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Halten an dichtem Filialnetz fest: (v. l.) Martin Schottenheim, Oliver Brandhuber, Wolfhard Binder, Bernhard Failer, Friedrich Reiser und Jürgen Gleisner.

Genossen ziehen Bilanz

Wachstum in schwieriger Zeit

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Ebersberg - Wir machen Geschäfte, die wir können, mit Menschen, die wir kennen“, sagte der Sprecher der Raiffeisen-Volksbanken im Landkreis, Wolfhard Binder bei der Bilanzpressekonferenz. Das bilanzielle Einlagevolumen dieser Geldhäuser zusammen hat demnach erstmals eine Milliarde überschritten.

60 Prozent aller Kunden vertrauen den Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis Ebersberg, wenn es um ihre Kredite, eine sichere Geldanlage oder finanziellen Service geht.

Die Zahlen für 2015 erläuterte das Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Ebersberg-Grafing, Bernhard Failer. Zwar hat die Bilanzsumme um einen halben Prozentpunkt auf 1,33 Milliarden abgenommen und beim Gewinn in Höhe von 1,17 Millionen Euro musste ebenfalls eine Einbuße von acht Prozent hingenommen werden. In einem schwieriger werdenden Umfeld gelang es den Geldinstituten jedoch, beim Kreditvolumen um fast zwei Prozent auf 1,19 Milliarden und bei den Einlagen um über drei Prozent auf 1,7 Milliarden zu wachsen. Auch bei den Mitarbeitern lässt sich ein Zuwachs feststellen. Die Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis Ebersberg sind mit 325 Beschäftigten ein großer Arbeitgeber, der freilich auch viele Teilzeitbeschäftigte in seinen Reihen hat. „Wir tragen damit den Wünschen der Mitarbeiter Rechnung“, erläuterte Friedrich Reiser von der Raiba Isen-Sempt.

„Mit unseren 20 Geschäftsstellen und 325 Mitarbeitern sind wir so nahe bei unseren Mitgliedern und Kunden wie keine zweite Bankengruppe“, betonte Binder. Freilich setzt die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank mit Niedrigstzinsen auch den Volks- und Raiffeisenbanken zu, warnte Binder sinngemäß. Dazu komme, dass immer mehr Kunden Bankleistungen über das Internet abrufen. In der Volksbank Ebersberg Grafing seien das 1500 Personen am Tag. „Die Kunden kommen zu wenig in die kleinen Filialen“, informierte Binder. Das mache langfristig Sparmaßnahmen notwendig. „Wir werden aber auch künftig das dichteste Filialnetz in der Region haben“.

Dass ein kleines Geldinstitut durchaus mit guten Zahlen glänzen kann, dafür gibt es ein Beispiel im Landkreis Ebersberg. Jürgen Gleisner von der Raiffeisenbank Alxing Bruck berichtete für das abgelaufene Jahr 2015 von einer Steigerung der Bilanzsumme um 46 und einer Mehrung beim Kreditgeschäft um 60 Prozent.

Im Bemühen um ein erfolgreiches Wirtschaften werden eigene Reserven aufgewertet. So berichtete Martin Schottenheim von der Raiffeisen-Volksbank Zorneding davon, dass Flächen im Besitz der Bank, die vorher Parkplätze waren, zu Bauland umgewandelt, entwickelt und die Wohnungen vermietet wurden.

Einig waren sich alle Repräsentanten der Volks- und Raiffeisenbanken in ihrer Kritik an der Geldschwemme der Europäischen Zentralbank. „Sie ist gefährlich und führt zur Vermögensvernichtung“, warnte Binder, der der Ansicht ist, dass das Ende der Niedrigzinsphase noch lange nicht erreicht sei. „Unser konservatives Geschäftsmodell bewahrt unsere regional verankerte Bankengruppe nicht nur vor Fehlspekulationen, sondern ist auch ein Imagegewinn“, so Binder.

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