So sieht der Unterricht im Zelt an der Montessori Schule Niederseeon aus.
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So sieht der Unterricht im Zelt an der Montessori Schule Niederseeon aus. Wie andere Landkreis-Schulen für genug Abstände im Präsenzunterricht sorgen könnten, dazu laufen derzeit die Planungen an.

Corona-Krisenstab bereitet sich vor

Unterricht auf dem Volksfestplatz: Landratsamt sucht Lösungen für den Herbst - „Schade um die Testpflicht“

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Die Infektionszahlen lassen endlich nach. Trotzdem bereitet sich der Corona-Krisenstab im Landratsamt Ebersberg sicherheitshalber darauf vor, dass sie später wieder steigen könnten. Besonders die Schulen stehen im Fokus. Und das Testen.

Landkreis – Mehr als 200 Menschen hat das Landratsamt Ebersberg in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und einer örtlichen Apotheke geschult, damit sie Corona Schnelltests durchführen können: Trainer und Ausbilder aus fast jedem Sportverein im Landkreis, aber auch Gastwirte und Bürger, die in den gemeindlichen Testzentren mithelfen wollen. So treibt der Landkreis seine „Control Covid“-Strategie voran. Das Ziel: Infektionsherde so schnell wie möglich durch flächendeckendes Testen auszumachen.

Aus der Perspektive des Krisenstabs kommt da eine Lockerung zur Unzeit, die den meisten als wichtige Wegmarke auf der Rückkehr zur Normalität gilt. „Schade, dass die Testpflicht nicht mehr gilt“, sagt Brigitte Keller, Chefin des Krisenstabs im Landratsamt. Sie befürchtet, dass die Dunkelziffer-Infektionen wieder zunehmen könnten – ersten Reiserückkehrern, die das Coronavirus aus dem Urlaub mitgebracht hätten, sei man schon auf die Spur gekommen. Wegen der konstant niedrigen Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis sind Biergartenbesuch und Fußballtraining wieder ohne vorigen Schnelltest erlaubt. „So geht einiges an Information verloren“, sagt Keller, die treibende Kraft hinter der Landkreis-Testoffensive. Erkenntnisse könnten die weiter geltenden Schüler-Tests liefern.

Krisenstabs-Chefin über Corona-Fallzahlen: „Wir wissen nicht, was im Herbst passiert.“

Dank der vielen Geschulten könne man das Schnelltest-System aber bei Bedarf, bei steigenden Fallzahlen, zügig wieder hochfahren, so Keller. Ob es so kommt, dazu will die Krisenstabschefin nicht unken. „Wir müssen den Sommer nutzen“, sagt sie aber. „Wir wissen nicht, was im Herbst passiert.“

Brigitte Keller, Chefin des Krisenstabs.

Erklärtes Ziel des Krisenstabs sei, den Präsenzunterricht für alle Schüler aufrecht zu erhalten – auch falls die Fallzahlen wieder steigen sollten. Bis die Bundesnotbremse bei einem Inzidenzwert von 165 greife – einem Wert, den der Landkreis seit vergangenem Winter nicht verzeichnet hat – hat es die Behörde selbst in der Hand.

Um für genügend Abstand für die Schüler zu sorgen, arbeitet das Amt mit zwei Pilotschulen an einem Raumkonzept, so Keller: Dem Max-Mannheimer-Gymnasium in Grafing und der Dominik-Brunner-Realschule Poing. Denkbar sei in Grafing den Volksfestplatz zu nutzen oder auf Turnhallen oder leer stehende Gebäude auszuweichen. Die Planungen stünden noch ganz am Anfang.  

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