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„Unser Land“-Brot gibt es auch in der Ebersberger Bäckerei Freundl (v.l.): Isabella Maria Weiss (Unser Land) Martin, Richard uns Lieselotte Freundl, Luise Braun (Ebersberger Land).

Solidargemeinschaft feiert Jubiläum

20 Jahre „Ebersberger Land“

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Tun muss man etwas – nicht nur reden. Das war von Anfang an die Prämisse der Solidargemeinschaft Ebersberger Land. Und dieses Motto war offensichtlich tragfähig genug, dass es zwei Jahrzehnte lang gehalten hat. Jetzt feiert die Organisation ihr 20-jähriges Jubiläum.

Landkreis – Immer noch mit Überzeugung dabei: Luise Braun (50), jetzt Vorsitzende, früher war sie Beisitzerin. „Ich weiß nicht, ob ich es nochmalmachen würde“, sagt sie in der Rückschau. Wer’s glaubt. Natürlich würde sie es wieder machen, und zwar genau so. Dafür ist sie von ihrem Tun viel zu sehr überzeugt. Mitte der 1990er Jahre gab es im Landkreis Ebersberg einen Arbeitskreis, der sich „Tu was“ nannte. „Ein großer Motivator“, sagt Braun heute. So spektakulär die Aktionen damals auch waren, erlitt die Gruppe doch das Schicksal vieler anderer Graswurzelbewegungen. Sie verschwand wieder von der Bildfläche, obwohl sie zum Beispiel Flechten im Landkreis als leistungsfähige Umweltindikatoren entdeckt hatte. Ein Ableger dieses Zusammenschlusses von Aktiven aber überlebte und wurde in 20 Jahren zu einer weit verzweigten Organisation, die zwei Ziele verfolgt: Bewusstseinsbildung für die eigenen Lebensgrundlagen und die Vermarktung von Produkten aus der Region. Das stärkt Wirtschaftskreisläufe vor Ort und schont die Umwelt, weil weite Transportwege wegfallen.

Nach einem Vorbild aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck war vor 20 Jahren im Münchner Osten eine beispielgebende Doppelzweckgemeinschaft entstanden, die inzwischen auch in anderen Landkreisen fest verwurzelt ist. Der besondere Kniff dabei: Nur dort, wo es Solidargemeinschaften gibt, die den Blick der Bevölkerung auf die Bedürfnisse der heimischen Umwelt lenken, werden auch die eigenen, regionalen Produkte vermarktet, wie zum Beispiel der legendäre Apfelsaft von Früchten aus Streuobstwiesen im Landkreis Ebersberg. Dieser Saft und andere Lebensmittel werden von einer eigenen GmbH vertrieben. Sie wird geführt wie ein Unternehmen, die Solidargemeinschaft hingegen arbeitet ehrenamtlich, auch der Landschaftspflegeverband ist dabei mit im Boot.

„Das Land versorgt die Stadt“: Das war früher schon so und soll nach Ansicht von Luise Braun und ihren Mitstreitern auch möglichst lange so bleiben. „Wir waren die ersten mit regionalen Produkten. Jetzt spricht jeder davon“, freut sich die Vorsitzende. Anfänglich bestand die angebotene Produktpalette aus „Apfelsaft, Honig, Mehl, Brot und Kartoffeln“, erinnert sich Braun. „Uns war bald klar, dass das zu wenig ist.“ Diese Waren wurden damals noch in eigenen, kleinen Läden verkauft, erinnert sich Braun. Inzwischen sind die Ebersberger Land-Produkte allerdings in den Regalen der großen Discounter angekommen. „Das war immer unser Ziel, wir wollten in die großen Supermärkte.“ Inzwischen ist „Unser Land“ in elf Landkreisen vertreten, aus einem großen Treffen im Landratsamt Ebersberg wurden Geschäftsidee und Überzeugungsarbeit zugleich, der Dialog mit den Verbrauchern trägt Früchte, die Konsumenten sind sensibler geworden, was die Herkunft der von ihnen gekauften Produkte betrifft. „20 Jahre Ebersberger Land bedeuten erfolgreiches Wirken in der Region. Träume haben sich erfüllt und das soll gewürdigt werden“, kündigt Luise Braun an.

Am Freitag, 13. Juli, ab 17 Uhr, findet zum Jubiläum eine Veranstaltung auf dem Zehmerhof der Familie Huber in Gelting statt. Gestartet wird von 17 bis 19 Uhr mit Betriebsführungen, ab 19 Uhr ist dann der eigentliche Festakt. Ludwig Karg hält einen Vortrag zum Thema „Rückblick und Ausblick, die Zukunft von Regionalität“.

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