Das war’s wieder: Der Ebersberger Bauhof hat die Plakatwände von der Bundestagswahl gleich am frühen Montagmorgen abgebaut.
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Das war’s wieder: Der Ebersberger Bauhof hat die Plakatwände von der Bundestagswahl gleich am frühen Montagmorgen abgebaut.

Blick in die Tabellen offenbart Überraschungen

Von Hochburgen und Tiefschlägen: Die extremsten Bundestags-Wahlergebnisse aus dem Landkreis

  • Robert Langer
    VonRobert Langer
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  • Raffael Scherer
    Raffael Scherer
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Die Nachlese zur Bundestagswahl ergibt für die Gemeinden im Landkreis Ebersberg teils wild auseinanderklaffende Ergebnisse. Neben erwartbaren Hochburgen gibt es dabei auch einige Überraschungen. 

Landkreis – Wenn es nach den Ergebnissen der CSU und ihres Spitzenkandidaten Andreas Lenz gegangen wäre, wäre besonders das Ergebnis in der Gemeinde Frauenneuharting auf den ersten Blick ganz brauchbar: 56,2 Prozent der Wähler-Erststimmen für Andreas Lenz persönlich, 40,8 Prozent Zweitstimmen für die CSU. Schließlich stammt Lenz aus der Gemeinde und vertritt seine Heimat seit 2013 im Deutschen Bundestag.

Doch auch in Frauenneuharting hat der Kandidat deutlich verloren: Vor vier Jahren erreichet er bei der Erststimmen noch 68,7 Prozent, die Partei kam auf 50,1 Prozent. Trotz der deutlichen Verluste bleibt die Gemeinde im Südosten des Landkreises eine „Schwarze Hochburg“.

Ein Auf und Ab bei der CSU

Die schlechtesten Ergebnisse bei dieser Bundestagswahl erzielten die CSU mit der Erststimme in Poing (35,7 Prozent) beziehungsweise mit der Zweitstimme in Markt Schwaben (29,8 Prozent). Umgekehrt ist Markt Schwaben eine Hochburg der SPD. Bei den Zweitstimmen holten die Genossen hier 18,6 Prozent. Die SPD-Direkt-Kandidatin Magdalena Wagner hatte ihr bestes Erststimmenergebnis in ihrer Heimatgemeinde Egmating mit 20,3 Prozent. Schlecht lief es für die Sozialdemokraten in Emmering (6,5 Prozent der Erststimmen) und in Baiern (7,5 Prozent der Zweitstimmen). In Emmering fuhr im Landkreisvergleich die AfD wie schon in der Vergangenheit ihre besten Ergebnisse ein, 10,5 Prozent für die Erststimme und 9,9 Prozent für die Zweitstimme. Die schlechtesten Werte für die Rechtspartei im Landkreis wurden aus Vaterstetten gemeldet: 4,1 Prozent Erststimme, 4,6 Prozent Zweitstimmen.

Auch bei anderen Parteien gehen die Ergebnisse auseinander

In Frauenneuharting, also der Gemeinde mit den Bestzahlen für den wiedergewählten Bundestagsabgeordneten Andreas Lenz, haben ganz im Gegenteil dazu die Liberalen einen schweren Stand mit 5 Prozent für die Erststimme (ein Plus zu 2017) und 7,5 Prozent für die Zweitstimme (deutliches Minus im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren). Die besten Resultate erzielte die FDP in Poing (Erststimme 11,9 Prozent) und traditionell in Vaterstetten (15,9 Prozent der Zweitstimme).

Die Grünen liegen im Landkreis Ebersberg bei Erst- und Zweitstimme vor der SPD, anders als beim Wahlkreis-Ergebnis, wo sie nur bei der Erststimme führen. Bestwerte erzielt die Partei vor allem in Grafing mit 21,9 Prozent bei den Erstimmen und 21,2 Prozent bei den Zweitstimmen. In Hohenlinden, seiner Heimatgemeinde, konnte Spitzenkandidat Christoph Lochmüller für einen deutlichen Stimmenzuwachs sorgen, bei der Erststimme von 6,1 Prozent (2017) auf jetzt 13,1 Prozent. Schlechte Ergebnisse für die Grünen jedoch in Emmering mit 6,7 (Erststimme) und 6,9 Prozent (Zweitstimme).

Heimvorteil für einige Direktkandidaten

Auch bei den Linken gab es einen Heimvorteil: Spitzenkandidat Tobias Boegelein, holte in Bruck 5,1 Prozent der Erststimmen. Bei den Zweitstimmen kam die Partei dort auf 3,1 Prozent. Das gleiche Ergebnis auch in Grafing. Niedrige Zahlen jedoch in Anzing (Zweitstimme 1,3 Prozent) und Hohenlinden (Erstimme 1,1 Prozent).

Die Freien Wähler kamen in einigen Kommunen auf zweistellige Werte. In Emmering erreichten sie bei der Zweitstimme 17,8 Prozent, bei der Erststimme 10,1 Prozent. Hingegen reichte es in Zorneding nur zu 3,5 Prozent (Erstimmen) und 3,7 Prozent (Zweitstimmen).

Noch ein Blick auf die Bayernpartei: Sie erreichte ihr bestes Erststimmenergebnis in Emmering mit 2,3 Prozent, den besten Zweitstimmenwert in Hohenlinden mit 2,5 Prozent.

Corona-Kritiker punkten in Baiern

Interessant: Die Corona-Kritiker „Die Basis“ kamen in der Gemeinde Baiern auf 4,9 Prozent der Erststimmen und auf 5,1 Prozent der Zweitstimmen. Landkreisweit bei den Zweitstimmen: 1,8 Prozent. Auffällig in der Gemeinde Baiern: 2,0 Prozent der Zweitstimmen für die ÖDP, höchster Wert im Landkreis – oder in Hohenlinden: 1,7 Prozent der Zweitstimmen für die Tierschutzpartei.

Wahlbeteiligung: auch hier gibt es Unterschiede

Die fleißigsten Wähler kommen aus Egmating (88,7 Prozent Wahlbeteiligung), zurückhaltend waren im Vergleich zum Landkreis-Durchschnitt von 85,2 Prozent die Markt Schwabener mit 80,5 Prozent Wahlbeteiligung.

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