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Vor dem Amtsgericht Ebersberg fand der Prozess um den Waschwasser-Streit zweier Vaterstettener wohl nur ein vorläufiges Ende.

Vaterstettener soll saftige Strafe zahlen und will Einspruch einlegen

Waschwasser-Streit vor Gericht: Einspruch wird zum Bumerang

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Vaterstetten – Aus 4800 Euro Geldstrafe wurden 10 400 Euro. Diese Konsequenz hatte der Einspruch gegen einen Strafbefehl für einen Vaterstettener Kraftfahrer (61). Angeklagt war er, weil ein Nachbarschaftsstreit um ein paar Liter Seifenwasser eskaliert war.

Zu dem Vorfall, der am Dienstag vor dem Ebersberger Amtsgericht verhandelt wurde, gibt es zwei Schilderungen:

Ein Rentner (71) aus Vaterstetten, Nachbar des Angeklagten, hatte im Juli 2016 die Polizei gerufen. Der Kraftfahrer habe ihn getreten und mit einem Meterstab ins Gesicht geschlagen, als der Rentner fotografieren wollte, wie sein Nachbar illegal Waschwasser auf der Straße entsorgt habe.

Auslöser des Streits: Waschwasser auf der Straße

Der Angeklagte bestritt die Prügelvorwürfe vehement: „Ich habe ihm lediglich gesagt, dass er sich schleichen soll.“ Diese Version stützte auch die Ehefrau des 61-Jährigen. Sie habe den Streit geschlichtet, da ihr Mann stocksauer über den fotografierenden Nachbarn gewesen sei, Handgreiflichkeiten habe es aber keine gegeben.

Diese Aussagen waren bereits am ersten Prozesstag im Dezember erfolgt. Ein Polizeibeamter, der beim erneuten Termin befragt wurde, konnte wenig Neues beisteuern, da die Polizei erst nach dem Vorfall gerufen wurde.

Nun droht der Ehefrau ein Prozess wegen Falschaussage

Am Ende standen die Aussagen gegeneinander. Staatsanwalt und Verteidigerin zogen daraus unterschiedliche Schlüsse: Der Staatsanwalt befand die Ehefrau des Beschuldigten als „äußerst unglaubwürdig“. Der Widerspruch zu der von der Polizei fotografierten Nasenverletzung und die detailgetreue Aussage des Rentners deuteten vielmehr darauf hin, dass die Frau nur ihren Mann habe schützen wollen. Der Staatsanwalt: „Sie wird sicher die Konsequenzen ihres Aussageverhaltens tragen müssen.“

Die Verteidigerin forderte Freispruch und will in Berufung gehen

Die Verteidigerin forderte Freispruch für ihren Mandanten. Sie deutete in ihrem Plädoyer an, der Rentner, den sie als selbsternannten „Hüter der Straßenverkehrsordnung“ bezeichnete, könnte die Schläge erfunden haben, um dem ungeliebten Nachbarn zu schaden und habe „irgendwelche kleinen Abschürfungen zur Anzeige gebracht“.

Richterin Vera Hörauf hingegen mochte dieser Sichtweise nicht folgen. Sie orientierte sich in ihrem Urteil am Plädoyer des Staatsanwalts und schraubte Anzahl und Höhe der Tagessätze aus dem Strafbefehl in die Höhe, da der Angeklagte sich geweigert habe, seine Schuld einzuräumen. Die Verteidigerin kündigte noch im Gerichtssaal an: „Wir werden in Berufung gehen.“

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