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Wachsende Wildschweinpopulation im Landkreis Ebersberg

Denken wie ein Schwein

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Immer mehr Wildschweine: Wie soll man mit der wachsenden Population umgehen, wie Schaden an landwirtschaftlichen Flächen vermeiden? Um diese Fragen ging‘s in Ebersberg.

Ebersberg – Das Thema brennt. Einige Besucher müssen sogar draußen bleiben, es ist einfach kein Stuhl mehr frei im Gasthaus Huber in Ebersberg. Der Schwarzwildarbeitskreis hatte dorthin eingeladen. Mehrere hundert Jäger, Bauern und Forstleute sind gekommen, um zu erfahren, wie man mit der wachsenden Wildschwein-Population umgehen soll, wie Schaden an landwirtschaftlichen Flächen weitgehend verhindert werden können und was es Neues gibt zum Thema Afrikanische Schweinepest.

Julia Ziegler vom Veterinäramt beschreibt ein düsteres Szenario. Wenn die Afrikanische Schweinepest tatsächlich irgendwann von Tschechien oder anderswo nach Bayern kommt, dann können sich Schweinezüchter und Jäger warm anziehen. Gesetzt den Fall, es wird ein totes, infiziertes Wildschwein gefunden: Weil die Viren hochinfektiös sind, wird ein großräumiger Sperrbezirk eingerichtet, in dem die Jagd ruht. „Rund um diesen Bezirk muss aber intensivst bejagt werden, damit die Seuche an Ort und Stelle bleibt“, erklärt sie den staunenden Jägern.

Besondere Gefahr droht den Schweinezüchtern: „Wir können die Hausschweine nicht schützen“, klärt Ziegler auf. Die Seuche sei extrem ansteckend und das Virus auch noch noch extrem widerstandsfähig. Bis zu 100 Tage bleiben zum Beispiel Viren aktiv, die mit dem Blut eines toten Tieres auf den Waldboden gekommen sind. Hygiene sei das oberste Gebot beim Umgang mit auffälligen oder verendeten Kreaturen. Und überhaupt: Die Übertragung von Ort zu Ort könne schon durch eine weggeworfene Wurstsemmel passiert sein – für Menschen ist das Virus schließlich harmlos. „Halten Sie die Augen offen und melden sie uns verendete Wildschweine“, appelliert Julia Ziegler an Jäger und Landwirte.

„Du musst denken wie ein Schwein!“ Genau dies macht Hubert Witt, der seit Jahrzehnten Wildschweine bejagt, besser noch bewirtschaftet, wie er sagt. Detailreich berichtet der Saujäger von den Maßnahmen, mit denen er und seine Jagdkameraden in seinem Revier in der Lausitz Wildschweinschäden verringert haben und die Population konstant halten. „Alle müssen zusammenarbeiten!“, ruft Witt Jägern, Grund- und Waldbesitzern zu.

Der Jäger und Jagdaufseher, der von sich sagt, dass er über 1000 Wildschweine erlegt hat, liefert den Zuhörern wertvolle Tipps, wie man Wildschweine von Feldern fernhalten kann und bietet eine Lehrstunde über das Verhalten der Allerfresser.

Franz Tuscher, Leiter des Schwarzwildarbeitskreises, betont, wie wichtig die konstruktive Zusammenarbeit von Jägern und Bauern sei. Die Schwarzwildstrecke ist im Landkreis von 19 erlegten Tieren in 2008/2009 auf 145 in 2015/2016 gestiegen.

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