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3200 Ton nen Salz verbrauchte Straßenmeisterei im Winter 2017 für die Sicherheit auf den Fahrbahnen.

Winter ist noch nicht ganz vorbei

„Vorsicht, Rückfallgefahr“

„Der Winter ist noch nicht vorbei. Wir sind weiter auf der Hut! Es kann immer noch glatt werden.“ Dennoch kann Frank Plate für seine Ebersberger Straßenmeisterei Bilanz ziehen: 2016/2017 war ein ganz normaler Durchschnittswinter, Kostenpunkt: 950 000 Euro.

Ebersberg – Seit 2005 steht Plate an der Spitze jener drei Dutzend Männer mit den 16 Fahrzeugen, die dann raus müssen, wenn eigentlich keiner mehr nach draußen will. 283 Kilometer Bundes-, Staats- und Kreisstraßen haben sie im Landkreis verkehrsfähig zu halten, wenn in den Nachrichten vor Glätte oder gar Blitzeis gewarnt wird, oder Frau Holle es viel zu gut gemeint hat, und ihre Hinterlassenschaften die Fahrbahnen verdrecken. Weitere 93 Kilometer sind es im Alt-Landkreis Wasserburg.

Der „optische Winter“: Der kam diesmal für Plate mit Verspätung, nämlich erst in der ersten Januar-Woche sowie Mitte Februar – und war insgesamt auch nur gute drei Wochen lang. „Das verschiebt sich immer weiter nach hinten“, meint Plate in den zurückliegenden Jahren auszumachen, wenn er seine Einsatzprotokolle durchblättert.

So richtig Winter ist für den Straßenmeister und seine Mannen bei Temperaturen um die Null Grad Celsius. Weil‘s dann gefährlich wird. 3400 Tonnen Salz hatte Plate deswegen gebunkert – und auch fast verbraucht. Bis heute wurden 3200 Tonnen im wortwörtlichen Sinne „verschleudert“. Dazu kamen noch 492 Kubikmeter Sole.

Am Salz- und Soleverbrauch lässt sich ablesen, wie kräftig ein Winter war. Jener von 2010/2011 war in den zurückliegenden Jahren der heftigste. 5973 Tonnen Salz und 497 Kubikmeter Sole brachte die Straßenmeisterei damals auf ihren zu versorgenden 379 Kilometer aus, und Sole war es nur so wenig, weil es keinen Nachschub mehr gab.

2011/2012 war es milder: 3297 Tonnen Salz und 427 Kubikmeter Sole, lauten für ihn die Verbrauchszahlen, also in etwa so, wie diesmal auch, nämlich: Durchschnitt. Der langjährige Minimal-Winter war 2013/2014: nur 1547 Tonnen Salz, nur 343 Kubikmeter Sole.

Am diesjährigen Ergebnis wird sich nicht mehr viel ändern, ist sich Plate sicher. „Bei einer Runde durch den Landkreis werden 22 bis 24 Tonnen Salz verbraucht, und eine lange Kälteperiode wird nicht mehr kommen.“ Nur eine solche könnte die Zahlen noch nach oben drehen. „Schließlich wurden gleich ganze 500 Tonnen in der ersten Januar-Woche verstreut.“

„Zum Glück ist alles wieder gut gegangen“, kommt Plate auf das Thema Unfälle zu sprechen. Erstaunlicherweise gibt es die mit den Fahrzeugen aus seinem Fuhrpark auch so gut wie nicht. „Wir sind zwangsweise sehr vorsichtig, wissen ja, wenn‘s zum Einsatz geht, wie‘s draußen ist.“

Nur im Winter 2012/2013 hat es gekracht. In Ursprung bei Glonn rutschte ein entgegenkommender Lastwagen in ein Streufahrzeug. Der Pflug war futsch. Vier Wochen Ausfall. Dagegen sind Plates gegenwärtige Probleme gering. Er kämpft „mit extremen Fahrbahnschäden“. Der ständige Wechsel der Temperaturen um den Frostpunkt bricht durch in Risse sickerndes und dann gefrierendes Wasser den Fahrbahnbelag auf. Besonders auf der EBE 20 zwischen der B 304 und B 12 bei Abersdorf. Die Staatsstraße 2081 ist gleich zweimal ein Sorgenkind – zwischen Zorneding und Anzing sowie im Bereich von Oberpframmern, Egmating und Aying.

„Wir reparieren sofort, doch oft bricht das Kaltmischgut binnen Stunden gleich wieder auf“, schildert Plate die Lage. Langsam, mit den steigenden Temperaturen, kann er aber das bessere Heißmischgut verwenden. Endgültig repariert wird dann im April. „Die Firma hat schon den Bauzeitenplan, wird mindestens vier Wochen beschäftigt sein“, kündigt Plate an.

Eberhard Rienth

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