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Markus Nikol, Sprecher des Ebersberger Gerichts. 

Amtsgericht Ebersberg berichtet von hoher Arbeitsbelastung

Draußen die weißen Schafe, drinnen die schwarzen

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Die Arbeitsbelastung am Ebersberger Amtsgericht bleibt, wie in den Vorjahren, hoch. Eine Entspannung gab es 2017 nicht.

Ebersberg – Das Justizministerium ist in den letzten Jahren zwar nicht untätig gewesen, verteidigte Amtsgerichtsdirektor Christian Berg bei der Jahrespressekonferenz die Situation – eine Viertel-Richterstelle mehr habe das Gericht bekommen. „Dennoch bleibt das Amtsgericht unterbesetzt“, sagte Berg. Insbesondere mehr Rechtspfleger und mehr Servicepersonal täten der Behörde gut.

Die Strafverfahren gegen Jugendliche sind 2017 angestiegen. Waren es 2016 313 Verfahren, stieg die Zahl im letzten Jahr auf 348 an. Ebenfalls führten große Prozesse, an denen Flüchtlinge beteiligt waren, zu einer Mehrbelastung, bestätigte Markus Nikol, Sprecher des Gerichts. Auch Fälle mit Reichsbürgern, wie auch 2016, zogen sich oft zäh. Es ging um Bußgeld- und Zivilverfahren. Reichsbürger erkennen den deutschen Staat nicht an. Gerichtsvollzieher würden nur unter Polizeischutz bei nachweislichen „Reichsbürgern“ im Landkreis auftauchen.

2017 kam es zu Razzien in Gebäuden sogenannter Reichsbürger in Pliening. Nikol erklärte, durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft könnten auf das Amtsgericht in diesem Jahr bis zu 90 Neuverfahren zukommen.

Die Strafverfahren gegen Erwachsene nahmen hingegen 2017 leicht ab. Gingen 2016 noch 519 Verfahren ein, waren es 2017 zwölf weniger.

Eine Besonderheit für dieses Jahr dürfte für die Behörde die Ansiedelung von fünf weißen Schafen neben dem Gerichtsgebäude sein. Auf einer Wiese auf dem Nachbargrundstück will das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Tiere halten, direkt neben einem Sitzungssaal. „Draußen die weißen, drinnen die schwarzen Schafe, könnte man sagen“, sagte Christian Berg. Er und die 60 Mitarbeiter freuen sich auf die Tiere. 

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