Energiewende

Investor gibt nach Bruchlandung nicht auf

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Landkreis - Gutachten gegen Gutachten: Green City Energy will mit allen Mitteln am Windpark im Ebersberger Forst festhalten. Die unendliche Geschichte bekommt ein neues Kapitel.

Green City Energy gibt nicht auf. Dem Windpark im Ebersberger Forst soll mit aller Macht die Bruchlandung erspart bleiben, die das Veto der Deutschen Flugsicherung für das Vorhaben bisher bedeutet. Der Investor räumt inzwischen aber selbst ein, dass es überhaupt eine „ablehnende Stellungnahme des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherheit“ gibt. Die bezieht sich auf ein „Einzelgutachten der Deutschen Flugsicherung“ und wurde für den Standort im Forst angefertigt.

Noch Anfang November sprach Sissi Großmann vom Projektanten Green City Energy lediglich von einer „pauschalen Ablehnung“. Mit der Pressemitteilung des Münchner Projektanten werden Recherchen bestätigt, die die Ebersberger Zeitung exklusiv veröffentlicht hatte. Die Windräder stören Radaranlagen des Flughafens. Zwei Wochen später wurde auch das Landratsamt Ebersberg offiziell in Kenntnis gesetzt. „Ich habe das Gutachten gelesen“, berichtet Klimamanager Hans Gröbmayr, räumt aber freilich ein: „Als Nichtjurist kann man das nicht bis ins letzte Detail verstehen.“

Jetzt will Green City Energie ein Gegengutachten erstellen lassen. In der Mitteilung des Unternehmens heißt es fast trotzig: „Entgegen anderslautender Meldungen sind die Planungen für einen möglichen Windpark im Ebersberger Forst nicht gestorben. Green City Energy lässt durch ein zweites Gutachten die Einschätzung im Gutachten der Deutschen Flugsicherung überprüfen.“ Ein Sachverständigenrat soll also auf einen anderen Sachverständigenrat folgen. Erfolgsaussicht ungewiss.

Der Investor zitiert selbst aus der Stellungnahme der Flugsicherung, „der Flugverkehr des Flughafens im Erdinger Moos würde durch die Windenergieanlagen gestört“. Das will das Münchner Unternehmen aber nicht stehen lassen: „Green City Energy ficht die Einschätzung im Gutachten der Flugsicherung an und hat ein zweites Gutachten beauftragt, um diese Sichtweise prüfen zu lassen.“ Mit einem Ergebnis werde bereits im Januar gerechnet. Man bemühe sich um eine „faire und neutrale Überprüfung des Sachverhalts“. Das Vorgehen sei im übrigen mit der Genehmigungsbehörde, also dem Landratsamt Ebersberg „abgestimmt“.

Bislang wurde über den Antrag auf Bauvorbescheid von Green City Energy noch nicht entschieden. Das Unternehmen ist jedoch zuversichtlich. „Der Windpark im Ebersberger Forst ist und bleibt für die Region ein zentraler Baustein für eine Energieversorgung aus heimischen Quellen in Bürgerhand“, so Unternehmenssprecherin Laura Rottensteiner. Es gebe Standorte in Deutschland, von deren Windenergieanlagen eine größere Belastung für Radaranlagen ausgehe, als das im Ebersberger Forst der Fall sei. Es seien „gangbare“ Wege gefunden worden, Windräder trotz benachbarter Radaranlagen zu realisieren. Nach Kenntnisstand des Klimamanagers ist für den einen oder anderen Bürgermeister im Landkreis Ebersberg die Windenergie immer noch eine Option. Die Rathausbosse wollen aber das Ergebnis der Popularklage gegen die 10-H-Regelung abwarten. 

Rubriklistenbild: © dpa

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