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Ist genehmigt: Trotz Bedenken wird die Kiesabbaufläche in Rinding vergrößert. 

Rindinger Abbaufläche wird fast doppelt so groß

Kiesgrube frisst Landschaft

Die Rindinger Kiesabbaufläche soll fast verdoppelt werden. Die dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplans hat der Stadtrat Ebersberg in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Ebersberg – Derzeit wird zwischen den Weilern Rinding und Traxl im Süden der Kreisstadt auf einer Fläche von 3,9 Hektar Kies abgebaut. Diese soll nun im Osten und Norden erweitert werden. Insgesamt sollen weitere drei Hektar Kiesabbaufläche hinzugewonnen werden.

Da die betroffenen Grundstücke bisher als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen sind, muss zunächst der Flächennutzungsplan entsprechend geändert werden. Damit waren nicht alle Stadträte einverstanden. Kies ist ein wertvoller Rohstoff. Die Flächen, in denen er abgebaut werden darf, sind in der Planungsregion München als Vorranggebiete für Kiesabbau ausgewiesen. Rinding ist darin nicht verzeichnet. Weder die bisherige Kiesgrube, noch deren geplante Erweiterung. Das stößt SPD-Stadtrat Hans Mühlfenzl sauer auf: „Wir können eine Ausweitung nicht einfach in Eigenregie beschließen, obwohl es überregionale Vorschriften dazu gibt“, kritisierte er die geplante Erweiterung.

Rechtlich ist dieses Vorgehen offenbar dennoch gebilligt. Eine Erweiterung um nur etwa drei Hektar sei überörtlich irrelevant und daher für die Regionalplanung nicht von Interesse, heißt es in der Begründung der Stadt zur Flächennutzungsplanänderung.

Rosemarie Will von den Grünen meldete weitere Bedenken an. Die geplante Erweiterung reicht bis auf 200 Meter an die Häuser in Traxl heran. Die Traxler hätten sich ihr gegenüber geärgert, erzählte Will, „dass vor ihrer Nase der Kiesabbau erweitert wird, ohne dass zuvor mit ihnen gesprochen wird“. Ein ganz normales Vorgehen, rechtfertigte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU).

Nach dem Stadtratsbeschluss gehen die Pläne in die öffentliche Auslegung. „Die Bürgerbeteiligung geht wie immer jetzt erst los“, sagte Brilmayer.

Hans Hilger wohnt selbst in Traxl. Der Freie-Wähler-Stadtrat bemängelte in der Sitzung, dass die Straßen rund um die Kiesgrube schon jetzt arg zu leiden hätten. „Wenn bei uns das Bankett hergerichtet wird, ist es im nächsten Jahr wieder genauso kaputt wie vorher“, schimpfte er. „Irgendwann muss dann auch mal Schluss sein.“ Dennoch stimmte er – anders als acht Räte von SPD und Grünen – noch einmal für die Erweiterung und die einhergehende Flächennutzungsplanänderung. Nun werden die Pläne im Rathaus ausgelegt.

Die Traxler und alle anderen Bürger dürfen dann ihre Meinungen dazu kundtun. Glücklich mit der Lösung zeigte sich Bürgermeister Brilmayer. Die Nachfrage nach Kies sei in diesen Zeiten des Baubooms ungebremst, so der Rathauschef. „Wir sollten froh sein, wenn wir auch eine regionale Versorgung ermöglichen können“, meinte er. „Sonst muss der Kies narrisch weit hin und hergefahren werden.“  ujk

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