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Weil er mit Drogen in größeren Mengen gehandelt haben soll, steht ein 21-Jähriger aus dem Landkreis Ebersberg vor dem Landgericht. Er ist weitgehend geständig, ihm droht eine hohe Haftstrafe.

21-Jähriger wegen schwunghaften Drogenhandels vor Gericht

Pfefferspray in der Jacke - Messer am Tisch

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Es sind schwere Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft gegen Marian Z. (Name geändert) erhebt.

Landkreis Der 21-Jährige aus dem westlichen Landkreis Ebersberg soll von Februar bis Mai 2017 einen „schwungvollen Handel“ mit diversen Drogen betrieben haben. Der Anklage zufolge erwarb er im Februar 2017 an einem Bahnhof in Donau-Ries von einem Unbekannten gut 300 Gramm Amphetamine – auf dem Straßenmarkt bringen die daraus herstellbaren und vor allem in der Technoszene beliebten Extasy-Tabletten gut 15 000 Euro. Anfang Mai kaufte er laut Staatsanwaltschaft dann sogar eineinhalb Kilogramm Amphetamin – die synthetische Droge gilt als hochgefährlich. Kaum noch ins Gewicht fiel bei der Prozesseröffnung in dieser Woche vor dem Münchner Landgericht der Vorwurf, er habe 150 Gramm Marihuana zum Weiterverkauf erworben.

Der in der Slowakei geborene junge Mann zeigte sich vor Gericht weitgehend geständig. Sein Anwalt argumentierte, das Marihuana habe sein Mandant in weiten Teilen für den Eigenbedarf gekauft. Weil die Polizei bei einer Hausdurchsuchung in der Jacke des Angeklagten Pfefferspray sowie auf dem Tisch ein über 20 Zentimeter langes Messer entdeckte, wirft ihm die Staatsanwaltschaft bewaffneten Handel mit Betäubungsmitteln vor.

Marian Z. vertickte laut Staatsanwaltschaft mehrfach Rauschgift in seiner Heimatgemeinde im westlichen Landkreis, teils auch in größerer Menge. Einen Teil der von ihm mutmaßlich gekauften Drogen konnte die Polizei jedoch bei seiner Festnahme und einer anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung sicherstellen. Wegen der Schwere der Vorwürfe sitzt der Angeklagte seit Mai 2017 ununterbrochen in Untersuchungshaft. Auch am Dienstag wird er in Handschellen vorgeführt. Sollte er nach dem Erwachsenen- und nicht nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden, droht ihm eine langjährige Haftstrafe. Er scheint sich dessen bewusst zu sein, verfolgt das Verfahren zumeist mit gesenktem Kopf. Nachdem ihn die Polizei in einem örtlichen Gasthof festnahm, begann auch für seine Familie eine schwierige Zeit. So geriet zunächst sogar seine Tante in Verdacht, die ihn einmal bei sich übernachten ließ.

„Ich wurde in der Arbeit angerufen“, erinnert sich die Frau mittleren Alters als Zeugin am Dienstag vor Gericht. Die Ermittler hätten ihr gesagt, wenn sie nicht gleich nach Hause komme, werde man ihre „Wohnungstüre aufbrechen“. Es sei schrecklich gewesen. Viele im Ort würden sie kennen, sagt die gebürtige Slowakin, die zwei Jobs hat, um über die Runden zu kommen. Marian Z. entschuldigt sich während der Verhandlung, dass er ihr so große Schwierigkeiten gemacht habe. „Das war sehr egoistisch von mir.“ Seine Tante sagt, Marian sei eigentlich „ein guter Junge“. Er soll bereits als Kind unter ADHS gelitten haben. „Er war immer etwas zappelig“, sagt die Tante. Er habe in Deutschland zwar schnell die Sprache gelernt, jedoch öfter die Schule gewechselt. Er habe lange Zeit keine Freunde gehabt. „Ihm fehlte die Anerkennung. Vielleicht ist er deshalb auf die schiefe Bahn gekommen.“

Nun liegt es am Schöffengericht über die Höhe des Strafmaßes zu entscheiden. Es wird dabei auch bewerten müssen, ob die von dem mutmaßlichen Dealer gezeigte Reue echt ist – und ob sie ihm eine Zukunft ohne weitere Straftaten zutrauen.

Das Urteil fällt voraussichtlich bereits am Mittwoch.

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