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Das Urteil gegen dem 21-jährigen Drogendealer Marian Z. aus dem westlichen Landkreis ist gefallen. Er muss eine dreijährige Jugendstrafe abbüßen.

21-jähriger Drogendealer wird zu dreijähriger Jugendstrafe verurteilt

Familie, Freunde, Freiheit verloren

Jetzt ist das Urteil gegen den jungen Drogendealer aus dem westlichen Landkreis Ebersberg gefallen. Marian Z. (Name geändert) wurde vor dem Münchner Landgericht zu einer dreijährigen Einheitsjugendstrafe verurteilt.

Landkreis – Der 21-Jährige soll zwischen Februar und Mai 2017 einen regen Handel mit verschiedenen Drogen im Wert von über 30 000 Euro betrieben haben.

Es war ein wahrer „Schauprozess“, der da am vergangenen Mittwoch vor dem Münchner Landgericht II stattfand: Es wurde geschachert, diskutiert, gelacht und gewitzelt. Der einzige, der nicht so recht mitlachen konnte, sondern zeitweise recht gequält dreinschaute, war der 21-jährige Marian Z, um dessen Taten es ging.

Der gebürtige Slowake aus dem westlichen Landkreis Ebersberg soll einen „schwunghaften Handel“ auch mit harten Drogen betrieben und sich zu seinem eigenen Schutz Pfefferspray und ein Messer zugelegt haben. Die Mengen, um die es ging: 300 Gramm Extasy, rund eineinhalb Kilogramm Amphetamin und knapp 200 Gramm Marihuana soll Marian Z. zum Weiterverkauf erworben, selbst konsumiert und teilweise auch schon abgesetzt haben.

„Also das war wirklich mäßige Qualität, nur ein Fünftel der von uns getesteten Substanzen sind noch schlechter“, schätzt der forensische Chemiker vom Landeskriminalamt die Wirkungsstärke der Amphetamine von Marian Z. mit einem verächtlichen Gesichtsausdruck ein. „Kein wirklich gutes Zeug“ hätte sich der 21-Jährige sich da zum Weiterverkauf angeschafft. Da waren das Marihuana und das Extasy schon besser: „Das ist eine echte Ansage!“ ereiferte sich der Chemiker. Es ging dabei vor allem darum, herauszufinden, welche Mengen man dem jungen Drogendealer tatsächlich vorwerfen konnte.

Der Angeklagte sitzt er in einem weinroten Sport-Sweatshirt, mit Jeans und mit weißen Sneakers bekleidet, auf der Anklagebank. Sein Kopf hängt, aber er nimmt es tapfer – obwohl er weiß, dass eine lange Haftstrafe auf dem Spiel steht. Er bestreitet nichts, gibt genaue Auskunft. „Das hier ist die letzte Station. Ich bin 21 und sitze jetzt im Landgericht. Ich habe schon so viel verloren – meine Familie, meine Freiheit, meine Freunde“.

Die Aussagen des psychiatrischen Gutachters zeichnen ein genaueres Bild davon, wie Marian Z. überhaupt erst auf die schiefe Bahn geriet: Seit seiner Kindheit litt der 21-Jährige schwer an ADHS, konnte sich nur schlecht konzentrieren, wechselte oft die Schule und fand nach dem Umzug nach Deutschland lange keine Freunde. Er hat keine Ausbildung geschafft. Als sein Vater Marian Z. irgendwann vor die Tür setzte, „nutzte er den Drogenverkauf als schnelle Einkommensquelle“, berichtet der Psychiater, der für Marian Z. eine „Maßregel“ empfahl. Der 21-Jährige werde dabei über 18 bis 24 Monate intensiv therapiert – die Besserungsquote sei sehr gut. „Das ist die einzig sinnvolle Alternative. Es soll sofort losgehen“, befindet der Gutachter. Und das Gericht bezieht die Expertise des Forensikers in die Urteilsfindung mit ein: Marian Z. wird zu einer Einheitsjugendstrafe von drei Jahren verurteilt, die er in der Entziehungsanstalt abbüßen soll. Dort kann er die Chance wahrnehmen, etwas an seinem Leben zu ändern.

Von Julia Traut

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