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Derzeit wird der Putz am historischen Ebersberger Rathaus abgeschlagen.

Streit um Rathaussanierung

Brilmayer fährt Besitzgemeinschaft in die Parade

Ebersberg - Nicht auf die Füße treten lassen wollte sich Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) von FW-Stadtrat Gerd Otter  im Technischen Ausschuss. Otters Kritik am in seinen Augen laxen Umgang mit dem Denkmalschutz bei der Rathaussanierung münzte Brilmayer um in einen scharfen Gegenangriff.

Otter, der der Besitzgemeinschaft angehört, in deren Eigentum sich zahlreiche Liegenschaften im Stadtgebiet befinden, hatte darauf gepocht, dass die Stadt bei der derzeit laufenden Sanierung des Außenputzes im Sockelbereich des Rathauses mit besserem Vorbild vorangehen solle. Die Stadtverwaltung hätte im Vorfeld ein Sanierungskonzept mit dem Landesamt für Denkmalpflege erarbeiten sollen oder zumindest einen Antrag auf denkmalschutzrechtliche Erlaubnis stellen müssen, bevor der „Putz einfach großflächig abgeklopft“ worden sei. Die Bauarbeiten entsprächen „in keinster Weise dem, wie man alten Putz austauschen sollte“, monierte Otter.

Es sei bedenklich, „wie man den Denkmalschutz im eigenen Haus mit Füßen tritt“, während dessen strenge Beachtung von privaten Bauherren verlangt werde. „Hier wird mit zweierlei Maß gemessen“, kritisierte Otter.

„Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“, konterte Brilmayer auf dem Fuße und ließ sich noch in der Sitzung von seinen Mitarbeitern die Akte „Otter“ an der Benediktinerstraße heraussuchen. Dort ziert seit längerem eine Bretterwand die rückwärtige Fassade eines zum alten Kloster gehörigen Gebäudes. Besitzer Otter hätte schon längst eine Lösung präsentieren müssen, schimpfte Brilmayer und lenkte damit erfolgreich vom eigentlichen Kritikpunkt, der Sanierung des Rathauses, ab.

Uta Künkler

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