„Nur Lärm“ oder echte Traditionspflege: Bei den Ebersberger Böllerschützen schieden sich im beratenden Ausschuss des Stadtrats die Geister.                              Foto: jro

Welche Ebersberger Vereine wie viel bekommen

Ebersberg - Ebersberger Stadträte vergeben Zuschüsse schauen ganz genau hin. Vor allem das Geld für die Böllerschützen ist umstritten.

Soll der Steuerzahler einen Vereinsausflug subventionieren oder nicht? Und wie steht es mit der Ausrüstung der Jugendfeuerwehr? Über die jährlichen Zuschüsse für örtliche Vereine haben die Ebersberger Stadträte in der Sitzung des Umwelt- Sozial- und Kulturausschusses beraten. Sie haben sich die Entscheidung, wer wie viel Geld erhält, nicht leicht gemacht.

Schließlich wollte man die Zuschüsse ja gezielt und „nicht mit der Schrotflinte“ verteilen, wie Vize-Bürgermeister Toni Ried (FW) meinte. „Mir ist keine Kommune bekannt, die über einen freiwilligen Zuschusstopf von 50 000 Euro entscheidet und dabei so ins Detail geht wie Ebersberg“, lobte Stadtkämmerer Wolfgang Napieralla das Engagement der Räte in der Diskussion.

Die Ausschussmitglieder feilschten um jeden Hunderter. Denn nicht immer waren sie sich einig, schließlich ist und bleibt es auch immer ein wenig Ansichtssache, was die Allgemeinheit finanziell unterstützen sollte und was nicht.

Beispiel Böllerschützen: Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU), der von Ried vertreten wurde, ließ aus der Ferne ausrichten, dass der Patenschaftsabend beim Partnerverein der Ebersberger Böllerschützen derart gelungen gewesen sei, dass der seines Erachtens mit 1000 Euro bezuschusst werden sollte. Ganz anderer Meinung war Grünen-Stadträtin Rosemarie Will: „Für mich machen die Böllerschützen nichts als Lärm. Muss der Steuerzahler ernsthaft für diese Knallerei und den Erhalt einer Freundschaft zahlen?“ Letzten Endes bewilligte der Ausschuss die 1000 Euro mit sieben zu drei Stimmen.

Schnell einig hingegen war man sich bei den Zuschüssen für die Jugendarbeit von Feuerwehr, TSV und Stadtkapelle. Auch Kreisbildungswerk, Kulturkreis, Kinderschutzbund und der Kulturverein Zorneding-Baldham erhalten wie in den vergangenen Jahren eine Finanzspritze.

Erstmals hatte das Gremium von den Vereinen eine exakte Angabe gefordert, wie das Geld verwendet werden soll. „Mir gefällt es nicht, wenn es einfach heißt, dass man einen Betrag x für den Vereinsausflug haben möchte“, kritisierte Günter Obergrusberger (CSU). Vielmehr wolle er wissen, was genau geplant ist und warum der Verein überhaupt eine Förderung verdient habe. Letztlich sei es immer eine Abwägung, inwiefern ein Verein lediglich dem Selbstzweck diene oder wie zum Beispiel die Feuerwehr der gesamten Bevölkerung nutze, sagte Doris Rauscher (SPD). Einige Vereine gehen nach der Entscheidung der Stadträte daher leer aus oder erhalten nur einen Bruchteil der von ihnen gewünschten Summe.

Hier die dicksten Brocken im Überblick:

Kulturkreis Ebersberg: 3600 Euro Verwaltungsaufgaben und Miete Konzertflügel sowie Ausfallbürgschaft in Höhe von 4000 Euro.

Bund der Selbständigen: 2500 Euro Christkindlmarkt sowie Ausfallbürgschaft in Höhe von 2000 Euro.

Katholisches Kreisbildungswerk: 4524 Euro Seminarangebote.

Verein Abenteuerspielplatz: 4300 Euro Betreuungskosten und Verwaltung.

Kreisjugendring: Ausfallbürgschaft in Höhe von 3000 Euro .

TSV Ebersberg: 2749 Euro Neuanschaffungen Sportgeräte.

Stadtkapelle Ebersberg: 2500 Euro Jugendarbeit.

Kino im alten kino: 2500 Euro Jahreszuschuss.

Tennisclub Ebersberg: 2500 Euro Tennisballwand.

Feuerwehr Ebersberg: 2000 Euro Jugendausrüstung.

Kulturverein Zorneding-Baldham: 2000 Euro Jahreszuschuss.

Uta Künkler

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