Der Antoni-Weiher ist das einzige Gewässer im Ebersberger Forst. Diese Luftaufnahme zeigt ihn in seiner ganzen Pracht. Viele kennen den Weiher unter der Bezeichnung Zaubersee. Dahinter steckt eine Markt Schwabener Familie.
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Der Antoni-Weiher ist das einzige Gewässer im Ebersberger Forst. Diese Luftaufnahme zeigt ihn in seiner ganzen Pracht. Viele kennen den Weiher unter der Bezeichnung Zaubersee. Dahinter steckt eine Markt Schwabener Familie.

Es geht um eine Seejungfrau

Geheimnis gelüftet: Darum gibt es im Ebersberger Forst einen Zaubersee

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Wie kommen eigentlich Dinge zu ihren Namen? Der Zaubersee im Ebersberger Forst bekam vor 13 Jahren seine Bezeichnung. So viel sei hier verraten: Der Name hat mit einer Seejungfrau zu tun.

Ebersberg – Ebersberger Kinder kennen seinen Namen. Reiseführer bezeichnen ihn so. Sogar auf Google Maps findet man das Gewässer: der Zaubersee im Ebersberger Forst. Er ist klein, von Bäumen umringt, ein kleiner Holzsteg führt ins Wasser. Idyllisch bezeichnen ihn Fans. Eigentlich heißt er Antoni-Weiher. Die Familie Muggenthaler aus Markt Schwaben sagt aber Zaubersee. Der Grund: die damals dreijährige Tochter Emilya.

Geheimnis im Ebersberger Forst gelüftet: Zaubersee verdankt seinen Namen dreijährigem Mädchen

Es war vor 13 Jahren. Vater Kai Muggenthaler geht oft mit seiner Tochter Emilya zum Antoni-Weiher. Wieder einmal genießen sie ein Picknick auf dem Steg, sie füttern die großen Karpfen. Das Mädchen schreit plötzlich auf: da, im Wasser, eine Seejungfrau. Mit Schuppen und Flosse. Die Muggenthalers waren sich einig: Der See muss verzaubert sein. Der Name war geboren.

„Ab diesem Zeitpunkt wollte meine Tochter immer nur zum Zaubersee“, sagt Vater Kai Muggenthaler, 49, heute. Freunde der Tochter und Eltern kamen mit zum See. Der Name sprach sich herum.

Ebersberger Forst: Zaubersee wurde mit Taschenmesser umgetauft

Thomas Warg weiß vom Terminus Zaubersee oder Zauberweiher. Er liebt solche Geschichten. Warg ist Kreisheimatpfleger, nur wenige Menschen in der Region kennen den Ebersberger Forst so gut wie er. Der See ist das einzige Gewässer im Forst, sagt Warg.

Vor rund fünf Jahren habe jemand mit einem Taschenmesser den Namen Zaubersee in eine Holzplanke des Sees geritzt. Damit wurde der Antoni-Weiher in Zaubersee „umgetauft“.

Ein Platz zum Träumen, vor allem Sommer: Eine Besucherin auf dem Steg des Zaubersees.

Eine Anekdote zum Weiher kann sich Warg nicht verkneifen: Vor 15 Jahren lebte im See ein Hecht. Er wurde Karl genannt. Er biss in die Füße von Kindern, wenn sie ihre Beine ins Wasser gehalten hatten. Warg weiß von zwei überlieferten Hecht-Attacken. Dieser See, irgendwie verzaubert.

Zaubersee in Ebersberg: Familie repariert Steg eigenhändig

Zurück zu den Muggenthalers: Weil einige Bretter des Stegs durchgebrochen waren, reparierte ihn die Familie. Familienfotos belegen die Aktion. Und tatsächlich: In eines der Holzlatten gravierten die Eltern den Namen Zaubersee. Das verhalf dem neuen Titel endgültig zum Durchbruch, sagt auch Kai Muggenthaler.

Spaziergänger im Forst, Gäste im Biergarten: Jeder spricht nur noch vom Zaubersee, berichtet der Familienvater. In einer Wochenendausgabe des Münchner Merkur ist zudem ein Artikel zum Zaubersee erschienen. Für die Familie ist nun endgültig klar: Der Name ist gänzlich etabliert.

Das hätte die Familie vor 13 Jahren nie gedacht. Emilya Muggenthaler, heute 16 Jahren jung, hatte damals die Seejungfrau gesehen. Sie ist sich sicher, sagt das Mädchen. Dieses Mal allerdings mit einem Augenzwinkern.

Vor einem Monat stand der Gnadenhof in Bruck noch vor dem Aus, nun sieht er eine Überlebens-Chance. Viele Menschen öffneten ihre Herzen und spendeten. Einen massiven Corona-Ausbruch gab es währenddessen im Markt Schwabener Seniorenzentrum. Insgesamt 45 Bewohner und Pfleger wurden positiv getestet. Das Heim wurde geschlossen.

(Von Max Wochinger)

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