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Auf dem Facebook-Auftritt der AfD-Kreisgruppe Ebersberg-Erding ist am Donnerstag noch keine Rede davon, dass die Veranstaltung bereits abgesagt wurde.

Umstrittene Veranstaltung nach offenem Protestbrief abgesagt

AfD blitzt bei Gastwirten ab

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Landkreis – Die Herbergssuche der AfD hat ein Ende. Die geplante Veranstaltung mit einer Rede des umstrittenenen Ex-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann findet nicht statt.

„Wir brauchen uns jetzt nicht aufzureiben“, erklärte Franz Arnold, Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Ebersberg-Erding auf EZ-Anfrage am Donnerstag, weshalb er die Absage beschlossen hat.

Protestbrief von linker Jugendgruppierung

Die AfD hatte für die eigentlich für Freitagabend geplante Veranstaltung heftigen Gegenwind bekommen. So hatte eine linke Rosenheimer Gruppierung namens „Demokratische Jugend“ die Gaststättenbetreiber im Landkreis Ebersberg in einem offenen Brief dazu aufgerufen, der AfD keine Räume zur Verfügung zu stellen: „Wir lehnen es ab, dass der AfD in bayerischen Wirtschaften Platz für ihre Hetze gegeben wird.“

Ansonsten werde man „zu zivilgesellschaftlichen Protesten aufrufen und damit dem Ruf der Lokalität, welche rassistischen, homophoben und antisemitischen Parolen eine Bühne bietet, massiven Schaden zufügen“, heißt es am Ende des Briefs.

Zwei Gastwirte stornieren die Reservierung

Stein des Anstoßes ist der Vortragende Martin Hohmann. Bereits seit längerer Zeit hält die AfD Mitgliederversammlungen in Gaststätten im Landkreis ab. Doch der ehemalige Bundestagsabgeordnete Hohmann war unter anderem wegen einer als antisemitisch kritisierten Rede 2003 aus der CDU ausgeschlossen worden. Nun ist er AfD-Mitglied. Zunächst hatte eine Ebersberger Gaststätte die Partei wegen Hohmann ausgeladen. Nun sagte auch ein als Ersatz gebuchtes Vaterstettener Gasthaus ab.

Hohmann flog wegen Antisemitismusvorwürfen aus der CDU

Hohmans Vortrag war angekündigt mit dem Titel „Der deutsche Schuldkomplex und seine Auswirkungen auf die Politik der Altparteien“. Von diesen sieht sich die AfD nun verfolgt. Natürlich sei das Thema des Vortrags brisant, räumt der Kreisvorsitzende in einem Telefonat mit der Ebersberger Zeitung ein. Arnold sieht gegenüber dem Wirt „politische Erpressung“ am Werk. 

Die AfD will sich nun einklagen

Der Wirt des Altschütz, Manfred Fürhapter, sieht das jedoch völlig anders: „Die Absage ist komplett unsere Entscheidung gewesen“, äußerte er sich gegenüber der EZ. Die Wirtsleute hätten die Kritik aus anderen politischen Lagern zwar mitbekommen. Ausschlaggebend sei aber etwas anderes: „Wir wollen denen keine Plattform bieten“, sagt Fürhapter. Man habe die Tragweite der Veranstaltung zunächst unterschätzt. Die AfD drohe ihm nun mit einer Klage. „Dagegen werde ich mich vehement wehren“, kündigt der Wirt an. „Ich will diese Partei nicht in meinem Haus.“

CSU äußert sich zurückhaltend, SPD und Grüne deutlich

Auch die Landkreispolitiker beschäftigt der Fall: Der CSU-Kreisvorsitzende Thomas Huber, dessen Partei die AfD „Wahlkampfgetöse“ vorwirft, das mit Grund für die Absagen sei, gibt sich zu dem Thema betont vorsichtig. Er könne die Absage nachvollziehen, es liege in der Eigenverantwortung eines jeden Gastwirts, wessen Veranstaltungen er beherberge. „Ansonsten bewerte ich das nicht“, sagt Huber.

Deutlicher äußern sich die Grünen-Kreissprecherin Gertrud Höpfner: „Man lädt Leute aus bestimmten Gründen ein und billigt damit ihre Vorstellungen. Das spricht für sich.“ SPD-Kreisvize Albert Hingerl merkt an, ein Gastwirt könne kaum unpolitisch sein und sei verantwortlich dafür, wer in seiner Gaststätte Veranstaltungen abhält. Und die Politik müsse klare Kante zeigen, wenn gehetzt werde, findet Hingerl. „Wir können uns nicht zurückziehen und die AfD machen lassen, was sie will.“

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