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Kurz vor 12 ist es für den unbekannten Zeigerdieb. Er wird um Rückgabe des auf der Nordseite fehlenden Minutenzeigers der Ebersberger Kirchturmuhr gebeten. Auf allen drei anderen Seiten (rechts die Westseite) ist die Uhr vollständig.

Für den Täter ist es fünf vor 12

Unbekannter klaut Zeiger der Kirchturmuhr

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Wer hat den Uhrzeiger der Ebersberger Sebastianikirche geklaut? Seit Ostermontag sind die Kreisstädter etwas zeitlos, wenigstens diejenigen, die auf die Nordseite des Kirchturmes schauen.

Ebersberg Offensichtlich hat ein Sturm den großen Zeiger abgerissen und verweht. Aufgetaucht ist er bisher nicht mehr. Er ist zwei Meter lang, etwa 15 Kilogramm schwer und auf einer Seite blattvergoldet. „Obwohl die schmiedeeiserne Turmuhr der Pfarrkirche St. Sebastian in Ebersberg zu einer der ältesten noch in Betrieb befindlichen Kirchenuhren im ganzen bayerischen Raum zählt, ist sie trotz ihrer Robustheit nicht gegen starke Winde gefeit“, berichtet Kreisheimatpfleger Markus Krammer.

So könnte sich das Unglück seiner Meinung nach abgespielt haben: „In der Nacht vom Ostermontag auf den nächstfolgenden Tag hatte sich an der Nordseite der Kirche der große Zeiger gelockert, sich von seiner Achse gelöst und ist offenbar auf das Dach der Kirche gefallen.“ Die Turmuhr gehört zwar zur Ausstattung der Pfarrkirche und ist damit im Besitz der Pfarrkirchenstiftung. „Nach altem Recht aber ist, wie in den meisten Dörfern und Städten, die politische Gemeinde für den Betrieb der Uhr zuständig“, berichtet Krammer.

In Ebersberg ist das trotzdem ein bisschen anders. Denn die Betreuung der Uhr liegt seit nunmehr 50 Jahren ehrenamtlich beim Kreisheimatpfleger selbst.

Krammer wandte sich also hilfesuchend an Bürgermeister Walter Brilmayer, der den Kommandanten der Feuerwehr Ebersberg, Uli Proske, zwecks Einsatz eines Bergungstrupps und nötigenfalls vielleicht auch der Drehleiter informierte. Denn der Zeiger war zwar nicht mehr an der Uhr, auf dem Dach und im umliegenden Gelände aber war er auch nicht: „Mittlerweile wurde das Areal um die Kirche und die an den Turm angrenzenden Dächer sowie die Schneefanggitter mit dem Fernglas nach dem verschwundenen Teil abgesucht“, so Krammer.

Pfarrer Josef Riedl und der Kreisheimatpfleger inspizierten den Pfarrgarten mit dem südlichen Kirchenumgang, den Innenhof des Finanzamtes und über eine Luke sogar das Dach des Langhauses der Kirche. Allein, der Zeiger blieb verschwunden und tauchte auch bei einer weiteren Aktion nicht auf: „Der Feuerwehrkommandant organisierte eine Drohne, die mit einem Fernsehauge ausgestattet die Dächer der umliegenden Häuser absuchte.“ Am vergangenen Samstag unternahm Joachim Malterer mit einem Quadrokopter einen Rundflug um die Kirche, um dieses Mal vor allem von oben mit der Kamera in die Dachrinnen schauen zu können. Alle diese Suchaktionen blieben ohne Erfolg.

Krammer ist sich inzwischen fast sicher: „Es muss davon ausgegangen werden, dass der etwa zwei Meter lange und 15 Kilogramm schwere mit Blattgold belegte Zeiger des nördlichen Zifferblattes der Turmuhr vielleicht von einem Besucher als Souvenir einfach mitgenommen wurde.“

Alle Beteiligten sind übrigens froh, dass kein Passant den Zeiger an den Kopf bekommen hat. Die Pfarrei Ebersberg und auch die Stadt bitten den unbekannten Finder jetzt darum, den Zeiger zurückzugeben. Stadt und Kreisheimatpfleger nehmen dazu auch vertrauliche Hinweise entgegen.

Sollte der Minutenzeiger wieder auftauchen, sind die Probleme aber noch nicht gelöst, berichtet Krammer. Denn die Drehleiter der Ebersberger Wehr reicht nicht so weit hinauf, als dass damit eine Reparatur am Zifferblatt der Kirchturmuhr vorgenommen werden könnte.

Hilfe von der Feuerwehr könnte trotzdem kommen, in Form eines Bergetrupps, der sich am Kirchturm abseilen müsste. Der Zeiger ist mit einer Edelstahlbuchse und Schrauben auf der Welle befestigt. Bis es zur Reparatur kommt, muss das Teil freilich erst einmal gefunden werden.

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