Windräder im Wald – hier in der Gemeinde Fuchstal südlich von Landsberg am Lech.
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Windräder im Wald – hier in der Gemeinde Fuchstal südlich von Landsberg am Lech.

Nur mit der Energiewende lasse sich das Waldgebiet vor dem Klimawandel schützen

SPD ist klar für die Windräder im Ebersberger Forst

  • Michael Acker
    vonMichael Acker
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Die SPD im Landkreis Ebersberg ist klar für die geplanten fünf Windräder im Ebersberger Forst. Die Partei untermauerte jetzt ihre Haltung, in der sie ein Signal für den Erhalt des Ebersberger Forstes sieht.

Landkreis – „Wir wollen den Ebersberger Forst in seiner Gänze erhalten und deshalb müssen wir den Klimawandel stoppen“, so SPD-Kreisvorsitzende Doris Rauscher. „Unsere Position pro Windenergie basiert auf objektiven Daten und Fakten“, erklärt Albert Hingerl, stellvertretender Vorsitzender und Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion.

Eingriff in Forst „verschwindend gering“

Mit den fünf geplanten Windrädern im Ebersberger Forst könnten etwa zehn Prozent des Landkreisstrombedarfs gedeckt werden. Andererseits sei der Eingriff in den Wald verschwindend gering. Lediglich 0,035 Promille (ein 28-Tausendstel) der Waldfläche werde versiegelt. Die für den Bau einmalig notwendigen Baumfällungen entsprächen etwa der Menge Holz die in zwei Tagen im Rahmen der forstwirtschaftlichen Nutzung eingeschlagen werde, so die Genossen.

Der Ebersberger Forst gestalte sich sehr unterschiedlich. Neben den sehr wertvollen FFH-Gebieten im südlichen Bereich seien immerhin noch gut 50 Prozent reine Fichtenmonokulturen. In diesen Bereichen sind Windenergieanlagen nach Meinung der SPD unproblematisch. Der Freizeit- und Erholungswert werde nicht beeinträchtigt. Windenergieanlagen im Wald höre man nicht und man sehe sie auch nur, wenn man unmittelbar vor ihnen steht.

SPD führt Fuchstal als Beispiel auf

„Davon haben wir uns in der Windkraftgemeinde Fuchstal südlich von Landsberg ein Bild gemacht“, so Sepp Mittermeier, stellvertretender Vorsitzender und energiepolitischer Sprecher der Kreis-SPD. Dort stehen nach einem Bürgerentscheid, bei dem 52,7 Prozent der Bürger für die Windräder stimmten, vier Windräder in einem wesentlich kleineren Waldgebiet als es der Ebersberger Forst ist.

Auf eine äußerst geringe Beeinträchtigung von Flora und Fauna werde im aufwändigen Genehmigungsverfahren sorgfältig geachtet, sind sich die Genossen sicher. Technische Einrichtungen sorgten inzwischen dafür, dass bei einer Annäherung von Fledermäusen an Windenergieanalgen die Rotordrehzahl reduziert, bzw. der Rotor gestoppt werde, um ein Tötungsrisiko auszuschließen. Ähnliche Systeme seien jetzt auch für Vögel in der Erprobung, es sei sehr wahrscheinlich, dass diese sehr bald in den breiten Einsatz gebracht würden.

SPD: Windenergie hat keinen Einfluss auf Artensterben

Untersuchungen von Naturschutzverbänden und -institutionen kämen zu dem Schluss, dass die Windenergie keinerlei Einfluss auf das Artensterben habe. Laut Schätzungen von NABU und BUND kämen an Windenergieanlagen 10 000 bis 100 000 Vögel pro Jahr zu Tode, an Hochspannungsleitungen 2,8 Millionen, im Verkehrsbereich 70 Millionen und an Glasscheiben 115 Millionen. Katzen töteten etwa 60 Millionen Vögel. „Es gibt noch viele weitere gute Gründe, die für die Windenergie sprechen“, sagt SPD-Kreisrätin, Bianka Poschenrieder. „Wir müssen auch im Landkreis Ebersberg einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten“, ergänzt Mittermeier. Und weiter: „Auch 90 Prozent der im Landkreis im Rahmen der Konzentrationsflächenplanung für die Windenergie ermittelten möglichen Flächen sind in Wäldern. Deshalb können wir den Ebersberger Forst nicht zur Tabuzone erklären.“  

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