Sicherheitsbilanz der Polizei

Zahl der Straftaten im Landkreis Ebersberg nimmt ab

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Landkreis - Die Kriminalität im Landkreis Ebersberg hat 2015 abgenommen. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote. In der polizeilichen Kriminalstatistik taucht erstmals die Flüchtlingsthematik auf.

4231 Straftaten wurden im vergangenen Jahr im Kreis Ebersberg begangen, 288 weniger als 2014, was einem Rückgang um 6,4 Prozent entspricht. 2446 Taten konnten geklärt werden. Die Aufklärungsrate stieg um 0,4 auf 57,8 Prozent. Auf 100 000 Einwohner kamen 3137 Straftaten. Diese Zahlen stellte Walter Kimmelzwinger, Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord in Ingolstadt vor. 

Die meisten Delikte (31,2 Prozent) betrafen Diebstähle. 1319 waren es 2015 (2014: 1487). Ein merklicher Anstieg war bei den Körperverletzungen zu verzeichnen, deren Zahl von 409 auf 469 nach oben ging.

Im gesamten Präsidialbereich Oberbayern-Nord wurden annähernd 63 000 Straftaten angezeigt. Bei der Vorstellung der Zahlen freute sich Kimmelzwinger, „dass wir nicht nur eine bessere Aufklärungsrate haben, sondern auch die niedrigste Häufigkeitszahl bei Straftaten in ganz Bayern vorweisen können“. Erleichtert zeigte er sich über einen leichten Rückgang bei der Einbruchskriminalität. Im Bereich der Kripo Erding (Erding/Freising/Ebersberg) wurden 319 Einbrüche registriert. Diese Zahl ist zwar deutlich größer als in früheren Jahren. Im Vergleich zu 2014 war jedoch ein leichtes Minus festzustellen. „Leider, so der Präsident, haben die Vermögens- und Fälschungsdelikte ebenso zugenommen wie der Ausländeranteil bei den Tatverdächtigen“. Im gesamten Präsidialbereich lag deren Beteiligung bei 32,4 Prozent. 2014 waren es 28,9 Prozent gewesen. Hierbei ist anzumerken: Wer einer Tat verdächtigt wird, ist nicht per se auch ein Straftäter.

 Angesichts steigender Flüchtlingszahlen wurde dem „Tatort Asylunterkunft“ ein eigener Punkt in der Statistik gewidmet. Im nördlichen Oberbayern wurden laut Kimmelzwinger an oder in Asylbewerberunterkünften 1109 Straftaten gemeldet. „Die Aufklärungsquote liegt hier mit 85,3 Prozent sehr hoch“, so Kimmelzwinger und nannte 946 aufgeklärte Vergehen. Besonders häufig (528) seien Körperverletzungen angezeigt worden. Der Präsident betonte, dass Straftaten gegen das Leben sowie gegen die sexuelle Selbstbestimmung „selten zu verzeichnen waren“. Insgesamt seien rund um Asylunterkünfte 828 Tatverdächtige ermittelt worden. Darunter seien 37 deutsche Staatsbürger gewesen. Was die Gesamtkriminalität betrifft, wurde jede fünfte Straftat (21,6 Prozent) von Jugendlichen und Heranwachsenden begangen. 78,4 Prozent fallen unter das Erwachsenenstrafrecht.

 Auf ein Phänomen ging Kimmelzwinger besonders ein. Enkeltrickbetrügereien hätten 2015 stark zugenommen. Im gesamten Schutzbereich wurden 502 Fälle angezeigt. Zum Vergleich: 2014 waren es nur 166 Delikte gewesen. Grundsätzlich geben sich Straftäter bei älteren Menschen als Verwandte in Not aus, um so an teils hohe Geldbeträge zu kommen. Allein im Bereich der Erdinger Kripo wurden 78 Taten angezeigt. Zweimal kam es zur Vollendung, wobei ein Geamtschaden von 35 000 Euro entstand.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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