Kult-Komiker Fips Asmussen gestorben - Tochter bestätigt seinen Tod

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Blick in die Tiefe: Der Brunnen ist mit Flusssteinen ausgekleidet. In der Mitte: Ein Metallgestänge. Auch in die Brunnenwand sind einzelne Eisenhaken eingeschlagen.
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Blick in die Tiefe: Der Brunnen ist mit Flusssteinen ausgekleidet. In der Mitte: Ein Metallgestänge. In die Brunnenwand sind einzelne Eisenhaken eingeschlagen.

Ein Fund, der Rätsel aufgibt

Mysteriöses Loch tief im Forst entdeckt - Archäologe hat bereits erste Theorie

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Im Ebersberger Forst ist ein mysteriöses Loch entdeckt worden. Wahrscheinlich wurde es schon vor Jahrhunderten angelegt. Wann genau und von wem – dazu herrscht großes Rätselraten.

  • Tief im Ebersberger Forst hat ein Revierjäger einen zugedeckten Schacht gefunden.
  • Der Brunnen ist wohl mehrere hundert Jahre alt - oder noch älter.
  • Wer ihn an dieser abgelegenen Stelle angelegt hat und zu welchem Zweck soll nun untersucht werden.
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Update vom 3. August, 16.30 Uhr: Der mysteriöse, jahrhundertealte Brunnenschacht tief im Ebersberger Forst hat das Interesse von Menschen aus ganz Deutschland geweckt. Ein entsprechender Facebook-Beitrag der Ebersberger Zeitung erreichte weit über zwei Millionen Menschen. Die gewaltige Resonanz freut die Entdecker - veranlasst sie aber auch zu einer dringenden Warnung.

Update vom 30. Juli, 14.45 Uhr: Die Hinweise verdichten sich, dass es sich bei dem jüngst entdeckten Brunnen im Ebersberger Forst (siehe unten) tatsächlich um ein jahrhundertealtes Bauwerk handelt. Ein Archäologe des Landesamtes für Denkmalschutz inspizierte nun den Schacht in Begleitung von Kreisheimatpfleger Thomas Warg. „Dieser Brunnen muss älter sein als alle anderen im Forst“, resümiert Warg.

Wer den uralten Schacht mit einer Betonplatte verschloss – dem darin verbauten Metalldeckel nach zu schließen schon vor 1950 –, ist unklar; genau wie die Herkunft einiger Reihen Ziegel am oberen Schachtende. Anlass waren wohl Sicherheitsbedenken, dokumentiert ist das nicht.

Doch die Auskleidung des Schachtinneren ist deutlich älter als die geziegelten Brunnen an der Sauschütt oder am Forsthaus Diana, dieser Ansicht sei auch der Archäologe. Der Fachmann schloss laut Warg mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aber ebenfalls aus, dass das Loch zur Römerzeit oder davor entstand. Weder die Lage noch die Bauweise sprächen dafür.

Die bevorzugte Theorie des Experten: Der Schacht diente als Wasserquelle für die Weidewirtschaft und stammt aus der frühen Neuzeit, datiert also zwischen 16. und 18. Jahrhundert. Rätsel, so der Kreisheimatpfleger, gebe aber noch die Bauweise mit den Flusssteinen bis nach unten auf. „Er könnte auch älter sein“, sagt Warg, der die Zeit der Salzwege vor der Gründung Münchens 1158 noch nicht ausschließen möchte.

„Wir müssen einen runterschicken“, sagt der Heimatpfleger. Ein Spezialist für Hohlräume des Denkmalamtes sei verständigt. Der müsse sich die Wassertiefe ansehen, Schlick und Sediment auf mögliche weitere Hinweise untersuchen.

Eine weitere kuriose Beobachtung haben der Historiker und Archäologe gemacht, außerhalb ihres Fachgebiets: Auf dem Metallgestänge in mehr als zehn Metern Tiefe wieselte munter ein Siebenschläfer herum. Der Nager kennt offenbar einen Seiteneingang in der Brunnenwand.

Artikel vom Mittwoch, 29. Juli: Landkreis – Der Wald gilt dem Volksmund als geheimnisvoller Ort. Diesem Ruf wird der Ebersberger Forst erneut gerecht: Ein Revierjäger hat tief im Unterholz einen Brunnen entdeckt, verschlossen von einer Betonplatte samt Metalldeckel. Nun ist das Rätselraten groß. Denn unter der eher modernen Abdeckung ist der Schacht mit unvermörtelten, kopfgroßen Flusssteinen ausgekleidet. So baut seit Jahrhunderten keiner mehr, da ist sich ein eilig zusammengetrommelter Arbeitskreis von Geschichts- und Forstkennern einig.

Unter der nachträglich irgendwann aufgesetzten Betonabdeckung verbirgt sich ein vermutlich jahrhunderte-, wenn nicht jahrtausendealter Brunnenschacht. Einen Blick riskieren (v.li.) Heimatpfleger Thomas Warg, Staatsforsten-Betriebsleiter Heinz Utschig, Forstreferendar Maximilian von Stern und Revierleiter Daniel Fraunhofer.

Die Bauweise verrät: Der Brunnen dürfte mehrere Jahrhunderte alt sein - wenn nicht noch älter

Mit vereinten Kräften wuchten Revierleiter Daniel Fraunhofer und Forstreferendar Maximilian von Stern den Metalldeckel zur Seite. Der liegt auf einer Ziegelschicht, ebenfalls nachträglich gesetzt. Mit einer Taschenlampe spechten sie in die Tiefe – und in die Vergangenheit. Trüb und träge blinzelt aus 15 bis 20 Metern Tiefe der Wasserspiegel herauf. Darüber ist schief ein Metallgestänge eingespreizt. Im Urkataster zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist er vermerkt. Es könnte sein, dass der Brunnen bis ins 20. Jahrhundert hinein genutzt und dann verschlossen und vergessen wurde. 

Hier im Forst haben niemals Menschen gesiedelt.

Kreisheimatpfleger Thomas Warg über das rätselhafte Motiv der Brunnengräber

Mit um das mysteriöse Loch stehen Forst-Betriebsleiter Heinz Utschig und Kreisheimatpfleger Thomas Warg. Utschig schaut einen Moment lang wie hypnotisiert hinab, dann blickt er auf, schüttelt den Kopf und sagt: „Das macht alles keinen Sinn.“ Heimatpfleger Warg nickt. „Hier im Forst haben niemals Menschen gesiedelt“, sagt er. Wer sich die Mühe gemacht hat, auf solch abgelegenem und unergiebigem Terrain so ein Loch auszuheben – dazu gibt es Theorien mit Verdächtigen aus drei Jahrtausenden. Nur bisher keine überzeugende.

Im Ebersberger Forst waren vorchristliche Siedler, die Römer und die Salzhändler unterwegs

So gibt es Hügelgräber im Forst erhalten, die wohl schon vor Christi Geburt von mehr oder weniger sesshaften Siedlergruppen angelegt wurden. „Dass die ein solches Loch graben: unwahrscheinlich“, sagt der der Historiker Bernhard Schäfer, Vorsitzender des Historischen Vereins für den Landkreis Ebersberg, ebenfalls in der Arbeitsgruppe. Eine weitere, von vielen zuerst genannte Vermutung: Es waren die Römer. Die baukundigen Besatzer unterhielten schließlich eine Straße mitten durch den Forst. Dagegen spricht aber laut Schäfer, dass die Trasse der Römerstraße weit entfernt von dem nun gefundenen Brunnen verläuft. „Irrelevant“, ist das Urteil des Historikers über einen Zusammenhang. Im Hochmittelalter führte eine Salzstraße durch den Forst. Die Lage von Brunnen und Salzstraße passen zusammen. Doch dass die Fuhrwerke der Händler zwischen Steinhöring und Sempt auch noch mitten im Holz pausierten, gilt den Historikern Warg und Schäfer als abwegig.

Hauptverdächtige: Die Ebersberger Klosterbrüder

Schon eher können sie sich vorstellen, dass die Brunnengräber vom Kloster Ebersberg kamen. Dort gaben sich über zwischen 10. und frühem 19. Jahrhundert die Augustiner, Benediktiner, Jesuiten und Malteserritter die Klinke in die Hand. Kultivierungsarbeiten im Forst haben wohl alle mehr oder weniger unternommen. Der Brunnen aber, so Utschig, liegt im Fürstenwald, wenn auch hart an der Grenze zum Klosterterrain. Der Forst-Betriebsleiter vermutet, dass der Brunnen nicht für den Handel, sondern von Hirten oder zur Urbarmachung des Forsts angelegt wurde. Auf Gebäude deutet rundherum allerdings nichts mehr hin. Nur eine Senke ein paar Schritte weiter, aus der irgendwann Kies entnommen wurde, vielleicht zum Wegebau.

Das Loch neben dem Loch: Aus dieser Kuhle ein paar Schritte weiter wurde Kies entnommen. Ob ein Zusammenhang zum Brunnen besteht, ist unklar

Die Fragezeichen kreisen immer wieder um das Warum. Warum ausgerechnet hier? Heimatpfleger Warg kann der Theorie einen gewissen Charme abgewinnen, dass sich eine Gruppe Mönche aus dem Kloster irgendwann in die Wildnis verabschiedet hat. Darauf gibt es in den Chroniken vorsichtige Hinweise, aber keinen Beleg.

Geheimnisvoller Brunnen im Ebersberger Forst: Sediment und Steine sollen Aufschluss geben

Am aufschlussreichsten dürfte eine Datierung des Brunnens sein, vielleicht klappt das anhand des verwendeten Gesteins. Dazu hat sich die Arbeitsgruppe für Donnerstag einen Archäologen vom Landesamt für Denkmalschutz eingeladen. Als weiterer wichtiger Schritt soll einmal das Bodensediment inspiziert werden – vielleicht finden sich Münzen oder Scherben.

Der Fundort wird noch nicht verraten

Die Forstmitarbeiter wuchten den Deckel wieder auf den Brunnen. Dann stapfen sie durchs Unterholz zum Auto. Über den genauen Fundort wollen sie sich ausschweigen, bis der Brunnen ausreichend gesichert ist.

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