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Aus Zeitungskästen wie diesen hatte der Angeklagte mehrfach Zeitungen gestohlen. 

Er weigerte sich vor Gericht zu erscheinen

Zeitungsdieb muss 3500 Euro Strafe zahlen

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Ebersberg - Er hatte regelmäßig Zeitungen aus stummen Verkäufern mitgehen lassen. Schließlich wurde er erwischt. Weil die Lage dabei eskalierte, und seine Masche aufflog, handelte sich ein Handwerker (49) eine saftige Geldstrafe ein.

Ein Abo wäre billiger gewesen. Mit dieser Erkenntnis verließ ein 49-Jähriger Zeitungsdieb aus dem Landkreis Ebersberg den Gerichtssaal. Acht Jahre lang, das rechnete ihm der Richter vor, hätte der Mann die beiden Boulevardzeitungen abonnieren können, für deren Diebstahl er am Mittwoch vor dem Amtsgericht Ebersberg zu 3500 Euro Geldstrafe verurteilt wurde.

Dabei wehrte sich der Handwerker zunächst vehement gegen die Vorwürfe: „Ich habe auf jeden Fall einen Euro eingeworfen“, sagte der Mann über den Dezembermorgen des letzten Jahres, an dem er mit einem Zeitungskontrolleur (33) aneinander geraten war. Ort des Geschehens: Der S-Bahnhof Kirchseeon, an dem mehrere Zeitungskästen aufgestellt sind. „Er hat mich einfach von hinten gepackt“, schimpfte der Angeklagte über den Inhaber der Zeitungskästen, der ihn erwischt hatte. „Ich war mir keiner Schuld bewusst.“

Überhaupt hielt der Angeklagte den Fall zunächst für eine Lappalie. „Bitte keine Lachnummer“, hatte der Mann kurz vor dem zunächst angesetzten Verhandlungstermin Anfang Juli in einem Brief an das Gericht geschrieben – und war einfach nicht erschienen. Erst als Richter Manfred Nikol drohte, ihn in Gewahrsam nehmen zu lassen, ließ sich der Mann zum Kommen überreden.

Die Anklageschrift enthielt schwere Vorwürfe: Weil es im Anschluss an den missglückten Klau zu einem Gerangel zwischen Dieb und Zeitungskontrolleur gekommen war, lauteten sie auf räuberischen Diebstahl – Mindeststrafe: ein Jahr Haft. Ganz schön heftig, bei einer Beute im Wert von nur 1,60 Euro.

„Ich mache Stichproben-Kontrollen bei Geräten mit hoher Diebstahlquote“, sagte der Betreiber der stummen Verkäufer aus. Den Angeklagten habe er an dem Dezembermorgen beobachtet, wie er zwei verschiedene Boulevardzeitungen genommen habe, ohne zu bezahlen. Darauf angesprochen, sei der 49-Jährige „völlig ausgerastet“. Er habe den Dieb festhalten müssen, der Mann habe sich gewehrt und ihn wüst beschimpft, bis die Polizei eingetroffen sei.

Den Ausschlag in dem Prozess gab schließlich ein Zeuge, der bei dem Diebstahl direkt daneben gestanden war. „Ich habe ihm sogar noch die Klappe von dem Zeitungskasten aufgehalten, als Wink, dass er bezahlen soll“, sagte der 47-Jährige aus. „Stattdessen ist er zum nächsten Kasten.“ 20 Cent habe der Mann alibimäßig eingeworfen. „Er hat immer beide Zeitungen genommen, mindestens 20 Mal“, ließ der Zeuge die Masche des Mannes schließlich endgültig auffliegen. Er habe das regelmäßig beim Warten auf den Zug beobachtet.

Als er merkte, dass er auf verlorenem Posten stand, ereilte den Angeklagten schließlich die Einsicht. „Herr Richter Nikol, ich gebe zu, dass ich hin und wieder eine Zeitung aus dem Kasten genommen habe, ohne zu bezahlen“, gestand der 49-Jähriger mit leiser Stimme. „Ich bereue das zutiefst.“

„Spät aber nicht zu spät“, kommentierte der Richter das Geständnis. Er sah es wegen der Zeugenaussage als erwiesen an, dass der Mann auch nachdem er erwischt wurde, weiter Zeitungen aus den stummen Verkäufern gestohlen habe. Deshalb, und wegen der vorgefallenen derben Beschimpfungen, war es mit einer Verwarnung nicht getan.

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