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Will nichts beschönigen, wo es nichts zu beschönigen gibt: CSU-Kreisvorsitzender Thomas Huber.

Nach dem Debakel bei der Landtagswahl

Ebersberger CSU fordert neues Personal

  • Michael Acker
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Dieses Mal könne man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, dieses Mal müsse schonungslos analysiert werden. Und: Es müssten auch personelle Konsequenzen gezogen werden. Das sagt CSU-Kreisvorsitzender Thomas Huber.

Landkreis – Namen wollte der Landtagsabgeordnete nach einer Vorstandssitzung der Landkreis-CSU nicht nennen, er ließ aber durchklingen, dass es entgegen der aktuellen Nachrichtenlage dabei nicht nur um den noch amtierenden Parteivorsitzenden Horst Seehofer gehe.

Neben Seehofer waren nach dem CSU-Landtagswahldebakel auch Bundesverkehrsminister Andras Scheuer und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt in die Kritik geraten.

„Wir hatten es in der Region um München nicht einfach. Deshalb freut es mich, dass wir in Ebersberg mit 36 Prozent bei den Gesamtstimmen im gesamten Ballungsraum mit vorne liegen und die geringsten Verluste hinnehmen mussten“, sagte Huber im 40-köpfigen Parteivorstand. Dennoch, so der Grafinger Landtagsabgeordnete, gebe es nichts schön zu reden. Mit einem Gesamtergebnis für die CSU von 37,2 % in ganz Bayern könne die Partei keinesfalls zufrieden sein.

In der anschließenden Diskussion gingen die Vertreter der Ortsverbände auf die inhaltliche und strategische Ausrichtung der Partei ein. Alle waren sich einig, dass in „eine saubere Analyse“ diesmal auch die Basis der CSU eingebunden werden müsse. Die Forderung des oberbayerischen CSU-Bezirksvorstands, dem auch Huber angehört, nach einem Sonderparteitag noch vor Weihnachten wurde mit großer Mehrheit unterstützt.

Huber am Freitag im Gespräch mit der Ebersberger Zeitung: „Wir sind gut beraten, ergebnisoffen miteinander zu diskutieren, was falsch gelaufen ist“ und stellte heraus: „Es kommt aber jetzt auf die Reihenfolge an: Erst Regierungsbildung um die Stabilität Bayerns nicht zu gefährden, dann Analyse und daraus Konsequenzen ziehen!“ Huber unterstrich, dass eine neue Stärke nur dann gewonnen werden könne, wenn auch die Bereitschaft zur „ehrlichen Auseinandersetzung über die Ursachen, die zu diesem Wahlergebnis geführt haben, gegeben ist“. Natürlich würden sich mit einer Wahl auch Personalfragen verbinden, aber die Gründe für dieses Wahlergebnis seien umfassender.

Der Kreisvorstand wird sich noch vor dem Sonderparteitag ein weiteres mal treffen, um die Analyse aus Ebersberger Sicht fortzusetzen. Einer Koalition mit den Freien Wählern steht die CSU-Spitze im Landkreis offen gegenüber. Wichtig sei, die Sache in den Vordergrund zu stellen.

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