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9000 Euro für einen guten Zweck (v.l.): Werner Miller vom Lions Club, Michael Acker, Redaktionsleiter der Ebersberger Zeitung, Therapeutin Liesel Krüger, Schulleiterin Helga Schneitler und Franz Weinfurtner, Chef des Lions-Hilfswerks.

Lions Club und Ebersberger Zeitung unterstützen Angebot 

Tonfeldtherapie: Hilfe für verhaltensauffällige Kinder

Ebersberg - Das Hilfswerk des Lions Club  und die Ebersberger Zeitung unterstützen die Finanzierung der Tonfeldtherapie in der Johann-Comenius-Schule Grafing mit 9000 Euro. Bereits mehrfach war der Club für die Therapiekosten von verhaltensauffälligen und traumatisierten Kindern aufgekommen.

„Die Arbeit am Tonfeld ist eine tiefenpsychologisch begründete Arbeit, deren Erfolg durch die neuesten Forschungsergebnisse der Gehirnforschung bestätigt wird“, sagt Expertin Liesel Krüger. Durch die Erfahrungen mit den Händen (Haptik) würden neuronale Verknüpfungen im Gehirn und das vegetative Nervensystem angesprochen. Über die Berührung der Tonerde würden alte Beziehungsmuster in der seelischen Dynamik wieder aufgerufen und drückten sich in der Bewegung der Hände im Umgang mit der Tonerde aus. Die Bewegungs- und Handlungsbedürfnisse aus der eigenen Lebensbewegung können wieder aufgegriffen und neue Lösungen gefunden werden.

Das Tonfeld ist ein rechteckiger Holzkasten, der etwa daumentief mit weicher Tonerde gefüllt ist. Das Material lädt ein zum Berühren, Tasten, Formen, Kneten, Greifen und Gestalten. Es gilt: Jede Bewegung wird Gestalt. Schließlich wird durch Wahrnehmen des Gestalteten die innere Bewegung außen sichtbar und greifbar. So baut z.B. ein Kind mit großem Eifer und Konzentration eine Burg mit festen Mauern und Türmen, Burggraben und Zugbrücke. Das Kind zeigt sein Bedürfnis nach Sicherheit und Schutz. Gleichzeitig stärkt es sein Selbstwertgefühl indem es freudig ausruft: „Das hab ich gebaut, ich kann das!“ und fühlt sich in seinem schöpferischen Tun gesehen.

„Durch die Arbeit am Tonfeld finden Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen, schwierigen Familiensituationen, Hyperaktivität, Konzentrations- und Lernproblemen sowie mit schwierigem Sozialverhalten zu Veränderungen ihres Verhaltens und Erlebens“, sagt Therapeutin Krüger.

Die Arbeit verläuft im Wesentlichen ohne Worte. Für Kinder ist das besonders hilfreich, da sie oft keine Worte für ihre Schwierigkeiten haben und über das Gestalten im Tonfeld sich in ihren Kompetenzen erfahren und stärken können.

Im Anschluss an die Arbeit findet ein Abschlussgespräch statt, um das Erreichte bewusst zu machen.

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