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Vorübergehendes Zuhause in der Turnhalle. Im Landkreis sind die Asylbewerber aus fast allen Hallen ausgezogen.

Asyl-Kosten

Weil Freisstaat nicht zahlt: Landkreis in Geldnot

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Landkreis - Weil der Freistaat mit seinen Zahlungen im Rückstand ist, könnte der Landkreis Ebersberg gezwungen sein, zur Überbrückung Kredite aufzunehmen. Das erklärte am Dienstag Landrat Robert Niedergesäß (CSU).

Es geht um eine Betrag von insgesamt rund acht Millionen Euro für den Bereich Asyl, bei dem der Landkreis in Vorleistung gegangen ist. Drei Millionen Euro dieser Summe sind bereits im vergangenen Jahr aufgelaufen und wurden bisher noch nicht abgerechnet. „Es kann sein, dass wir nicht alles erstattet bekommen“, erklärte Andreas Stephan, Abteilungsleiter im Landratsamt. „Aber das ist der Betrag, den wir beantragt haben.“ „Lange Zeit können wir uns das nicht mehr anschauen“, sagte Niedergesäß. Er geht jedoch davon aus, dass das Problem in absehbarer Zeit gelöst werde.

Entscheidungen erwartet der Landrat auch bei einem weiteren Punkt. Wegen der rückläufigen Flüchtlingszahlen hat die Regierung von Oberbayern derzeit  die Errichtung neuer Asylunterkünfte gestoppt. Wie es weiter geht, ist noch unklar. „Wir haben noch keine Klarheit. Von einem Chaos ins nächste Chaos.“

Unterstützt werden von der Regierung allerdings große Einheiten wie die neuen Traglufthallen in Pliening und Grub (Gemeinde Poing) für jeweils maximal 300 Menschen. Das ist jedoch nicht das Ziel des Landkreises. „Wir legen keinen Wert auf einige wenige Massenunterkünfte“, so der Landrat. Zur besseren Integration will man auf kleinere Einheiten setzen. Dazu fordert Niedergesäß jedoch bei den Entscheidungen mehr Eigenständigkeit vor Ort zu ermöglichen, auch damit die Flüchtlinge gerechter im Landkreis verteilt werden können.

Bis auf zwei Objekte in Poing sind im Landkreis inzwischen alle bisher mit Flüchtlingen belegten Hallen an den weiterführenden Schulen geräumt. In Markt Schwaben werde es voraussichtlich gelingen, die Abiturzeugnisvergabe in der Halle durchführen zu können. In Kirchseeon gibt es nach einer ersten Reinigung noch Flecken am Hallenboden. Derzeit sei eine Spezialfirma dran.

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