Es geht um den Notfall

Wasser: Ebersberg sauer auf Grafing

Zwischen den Städten Ebersberg und Grafing ist Sand im Getriebe. Es geht um einen Wassernotverbund für den Katastrophenfall.

Ebersberg – Die Stadt Ebersberg bezieht ihr Trinkwasser aus zwei Brunnen im Ebersberger Forst. Sollten diese im Katastrophenfall einmal kein kostbares Nass mehr liefern können, ist die Kreisstadt auf Nachbarschaftshilfe angewiesen. Vor elf Jahren wurde ein Wassernotverbund mit der Stadt Grafing beschlossen. Seither ist dort nicht viel passiert. Die Ebersberger sind „angesäuert.“

Sie werden ungeduldig und strecken die Fühler nach Kirchseeon aus. Noch hält die Stadt am Notverbund mit Grafing fest. „Unser geborener Partner wäre schon Grafing“, sagte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) im Technischen Ausschusse. Doch die Unzufriedenheit über das mangelnde Engagement der Grafinger wächst.

170 000 Euro hat Ebersberg bereits in das Projekt investiert. Leitungen sind unter anderem in der Rosenheimer Straße bereits verlegt. „Von unserer Seite wird der Notverbund seit Jahren angetrieben“, so der Rathauschef. Jetzt hängt das Voranschreiten ein weiteres Mal. Offenbar, so hieß es im Ebersberger Rathaus, ist die Stadt Grafing mit dem für die Kostenberechnung notwendigen Bericht zeitlich in Verzug. Bis Ende Januar haben die Bärenstädter die Daten nun versprochen, informierte Brilmayer die Räte.

Doch die Ebersberger wollen eventuell nicht mehr nur auf Grafing setzen. Für eine dauerhafte Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung sei es durchaus sinnvoll, auch nach Kirchseeon zu blicken, sagte Brilmayer. Die Marktgemeinde plant derzeit, einen Brunnen im Forst zu bauen. Eventuell ergeben sich Synergieeffekte, meinte der Bürgermeister. Schließlich sei es anzuraten, dass „man aus zwei Richtungen versorgt wäre“. Desto besser wäre Ebersberg „gewappnet für ein nicht absehbares Szenario. Wir wissen ja heute nicht, was genau einmal passieren könnte“.

Mit der regulären Wasserversorgung, die bereits über 100 Jahre alt ist, ist man im Ebersberger Rathaus derzeit zufrieden. Die Wasserleitung aus dem Forst wurde vor 50 Jahren verlegt. In aller Regel halten derartige Leitungen 50 bis 60 Jahre, informierte Christian Pfeifer aus der Verwaltung. Kürzlich haben Fachleute einen Kontrollblick in die Rohre geworfen. Ergebnis: „Die Leitung ist noch sehr gut in Schuss“, berichtete Pfeifer.

Uta Künkler

Rubriklistenbild: © dpa

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