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Sparkasse und Raiffeisenbank bleiben noch bei Strafzinsen – Im Sommer könnte sich das ändern

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Von: Josef Ametsbichler

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Ein Stempel mit der Aufschrift Strafzinsen und Geldscheine
Noch gilt er, der Strafzins, den die Banken Verwahrentgelt nennen. (Symbolbild) © Michael Weber/imago

Nach dem Vorpreschen der ING beim Verwahrentgelt warten Geldinstitute im Landkreis Ebersberg noch auf eine Zins-Entscheidung der EZB

Update 12. Mai: Stillschweigend ist die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg davon abgerückt, Geldeinlagen ab dem ersten Euro mit Strafzinsen zu belegen. Wie das Geldinstitut nun angesichts der Berichterstattung der EZ zum möglichen Ende des Verwahrentgelts (siehe unten) mitteilt, liegt der Freibetrag für Privat- und Geschäftskonten mit Stand 2. Mai bei 25 000 Euro, für Gemeinwohlkonten bei 100 000 Euro. Auch von einer Verwaltungsgebühr von 0,1 Prozent ist im Preis-Leistungs-Verzeichnis nun keine Rede mehr. Auf eine Anfrage der EZ hatte das Geldhaus lediglich Angaben zur Höhe des Zinssatzes, nicht aber zu den Freibeträgen gemacht. Der Zinssatz für das Verwahrentgelt orientiert sich demnach am Satz der EZB für die Einlagenfazilität. Angesichts der Inflationslage könnte dieser Minuszins für Banken im Sommer fallen. (ja)

Erstbericht 11. Mai:

Landkreis – Strafzinsen auf Geldeinlagen haben sich bei den Geschäftsbanken im Landkreis etabliert – und das wird sich zunächst nicht ändern. Anlass für eine Nachfrage der EZ war eine Entscheidung der Direktbank ING, online Marktführer in Deutschland, die in der Branche hohe Wellen schlägt: Die ING erhöht den Freibetrag, ab dem sie ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent verlangt, von derzeit 50 000 auf 500 000 Euro, was quasi einer Abschaffung gleichkommt.

Als Begründung führt die ING an, dass die Europäische Zentralbank wohl angesichts der Rückkehr der Inflation ebenfalls einen Abschied der Negativzinsen für Banken anpeilt, voraussichtlich im Sommer. Noch liegt die sogenannte Einlagenfazilität bei minus 0,5 Prozent, wo sie bereits seit September 2019 verharrt, bei null war der Satz zuletzt 2013.

Sparkasse München-Starnberg-Ebersberg verspricht „unmittelbare Auswirkungen“

Mit diesem Zinssatz hatte etwa die Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg begründet, dass sie seit dem Jahreswechsel von Privat- und Geschäftskunden einen Strafzins von 0,5 Prozent plus 0,1 Prozent Verwaltungsgebühr verlangt – ab dem ersten Euro. „Anpassungen an den Freibeträgen sind derzeit nicht geplant“, teilt die Sparkasse auf EZ-Anfrage mit. Sollte die EZB allerdings den Negativzins aufheben, „ergeben sich unmittelbar entsprechende Auswirkungen für unsere Kunden“, verspricht die Bank. Die Höhe des Verwahrentgelts richte sich nach jenem Satz.

Strafzinsen: Das sagen die Raiffeisenbanken

In eine ähnliche Kerbe schlagen die vor der Fusion stehenden Raiffeisenbanken Ebersberg und Zorneding. Die zuletzt am Kapitalmarkt gestiegenen Zinsen beträfen Kreditgeschäfte mit mittel- bis langfristigen Laufzeiten. Erst wenn die EZB tätig werde, „wird dies auch Auswirkung auf die Verwahrentgelte haben“, so die Raiffeisenbank Zorneding. Die Raiffeisen-Volksbank Ebersberg mag sich so noch nicht festlegen: Dann „werden wir sehr genau prüfen, zu welchen Konsequenzen diese Entwicklung in unserem Kundengeschäft haben kann“, heißt es von dort. Beide Genossenschaftsbanken gewähren derzeit Freibeträge von 25 000 Euro für Neukunden, bei Bestandskunden fallen diese je nach Kontoart höher aus. (ja)

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