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Die Besuchergruppe des Volksbundes am zentralen Hochkreuz des Deutschen Soldatenfriedhofes in Budaörs bei Budapest. Foto: otto hartl

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Besichtigungsreise

Sammler besuchen Soldatenfriedhof in Ungarn

Die Pflege der Kriegsgräber kostet Geld. Deswegen sind auch im Landkreis Ebersberg ehrenamtliche Sammler unterwegs. Was mit ihren Beträgen passiert, konnten sie sich jetzt ansehen.

Landkreis – Der Volksbund betreut die Gräber von 2,7 Millionen Kriegstoten in 832 Kriegsgräberstätten in 45 Ländern. Mehrere Tausend ehrenamtliche und 570 hauptamtliche Mitarbeiter erfüllen die vielfältigen Aufgaben der Organisation. Die ehrenamtlichen Sammler des Volksbundes an den Friedhöfen und bei den privaten Spendern tragen einen erheblichen Anteil an Spendengeldern für die vielfältigen Aufgaben in die Kasse des Verbandes. Der Volksbund leidet erheblich am Schwund von Mitgliedern, Spendern und Sammlern. Deshalb ist es ihm wichtig, die Öffentlichkeit auf die prekäre Lage aufmerksam zu machen.

Die Sammler werden jährlich zu einer Inspektionsreise zu bedeutenden Kriegsgräberstätten und Soldatenfriedhöfen eingeladen. Aus dem Landkreis Ebersberg waren wieder sechs ehrenamtliche Sammler an der Reise beteiligt. Anfang Juni diesen Jahres führte die Reise in Ungarns Hauptstadt Budapest. Rund 40 Sammler aus Oberbayern besuchten unter anderem den größten ungarischen Soldatenfriedhof in Budaörs westliche von Budapest.

„In diesem Gräberfeld ruhen 16 300 Soldaten – 2843 blieben unbekannt“, steht am Eingang der sehr gut gepflegten Anlage. Insgesamt fanden während des Zweiten Weltkrieges etwa 54 000 deutsche Soldaten in Ungarn den Tod. 35 000 sind namentlich bekannt.

Im Oktober 2002 wurde der größte Soldatenfriedhof in Ungarn in Budaörs eingeweiht. Auch über 800 ungarische Soldaten fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Die meisten Soldaten fielen während der Schlacht um Budapest zwischen Oktober 1944 und Februar 1945. Allein hierbei verloren 30 000 Deutsche und 17 000 Ungarn einerseits und auf der anderen Seite knapp 80 000 Angehörige sowjetischer und rumänischer Truppen ihr Leben. Das Land war zu dieser Zeit von der Wehrmacht besetzt, es herrschte ein Satellitenregime Adolf Hitlers.

Gleichzeitig mit dem Ausbau des Friedhofes hat der Volksbund auch einen Friedenspark auf dem Areal angelegt. Mehr als 600 Bäume haben bisher einzelne Baumpaten als lebende Zeichen der Erinnerung und des Gedenkens gestiftet.

Der Park bildet einen grünen Gürtel um das Gräberfeld und verbindet den Friedhof mit dem angrenzenden Landschaftsschutzgebiet in den Budaer Bergen. Im Norden von Budapest liegt der Soldatenfriedhof Katonatemeto bei der kleinen Ortschaft Bajna. An jedem der besuchten Kriegsgräberstätten wurde ein Ehrengesteck mit Banderole des Volksbundes niedergelegt und ein gemeinsames Gebet gesprochen.

Bei der Anreise von München nach Budapest wurde der Soldatenfriedhof in Linz besucht. Diese relativ kleine Kriegsgräberstätte in der Obhut des Österreichischen Schwarzen Kreuzes Kriegsgräberfürsorge ist in einem desolaten Zustand und müsste dringend restauriert werden.

Von Otto Hartl

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