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Der Technische Ausschuss befasste sich vor zahlreichen Zuhörern mit dem Thema Verkehrsentlastung für Ebersberg.

Weitere Umfahrung für Ebersberg

Entlastung am Sankt-Nimmerleins-Tag

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Die Autos müssen weg! Rufe nach einer Umfahrung der Kreisstadt Richtung Norden werden lauter. Nun die Ernüchterung: Die nächsten acht Jahre wird rein gar nichts passieren. Wie schnell es danach geht, steht in den Sternen.

Ebersberg– In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses im Stadtrat erinnerte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) an die 32 Jahre für die neue B 304 und mahnte zur Geduld. Sein Parteikollege Alois Lachner sprach gar vom Sankt-Nimmerleins-Tag.

Laster donnern am Marktplatz vorbei, täglich schiebt sich eine Blechlawine über die Eberhardstraße bis in den Forst und zurück. Die Folge: Stau, Lärm und Feinstaub. Das wollen Ebersberger nicht länger hinnehmen, die Forderung der Bürgerinitiative „St2080raus“: Eine Umfahrung muss her.

Bernhard Spötzl, einziger FDP-Stadtrat in Ebersberg, hat nun einen Antrag auf ein Verkehrsgutachten und ein Ratsbegehren gestellt. Er wollte die Ebersberger fragen: „Soll die Stadt umgehend die Wiederaufnahme der Ost-Umfahrung in den bayerischen Straßenausbauplan beantragen?“ Spötzl ist gescheitert, der Technische Ausschusses lehnte beides einstimmig ab. Zuvor hatte der Bürgermeister die Stadträte über seinen Besuch im Innenministerium informiert. Dessen Ergebnis war enttäuschend gewesen: Die Umfahrung Ebersberg, eine Staatsstraße, ist beim jüngsten Ausbauplan des Freistaats im Jahr 2011 auf Dringlichkeitsstufe 2 und damit gemeinsam mit 80 Gemeinden auf dem letzten Rang gelandet. Das bedeutet, dass zunächst anderes dran ist und in Ebersberg nichts passiert, mindestens bis 2025.

„Dringlichkeitsstufe 2, das heißt Sankt-Nimmerleins-Tag, seien wir doch mal ehrlich!“, so Stadtrat Alois Lachner. Auf die Frage, ob man das denn irgendwie beschleunigen könne, hörte Brilmayer in München ein klares „Nein“. Die einzige rechtliche Ausnahme, dass eine Kommune eine Staatsstraße auf eigene Kosten selber bauen darf, wie in Hohenlinden geschehen, sei für Ebersberg kategorisch auszuschließen, so der Bürgermeister. Denn dann müssten Straßenverlauf und Grundstücksfrage unmissverständlich geklärt sein – in Ebersberg längst nicht der Fall.

Jede mögliche Trasse fordere ihren Tribut. Egal wie es läuft, es gebe immer Betroffene. „Wir sollten Ruhe bewahren und sachlich nach Lösungen suchen“, sagte der Rathauschef, auch in Richtung der Zuhörer von der Bürgerinitiative „St2080raus“. Zum jetzigen Zeitpunkt bringe ein Ratsbegehren nichts und wecke nur falsche Hoffnungen auf einen baldigen Start, pflichtete Philipp Goldner (Grüne) bei.

Während der langen Wartezeit auf eine Umfahrung sollte man „schauen, dass wir es jetzt erträglicher machen“, sagte Elisabeth Platzer (SPD). Spötzl sprach den wachsenden innerörtlichen Verkehr an. „Wir müssen den Verkehr innerhalb der Stadt in Griff bekommen!“ Er forderte Lösungen für den Stau am Rathauseck und an der Amtsgerichtskreuzung sowie mehr Rad- und Fußwege. Außerdem hoffen die Ebersberger auf die Nachbarschaft. „Es tun sich großräumig Veränderungen auf, die vielleicht für uns von Vorteil sind“, meinte Brilmayer und sprach die Fertigstellung der A94 und die Ortsumfahrung Albaching an. Goldner fügte noch die Westtangente Rosenheim hinzu. Brilmayer will sich ans Straßenbauamt Rosenheim wenden mit der Bitte um eine Verkehrsprognose für Ebersberg durch die anstehenden Arbeiten in der Region. Im Klartext ist für Ebersberg eine Lösung von außen derzeit der einzige Strohhalm, während unter das Thema Nord-Süd-Umfahrung vorerst ein Haken gesetzt wird.

Uta Künkler

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