seine Helfer ein. Alle müssten neben ihrem Job noch eine Menge Zeit für das Impfzentrum investieren. Dafür sollten sie auch finanziell entlastet werden. Spahn wolle das als Anregung mitnehmen. Aber Steuerrecht sei kompliziert, antwortet er trocken.

Siebte Corona-Impf-Dosis aus Fläschchen entnehmen? Spahn verweist auf Hersteller

Update vom 22. April, 19.25 Uhr: Klages fragt den Gesundheitsminister, warum man keine siebte Dosis aus einem Fläschchen verimpfen darf? Das liege an der Zulassung für den Impfstoff. Der Hersteller müsse sich dafür einsetzen, dass mehr Dosen verimpft werden dürfen.

Update vom 22. April, 19.24 Uhr: Mit einer Impfung für Kinder werde es wohl noch dauern, sagt Spahn nach einer Frage aus dem Chat. Es brauche zunächst noch mehr Studien für eine Zulassung. Es werde aber keine Impf-Pflicht für Kinder geben, betont der Minister.

Update vom 22. April, 19.22 Uhr: Spahn richtet Klages eine Frage der Kanzlerin Angela Merkel* aus. „Sagen viel Menschen ihren Impf-Termin im Impf-Zentrum ab, wenn sie schon beim Arzt geimpft wurden?“ Das komme eher selten vor, meint Klages. Spahn betont, es gebe ja keine Liste mit allen Deutschen, die man dann ausstreichen könnte, wenn sie schon geimpft worden sind.

Spahn-Interview auf Instagram: Im Juni könnte die Impf-Priorisierung fallen

Update vom 22. April, 19.18 Uhr: Jetzt darf Klages eine Frage stellen. Er will wissen, wie es mit der Priorisierung läuft. Warum werden in Bayern beispielsweise Tierärzte nicht höher priorisiert. Spahn schiebt das Problem auf den Föderalismus. Jedes Land bestimmt selbst, welche Berufsgruppen in welche Gruppen gehören. Im Juni geht Spahn davon aus, dass die Impf-Priorisierungen ganz fallen werden.

Update vom 22. April, 19.16 Uhr: Jens Spahn gab gerade an, selbst noch nicht geimpft worden zu sein. Er wäre noch nicht dran gewesen. Für die Aussage wurde er gleich im Chat angefeindet. Er würde die Menschen als Versuchskaninchen benutzen. „Wie man es macht, macht man es falsch“, kontert Spahn. Wäre er geimpft worden, wäre er auch als Vordrängler angegriffen worden.

Update vom 22. April, 19.13 Uhr: Nun geht es um Astrazeneca. Seit Anfang dieser Woche wird der Impfstoff nicht mehr in Ebersberg verimpft, sagt Klages. Man müsse viel Aufklärungsarbeit leisten. Viele Menschen wollten zu Beginn lieber mit Biontech geimpft werden. Sie hatten Bedenken wegen der Wirksamkeit. Spahn betont noch einmal, dass die Wirkung von Astrazeneca gut sei. Bei der Aussetzung des Impfstoffs ginge es ja nur um die möglichen Nebenwirkungen.

Update vom 22. April, 19.11 Uhr: Als Nächstes geht es um übrige Impfdosen am Ende des Tages. Was passiere damit, will Spahn wissen. Menschen aus der aktuellen Impf-Priorisierugsgruppe werden angerufen und dürfen sich dann spontan impfen lassen, erklärt Klages.

Spahn-Interview auf Instagram: Impfzentrums-Chef arbeitet noch als Rettunssanitäter

Update vom 22. April, 19.08 Uhr: Neben seinem Job im Impfzentrum arbeitet Klages auch als Rettungssanitäter. Kurios, Jens Spahn fragt Klages wie lange er das Impfzentrum noch offen hält. Dieser antwortet trocken „bis zum 30. September“. Dann gibt er natürlich die Frage zurück. Spahn sagt, dass es mit dem Impfen maximal bis Ende des Sommers gehen soll. Er hoffe jedoch, dass man schon früher durch sei.

Update vom 22. April, 19.06 Uhr: Bald wird man in Ebersberg mit der Priorisierungsgruppe 3 anfangen können, berichtet Klages. Vor allem die Versorgung mit dem Impfstoff zu Beginn habe die Arbeit des Impf-Zentrums schwer gemacht, erzählt Klages. „Ich würde mir gerne mehr Kontinuität bei der Impfstoff-Versorgung wünschen“, äußert er einen Wunsch an den Gesundheitsminister.

Update vom 22. April, 19.04 Uhr: Klages berichtet von knapp 400 Impfungen am heutigen Tag. Jetzt erzählt er von seinem emotionalsten Moment. Zu Beginn der Impfungen im Januar traf er einen älteren Mann, der vor Freude, dass er geimpft wurde, geweint hatte. Das habe ihn sehr bewegt, so der 20-Jährige.

Update vom 22. April, 19.02 Uhr: Es geht los. Bereits mehrere hundert Leute haben eingeschaltet. Liam Klages ist nun auch mit dabei. Jens Spahn beginnt ihn über seine Arbeit in Ebersberg auszufragen.

Update vom 22. April, 18.46 Uhr: In wenigen Minuten geht es los. Bevor sich Jens Spahn am morgigen Freitag um 10 Uhr mit dem RKI-Vize-Chef Lars Schaade zur wöchentlichen Corona-Wasserstandsmeldung vor die Kameras tritt, muss er sich zunächst den Fragen von Impfzentrums-Chef Liam Klages stellen.

Hier nochmal das gesamte Instagram-Interview für Sie

Jens Spahn stellt sich Deutschlands jüngstem Impfzentrums-Chef im Interview

Erstmeldung vom 22. April, 11.24 Uhr: Ebersberg - Die Corona-Impfkampagne in Deutschland schreitet voran. Nach anfänglichen Schwierigkeiten werden mittlerweile jeden Tag durchschnittlich rund 550.000 Dosen verimpft. Bayern liegt beim deutschlandweiten Vergleich im oberen Drittel, was das Impftempo angeht. Von Anfang an mit dabei ist Liam Klages. Der 20-Jährige aus Pullach im Isartal ist wohl Deutschlands jüngster Impfzentrums-Chef. Sein Gebiet ist das Impfzentrum Ebersberg, in dem ihm rund 180 Angestellte unterstellt sind.

Hinter der dicken Stahltür im Keller des ehemaligen Sparkassengebäudes in Ebersberg lagert der Impfstoff gegen das Coronavirus. Einer der wenigen, die den Zugangscode kennen, ist Liam Klages, der Chef im Haus. Foto: Stefan Roßmann

Jens Spahn im live-Interview auf Instagram: Gesundheitsminister stellt sich Fragen von Impfzentrums-Chef

Am heutigen Abend wird Klages die Gelegenheit haben, seinen „obersten Chef“ zu befragen. Seine Beschäftigten interessiere natürlich brennend, wie lange die Impfzentren in Deutschland noch geöffnet sein werden - und ob eine Ablösung durch die Hausärzte oder eine andere Struktur geplant sei. Das sagte er der Redaktion am Vormittag. Darüber hinaus hat sich der Ebersberger Impfzentrums-Chef noch weitere Fragen überlegt - wird aber bestimmt auch mit Gegenfragen des Ministers rechnen können.

Liam Klages erfuhr auf die Berichterstattung von Merkur.de hin als jüngster Impfzentrums-Chef großes Medieninteresse aus ganz Deutschland - von Rundfunk über Zeitungen bis zum Fernsehen. Dadurch sei auch der Gesundheitsminister auf ihn aufmerksam geworden und habe ihn zu dem Social-Media-Talk eingeladen, erzählt Klages. Auf die Frage, wie er seine plötzliche Bekanntheit wahrnehme sagt Klages: „Es freut mich, wenn durch meine Person der Blick auf Ebersberg und das Thema Impfen generell gerichtet wird.“ Als „Medien-Star“ fühle er sich aber nicht.

Das Thema Impfen hat nach wie vor hohe Brisanz, nicht nur im Freistaat. Erst am Donnerstagmorgen wurde bekannt, dass die Impfpriorisierung in Deutschland bald aufgehoben werden könnte. Aufgrund der anfänglichen Verwirrung um die genaue Zuteilung der Impfgruppen sowie der Ablehnung vieler Personen gegenüber des Impfstoffs des Pharmaherstellers Astrazeneca, würden viele Menschen, die sich bereitwillig gegen das Coronavirus impfen lassen würden, diese Regelung wohl begrüßen.

Spahn (CDU) wird sich allerdings womöglich auch kritischen Fragen stellen müssen. Der Gesundheitsminister hatte Anfang des Jahres scharfe Kritik für Versäumnisse bei der Impfstoffbeschaffung für Deutschland und die bürokratische Organisation der Verteilung desselben einstecken müssen.

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