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Heute ist Tag gegen Gewalt an Frauen: Der Landkreis leuchtet in Orange

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Von: Helena Grillenberger

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Gewalt in der Partnerschaft (Symbolfoto).
Gewalt in der Partnerschaft (Symbolfoto). © dpa / Maurizio Gambarini

Anlässlich des Tags gegen Gewalt an Frauen am heutigen Donnerstag berichtet der Frauennotruf Ebersberg von gestiegenen Fallzahlen und gibt Tipps. Eine Farb-Aktion soll auf das Problem aufmerksam machen.

Landkreis – Bereits jetzt vermeldet der Frauennotruf Ebersberg höhere Fallzahlen an Gewalt gegen Frauen als im vergangenen Jahr. Dabei fehlen für die endgültige statistische Auswertung 2021 noch zwei Monate. In allen Bereichen der Beratungsstelle würden die Zahlen bereits getoppt, sagt Angela Rupp vom Frauennotruf. Die Zahlen der Prävention und Second-Stage (Projekt des Frauennotrufs) habe sie da noch gar nicht miteingerechnet.

Häusliche und sexualisierte Gewalt könne jede Frau treffen, erklärt sie. „Alle Schichten, Berufe, Kulturen“: Über 20 Jahre Arbeit in diesem Bereich lassen sie aus Erfahrung sprechen.

Um auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen, findet zwischen dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am heutigen 25. November und dem Internationalen Tag für Menschenrechte am 10. Dezember weltweit die Kampagne „Orange the World“ statt, bei der u. a. Sehenswürdigkeiten in orangefarbenes Licht getaucht werden. Auch in Ebersberg beteiligen sich Gemeinden und lokale Politiker an der Kampagne, „und die Leute können uns auch gern wieder privat was in Orange schicken“, so Rupp.

Frauennotruf: Wichtig ist Aufmerksamkeit

Mit einem Vortrag, der coronabedingt abgesagt werden musste, wollte der Frauennotruf auf das strukturelle Problem, das Gewalt gegen Frauen begünstige, aufmerksam machen. Die Benachteiligung von Frauen sei historisch gewachsenen und Ausdruck von ungleichen Machtverhältnissen zwischen den Geschlechtern zuungunsten der Frau, heißt es von Seiten des Frauennotrufs. Geringschätzung und Abwertung von Frauen als jahrhundertelanger Prozess würden Frauenfeindlichkeit, Hass und Gewalt ermöglichen.

Von außen ein Opfer häuslicher oder sexualisierter Gewalt zu erkennen, „dafür gibt es keine allgemeingültige Antwort“, sagt Rupp. Jede dritte bis vierte Frau sei statistisch zumindest ein Mal im Leben von körperlicher Gewalt betroffen, die vom eigenen Partner ausgeht. „Deswegen kann ich nicht den ganzen Tag akribisch meine Nachbarinnen beobachten“, so Rupp. Wichtig sei Aufmerksamkeit im Familien- und Bekanntenkreis. Auf Äußerungen achten. Sollte sich der Verdacht aufdrängen, das Gegenüber könnte Opfer häuslicher oder sexualisierter Gewalt sein, könne man nur Hilfe anbieten. „Bei Bedarf kann man sich bei uns unverbindlich informieren“, so Rupp. „Jede Beratung ist ergebnisoffen.“

Der Frauennotruf ist unter Tel. (0 80 92) 88 110 und auf www.frauennotruf-ebersberg.de erreichbar.

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