Es geht um einen Notverbund

Wasser: Ebersberg unzufrieden mit Grafing

Den Hahn aufzudrehen und Trinkwasser zu zapfen, das ist alltäglich und normal im Landkreis. Doch was, wenn einmal kein reines Wasser, sondern giftige Plörre aus dem Hahn laufen würde? Dann käme es ganz schnell zur Riesenkatastrophe. Um für diesen Ernstfall gewappnet zu sein, damit es eben keine Katastrophe gibt, sorgen die Gemeinden für einen doppelten Boden.

Ebersberg –  Ebersberg plant seit Jahren einen Wasserleitungsnotverbund mit der Stadt Grafing. Das Ziel: Im Notfall soll die eine Stadt die andere über ihre Brunnen mit dem flüssigen Gold mitversorgen – bei Bedarf monatelang. Um das zu ermöglichen, müssen ein Übergabeschacht samt Pumpe und Druckminderer gebaut und vor allem zig Kilometer Wasserleitungen verlegt werden. Insgesamt 2,5 Millionen Euro muss die Kreisstadt in den Notverbund investieren.

Derzeit ist Kommune im Notfall nur für bis zu 15 Stunden mit frischem Wasser versorgt – danach ist der Hochbehälter leer. Einiges ist bereits erledigt. Neue Leitungen wurden beispielsweise verlegt, als die Amtsgerichtskreuzung neu gestaltet, das Baugebiet Am Doktorbankerl ausgewiesen oder – ganz aktuell – die Bahnhofstraße aufgerissen wurde.

„Wenn wir Leitungen auf unserem Gemeindegebiet angehen, haben wir immer den Notverbund im Kopf“, hat Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses betont. Dennoch steht der größere Teil der Arbeiten und auch der Investitionen noch an. Von der Innenstadt aus soll es unter der Rosenheimer Straße bis nach Gsprait gehen, zum Übergabeschacht, und unter dem Doktorbankerl wieder zurück.

Unzufrieden sind die Ebersberger, dass auf der anderen Seite, auf dem Stadtgebiet Grafing, offenbar noch kaum etwas für den Notverbund vorbereitet wurde. Es ist bereits elf Jahre her, dass die beiden Städte das Katastrophenbündnis eingegangen sind. Der Tag, an dem die Leitungen in Betrieb genommen werden könnten, scheint noch lange nicht greifbar. Zur Sicherheit setzt die Kreisstadt auf eine weitere mögliche Notfallversorgung. Die in die Jahre gekommene Leitung am städtischen Brunnen im Ebersberger Forst muss ohnehin ertüchtigt werden.

„Nach gut 50 Jahren Lebensdauer wird jetzt die Störanfälligkeit immer größer“, erklärte Andreas Dersch vom gleichnamigen Ingenieurbüro, das die Stadt bei ihrer Wasserversorgung unterstützt. Gleichzeitig soll die Forstleitung um eine weitere Leitung ergänzt werden, die die Verbindung zwischen Brunnen und Hochbehälter sicherstellen soll.

Die Marktgemeinde Kirchseeon hat ähnliche Arbeiten, ebenfalls im Forst, im Sinn. Eventuell ergeben sich auch hier Möglichkeiten für eine Notversorgung der Ebersberger. „Das Eine müssen wir völlig unabhängig vom Anderen weiterverfolgen“, sagte Brilmayer. Je mehr Sicherheiten für den Notfall, desto besser.

Uta Künkler

Rubriklistenbild: © dpa / Yui Mok

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