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Der Streusalzvorrat der Ebersberger Straßenmeisterei ist aufgestockt worden.

Straßenmeisterei Ebersberg ist auf den Winter vorbereitet

Eis und Schnee können kommen

Ebersberg - Der Winter kann kommen. Zumindest was die Ebersberger Straßenmeisterei angeht. 3400 Tonnen Salz sind eingelagert. Das müsste reichen, wenn es nicht wie 2012/2013 einen Rekordwinter gibt.

Frank Plate, Leiter der Straßenmeisterei, hält von Wetterorakeln überhaupt nichts. Deshalb ist dem Hauptstraßenmeister auch keine Aussage zu entlocken, wie denn der Winter 2016/2017 wohl werden wird. Und konkreter kann er auch deshalb nichts sagen, weil er versäumt hat, sich nach Sepp Haslingers Prognose zu erkundigen. Der wohnt am Starnberger See und liest an den Blüten seiner Königskerze ab, wie faul oder fleißig Frau Holle wohl werden wird.

Plate lässt sich dafür in seine „Karten“ schauen, und an denen ist auch eine „Vorhersage“ abzulesen: Die eingelagerten 3400 Tonnen Salz reichen nämlich für einen Durchschnittswinter. Also erwartet Plate einen solchen. Zumindest nichts Außergewöhnliches. Das nämlich waren die 5494 Tonnen Salz, die Plates 29 Einsatzkräfte 2012/2013 auf das von ihnen zu betreuende, 371,9 Kilometer umfassende Straßennetz im Landkreis und Teilen des Altlandkreises Wasserburg ausgebracht haben. Dafür verbrauchte die Ebersberger Straßenmeisterei im „Nicht“-Winter 2013/2013 nur 1547 Tonnen des Taumittels, ein Jahr später waren es 3336 Tonnen und in der letzten Saison, also 2015/2016, kam man mit 2522 Tonnen aus.

Plates Vorrat liegt in Ebersberg (1000 Tonnen), in Anzing (600 Tonnen), in Wetterling bei Glonn (100 Tonnen) und in Wasserburg (1500 Tonnen). Das Lager in der Inn-Stadt hat Plate erst gar nicht auf seine Maximalkapazität von 3000 Tonnen auffüllen lassen. Auch das ist ein Indiz dafür, dass Plate von einem Durchschnittswinter ausgeht. Und wird dennoch alles kritischer, ist natürlich vorgesorgt. Das Staatliche Bauamt Rosenheim, zu dem die Ebersberger Straßenmeisterei gehört, hat nämlich zusammen mit der Autobahndirektion Südbayern noch ein Zentrallager. Da könnte sich Plate im Notfall bedienen. Insgesamt sind dort 40 000 Tonnen Salz eingelagert.

Weil der Trend weg von Feststoffen, sprich Salz, und hin zu flüssigen Taumitteln, sprich Sole geht, weil die auf den Fahrbahnen nahezu haften bleibt und nicht wie das Salz durch den Fahrtwind der Autos und Lastwagen zur Seite geschleudert wird, steckt in diesem Bereich auch die Neuerung für den diesjährigen Winter: der sogenannte Kombi-Streuer. Das ist ein neuer Aufsatz für eines der Einsatzfahrzeuge. An Bord sind damit fünf Tonnen Salz, aber auch sechs Kubikmeter Sole. Das reicht für eine der zu fahrenden Schleifen, sollte auch nur Sole ausgebracht werden. Hinten am Fahrzeug wird die Sole nicht mehr über den Streuteller ausgebracht, sondern über einen Sprühbalken. Der hat insgesamt zwölf Düsen. Und die kann man so einstellen, dass die Sole auch die Gegenfahrbahn erreicht.

Der Kombi-Streuer ist damit nicht nur effektiver, sondern auch rationeller, also auch kostensparender. Geht es nach Plate, könnte Frau Holle, wenn sie es denn wollte, jetzt sofort es schneiden lassen. Die Winterdienstbesprechung hat Plate nämlich schon hinter sich, und damit also auch die Einsatzkräfte. Den ganzen Vormittag über gab’s Theorie, inklusive der Dispositionspläne, damit jeder schon weiß, an welchem Tag er dran ist, wenn es auszurücken gilt. Frühestens in vier Wochen wird das der Erfahrung heuer erstmals nach der Fall sein. 2013 war der erste Tag mit Salzstreuung nämlich am 15. November, letztes Jahr war es der 22. November. 2014 dagegen wurde am 9. Dezember gestartet.

Eberhard Rienth

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