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Glück gehabt: In Grafing Bahnhof wäre hier noch ein Plätzchen frei gewesen, zum Aufladen. 

Spannung unter Besitzern von E-Autos

Ladehemmung bei Elektrofahrzeugen

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Landkreis – Wer ein Elektrofahrzeug hat, ist fein raus. Er „tankt“ bislang kostenlos. Aber reicht das schon, sich für den Kauf eines solchen Mobils zu entscheiden? Und vor allem: Wie ist es mit der Reichweite? Und wo kann man sein Fahrzeug aufladen? Da beginnen die Probleme. 

Weil es wenige Lademöglichkeiten gibt, gibt es auch ersten Ärger. Den kennt der Klimamanager des Landkreises Ebersberg, Hans Gröbmayr. „Fakt ist, dass die Ladeinfrastruktur massiv aufgestockt werden muss. Das wird auch an den Kommunen nicht vorbeigehen“, prognostiziert Gröbmayr. Diese Aussage deckt sich mit den Erfahrungen, die Klaus-Dieter de Marné aus Grafing gemacht hat. Er schildert seine Beobachtungen so: „Es gibt jeweils zwei Ladesäulen in Grafing-Bahnhof und auf dem REWE-Parkplatz in der Stadt. Besonders die Situation in Grafing-Bahnhof ist teilweise verheerend: Es gibt E-Auto-Besitzer, die die Ladesäulen blockieren, aber nicht laden, und das teilweise (von mir beobachtet) über vier Tage und das komplette Wochenende. Oder aber Nicht-E-Autobesitzer missbrauchen die reservierten Plätze als kostenlose Parkmöglichkeit. Es sind immer wieder dieselben kleinen Öko-Flitzer“, schimpft de Marné.

Im Internet können die Besitzer von Elektrofahrzeugen vorhandene Ladestationen recherchieren. Wer auf der Seite chargemap.com sucht, findet dort für den Landkreis Ebersberg eine Reihe von Möglichkeiten. Insgesamt sind Ladeanschlüsse etwa in Vaterstetten am Wirtshaus Reitsberger Hof, am S-Bahnhof in Vaterstetten und Poing, beim Poinger Gartenmarkt der Baywa, beim Rewe in Grafing, in Ebersberg am S-Bahnhof, in Glonn beim Hotel Schwaiger oder auch am S-Bahnhof in Grafing-Bahnhof zu finden.

Aber gerade an den Bahnhöfen ist das Nutzerverhalten oft ein Problem. Die Besitzer der Mobile stellen ihren Wagen am Morgen dort ab, hängen das Fahrzeug an das Ladekabel und fahren dann mit der Bahn in die Arbeit – aus der sie erst am Abend wieder heimkehren. Der Wagen blockiert damit den ganzen Tag die Station. „Damit kann man jede E-Mobilität totparken. Freundliche Hinweise per Brief hinter der Windschutzscheibe, die ich verfasst habe … keine nennenswerte Reaktion“, berichtet de Marné. Die Polizei in Ebersberg nehme die Angelegenheit zwar höflich zur Kenntnis, könne aber nichts unternehmen. „Das ist keine Ordnungswidrigkeit“, bestätigt ein Beamter auf Nachfrage der Ebersberger Zeitung. „Die DB Park & Ride erklärt auf telefonische Nachfrage, dass man ,da was mit der Stadt Grafing machen müsse…“, so der Grafinger de Marné. Er bestätigt freilich auch: „Gerade komme ich wieder zurück und habe Glück: Beide Ladesäulen sind komplett frei, aber oft genug muss ich unverrichteter Dinge wieder abziehen.“ 

Gröbmayr kennt das Problem aus eigener Erfahrung. Denn eine Zeit lang „tankte“ auch er sein Elektromobil am S-Bahnhof in Ebersberg auf und musste sich diese Möglichkeit mit anderen Nutzern teilen. Inzwischen verfügt das Landratsamt aber über eine eigene Station. Gröbmayr glaubt, dass es zwar künftig auf eine dichtes Infrastruktur ankomme, noch viel mehr aber auch darauf, wo diese Ladestationen stünden. Er nennt dabei das Beispiel der Station bei der Firma Wochermaier in Ebersberg. „Wer dort parkt, der lädt vielleicht eine halbe Stunde auf“, so der Klimamanager. Am Bahnhof hingegen seien die Besitzer von Elektrofahrzeugen den ganzen Tag nicht mehr anwesend, eben weil sie in der Arbeit seien, so Gröbmayr sinngemäß. 

Aber auch Stationen mit viel Publikumsverkehr darum herum sind nicht immer eine Garantie, dass man dort Strom fassen kann. „Die Situation beim Rewe ist – insbesondere am Samstag, ebenso vernichtend. Spezialisten parken gleich beide E-Säulen zu“, berichtet Marné. Das Problem für den gesamten Landkreis Ebersberg ist aber erkannt: „Da muss die Infrastruktur neu gedacht werden und da muss man viel Hirnschmalz investieren“, so der Klimamanager. Diese Herausforderung habe man aber bereits auf dem Radar.

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