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Kreisklinik Ebersberg: Wohnraum gegen die Pflegemisere

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Von: Michael Acker

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Im Anschluss an das grüne Parkhaus der Klinik soll Wohnraum für Pflegekräfte geschaffen werden – dort, wo gerade ein provisorischer Parkplatz entstanden ist.
Im Anschluss an das grüne Parkhaus der Klinik soll Wohnraum für Pflegekräfte geschaffen werden – dort, wo gerade ein provisorischer Parkplatz entstanden ist. © Stefan Rossmann

In Deutschland herrscht Pflegenotstand. Auch die Kreisklinik braucht dringend Personal, das sie zunehmend im Ausland rekrutiert. Für 23 Pflegekräfte sollen nun Wohnungen gebaut werden – gegenüber des Haupteingangs, neben dem Parkhaus.

Ebersberg Die rund 650 Quadratmeter große Fläche an der Ecke Pfarrer-Guggetzer- und Haggenmillerstraße wurde bisher als Abstellfläche für die Krankenhausbaustellen genutzt. Jetzt sollen hier in einfacher Bauweise Personalwohnungen in Modulen entstehen mit zwölf Stellplätzen – umgesetzt von der WohnBaugesellschaft Ebersberg. Kostenpunkt: rund drei Millionen Euro. Der Technische Ausschuss des Stadtrats gab grünes Licht.

Pro Ebersberg kritisiert Hoppla-hopp-Verfahren

Gerd Otter (Pro Ebersberg) kritisierte das Hoppla-hopp-Verfahren und bezog sich damit auf den sehr kurzfristig eingereichten Bauantrag aus dem Landratsamt, der erst nachträglich auf die Tagesordnung der Sitzung kam. Das zeige, wie der Landkreis die Stadt unter Druck setze, sagte Otter, „das gefällt mir nicht“. Er hatte vor rund zwei Jahren gegen die Bauvoranfrage zu diesem Projekt gestimmt. Damals war die Abstimmung im Technischen Ausschuss nur denkbar knapp zugunsten der Wohnmodule ausgegangen.

Studie: Kreisklinik hat mehr als genug Stellplätze

Nun stimmt der Ausschuss einmütig dafür, wohl auch, weil die Kreisklinik zuvor eine Studie auf den Tisch gelegt hatte, die zeigte, dass sie trotz aller Baumaßnahmen der vergangenen Jahre ausreichend Stellplätze für Mitarbeiter und Besucher vorhält. Das war von politischer Seite, nicht zuletzt aber auch von Bewohnern des regelmäßig zugeparkten Stadtviertels, immer wieder angezweifelt worden. Die Untersuchung, die das Büro WipflerPlan aus Grasbrunn, anfertigte, besagt, dass die Klinik im Moment 370 Stellplätze nachweisen muss. Tatsächlich seien aber schon jetzt 545 Parkflächen vorhanden – verteilt auf zehn Standorte. Überschuss: 175 Stellplätzen. Selbst wenn die Notaufnahme und das Wohnheim für Pflegekräfte an der Pfarrer-Guggetzer-Straße neu gebaut seien, habe die Klinik bis zum Jahr 2025 einen Überschuss von über 160 Stellplätzen, sagte Gregor Schober vom Büro WipflerPlan. Der Technische Ausschuss nahm die Zahlen zur Kenntnis und billigte sie als Grundlage für weitere Planungen, allerdings nicht ohne kritische Anmerkungen.

CSU fordert: Stellplatzsatzung aktualisieren

Alexander Gressierer (CSU) erinnerte an den alten Antrag seiner Partei, die aktuelle Stellplatzsatzung der Stadt, die 15 Jahre alt sei, endlich auf den Prüfstand zu stellen. Die Zahlen, die im Gutachten präsentiert wurden, seien ein „rechnerischer Nachweis“, der im Gegensatz zur täglichen Praxis stehe. Angesichts des ständigen Parksuchverkehrs im Klinikumfeld müsse die Klinik zusätzliche Stellflächen (am besten in der Tiefe) schaffen, „um ihre Attraktivität“ zu erhalten. Dem widersprach SPD-Kollege Christoph Münch: „Wenn ich einen Herzinfarkt habe, beurteile ich die Klinik nach der Qualität der Behandlung und nicht danach, ob es da einen Stellplatz gibt.“

Hans Hilger (CSU) sagte, man stehe der Kreisklinik wohlgesonnen gegenüber, allerdings sei das Parkproblem „eklatant“. Es müsse das Bestreben des Krankenhauses sein, genügend Parkplätze für Patienten, Besucher und Personal zu schaffen. Es sei schade, dass von der Klinik, da kein Entgegenkommen zu spüren sei.

Harald Gangkofer, Bauexperte der Kreisklinik, sagte, sein Haus biete mehr Stellplätze an, als es gesetzlich müsste. Dennoch sei geplant, zusätzlichen Parkraum zu schaffen, etwa durch die Erweiterung des Parkhauses.

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