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Mit „Sheltersuits“ den Winter überleben: Mit diesen Schutzanzügen will Ebersberger Pfarrer helfen

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Von: Raffael Scherer

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Ein Obdachloser in einem Sheltersuit auf der Straße.
Jacke und Schlafsack in einem: Die Sheltersuits sollen Wohnungslose vor dem Erfrieren bewahren. © EPD

Im Winter ist es nicht leicht für Obdachlose der Kälte zu trotzen. Der evangelische Pfarrer Edzard Everts bittet deshalb um Spenden für eine neue Erfindung aus den Niederlanden.

Ebersberg – Viele Menschen müssen den Winter ohne ein festes Dach über dem Kopf überstehen. Bei der Eiseskälte für Obdachlose kein leichtes Unterfangen, sondern oftmals ein Kampf ums nackte Überleben. Neben Notfallunterkünften und anderen bekannten Hilfsmitteln, wirbt der evangelische Pfarrer und Diakoniebeauftragte des Dekanats Rosenheim Edzard Everts in Ebersberg nun für eine Erfindung aus den Niederlanden: „Sheltersuits“.

Dabei handelt es sich um Schutzanzüge, die sich in Anorak und Fußsack teilen lassen. Sie sind quasi ein extrem belastbarer, wetterfester Schlafsack. Außen aus abriebfester Zeltplane, innen warm gefüttert, so Everts. Tagsüber kann der untere Teil aufgerollt und der Sheltersuit als Jacke verwendet werden. Die Herstellung ist dabei ressourcenschonend komplett aus Restmaterialien, wie etwa gespendeten Decken und Schlafsäcken, so der Ebersberger. „Und in der Fertigung werden Menschen beschäftigt, die keinen direkten Zugang zum Arbeitsmarkt haben“, sagt der Diakoniebeauftragte.

Schutzanzüge für Obdachlose: Pfarrer bringt zum Gottesdienst einen Sheltersuit mit und probiert ihn aus

Pfarrer Edzard Everts
Der evangelische Pfarrer Edzard Everts aus Ebersberg möchte Obdachlose vor dem Erfrieren retten. © S. Roßmann

Um die Idee des Sheltersuits den Menschen näher zu bringen, brachte Pfarrer Everts kurzerhand einen solchen zum Gottesdienst mit und stellte ihn dort seiner Kirchengemeinde vor. Und Everts hat den Sheltersuit auch schon selbst ausprobiert. Sein Fazit: „Er wärmt ganz hervorragend und gibt ein gutes Gefühl des Geschütztseins.“

Die Anzüge kosten die Diakonie 300 Euro pro Stück und werden von den Mitarbeitern schnell, unbürokratisch und bedingungslos weitergegeben, heißt es. Ohne dabei vom grundsätzlichen Problem, dem fehlenden Wohnraum für Wohnungslose, ablenken zu wollen, möchte die Diakonie möglichst vielen Menschen diese Hilfe anbieten. Darum bittet Everts: „Ihre Spende ist vielleicht sogar lebensrettend – egal wie hoch der Betrag ist.“ Spendenkonto: Evang.-Luth. Kirchengemeinde, Kreisparkasse München-Starnberg-Ebersberg, IBAN: DE54 7025 0150 0000 0074 19, Stichwort: „Spende Wohnungsnotfallhilfe/Sheltersuit“.

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