+
Hat den Zorn der SPD im Landkreis Ebersberg auf sich gezogen: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrinth (CSU), hier beim Gespräch in unserer Redaktion.

Ärger nach Wahlkampfaussage

Dobrindts Nachbar-Zitat empört die SPD im Landkreis Ebersberg

  • schließen

Mit Entsetzen und Empörung hat die Kreis-SPD auf eine Äußerung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bei einem Wahlkampfauftritt in Grafing reagiert.

Landkreis - Bei einem Brauerei-Fest in Grafing  hatte der Minister gesagt, man soll aufhören mit seinem Nachbarn zu reden, falls dieser überlege, bei der Bundestagswahl im September SPD zu wählen.

In einem Schreiben an den CSU-Politiker bringen SPD-Kreisvorsitzender Thomas Vogt und seine Stellvertreterin Doris Rauscher ihre Empörung über diese Aussage zum Ausdruck. Sie zeige ein „bestürzendes Demokratieverständnis“.

Wörtlich heißt es in dem Brief: „Unsere Demokratie lebt bekanntlich vom Dialog und vom Austausch unterschiedlicher Ideen, Meinungen und Überzeugungen. Gerade dann, wenn es vielfache politische Herausforderungen gibt, gilt es, die beste Lösung für die Gesellschaft im Gespräch zu finden, getragen vom gegenseitigen Respekt. Ihr Vorschlag, den Dialog zu verweigern – offenbar auch über politische Themen hinaus – stellt diesen Grundsatz in Frage und erscheint gerade im Hinblick auf gesellschaftliche relevante Ereignisse wie eine Bundestagswahl völlig fehl am Platz.“

Dobrindts Aussage offenbart in den Augen von Vogt und Rauscher „die unsägliche Haltung, einen Wahlkampf durch Diffamierung Andersdenkender zu führen“. Das Zitat erinnere an Vorgänge, wie man sie aktuell aus der Türkei oder Venezuela hören könne. In politisch bewegten Zeiten, in denen es an gegenseitigem Respekt hinsichtlich unterschiedlicher Meinungen immer öfter mangele und in denen Angriffe auf Mitmenschen aufgrund ihrer Überzeugungen, ihrer Religion oder ihrer Sexualität weiter zunähmen, „sind Aussagen wie die Ihrige völlig deplatziert“, so die Genossen in dem Brief an den Minister, in dem sie diesen auffordern, seine Aussage zurückzunehmen, die eines amtierenden Ministers der Bundesrepublik Deutschland unwürdig sei.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gesicht zeigen
Gegen Rassismus und Ausgrenzung: Rund 60 Besucher bei Auftaktveranstaltung zu „Poing, eine Gemeinde mit Courage“. 
Gesicht zeigen
Vaterstettener fordern: Weg mit der 10H-Regel bei Windrädern!
Weg mit der 10H-Regelung bei den Windrädern: Es ist eine Forderung, auch wenn sie als Bitte formuliert ist. Mit einem Brief hat sich die „Energiewende Vaterstetten“ an …
Vaterstettener fordern: Weg mit der 10H-Regel bei Windrädern!
Jan aus Poing
Jan mag es gemütlich. In den Armen seiner Eltern liegt er am allerliebsten. Jan ist das erste Kind von Robert und Patricia Scholz aus Poing und hat am 9. Dezember in der …
Jan aus Poing
Bei Renate Jess (66)  finden misshandelte Frauen Zuflucht und Hilfe
In der Weihnachtsserieerzählen wir Geschichten von Menschen, die für andere da sind. Auch Sie können Vereine und Organisationen unterstützen, in denen diese Menschen …
Bei Renate Jess (66)  finden misshandelte Frauen Zuflucht und Hilfe

Kommentare