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Der Hof voller Autos in der Ebersberger Autostadt, doch die Kunden reagieren im Moment zögerlich.

Autohäuser wieder offen

Autohändler im Landkreis Ebersberg sauer: Kommt Abwrackprämie oder nicht?

Die Autohändler leiden an der Ungewissheit, ob eine Abwrackprämie kommt oder nicht. Autohaus-Geschäftsführer Fritz Grill ist sauer auf die Bundesregierung.

Landkreis – Normalerweise sind Autohäuser im Frühjahr begehrte Konsumziele. Denn nach dem Winter wächst in vielen Menschen der Wunsch nach neuer Mobilität. Doch Mitte März wurde ein möglicher Ansturm auf aktuelle Traumwagen jäh gestoppt – das Coronavirus hatte den Händlern ganz plötzlich jedes Geschäft vereitelt. Seit wenigen Tagen aber dürfen sie ihr breites Angebot wieder ausbreiten, jedoch mit sehr zögerlicher Resonanz, wie sich zeigt.

„Langsam läuft unser Geschäft wieder an“, schildert Andreas Schlöffel, Chef des gleichnamigen Autohauses in Kirchseeon, den momentanen Stand. „Vor allem Mittelklasse-Autos und Gebrauchte sind gefragt, wir bieten hier ein großes Spektrum vom Kleinwagen bis zum Supersportler an, rund 15 000 Autos von 30 Marken“. Doch er schränkt auch ein: „Bei den Kunden ist deutlich zu spüren, dass sie auf eine Entscheidung der Bundesregierung warten, was eine Kaufprämie angeht. 

Zwar bieten derzeit alle Hersteller, die wir vertreten, attraktive Angebote mit Förderungen bei Leasing-Raten oder Finanzierung. Doch viele Interessenten wollen noch warten. Daher haben wir eine spezielle Lösung für schnelle Entscheider geschaffen: Sie können jetzt schon einen Vorvertrag über ein neues Auto abschließen und ihren Wagen dann mit erheblichem Nachlass holen, wenn die Prämie genehmigt wurde – wenn es zu keinem Nachlass kommt, können sie wieder zurücktreten“.

Autohaus: „Die meisten Kunden wollen nicht zu früh kaufen“

Eher noch vorsichtig treten Kunden auch beim Autohaus Eichhorn in Ebersberg auf, das die Marke Opel verkauft. „Informationen holen derzeit einige bei uns, echtes Kaufinteresse aber ist noch nicht zu spüren“, beschreibt Inhaber Paul Eichhorn die Lage. Es gebe derzeit etwa Anschlussgarantien auf Lagerfahrzeuge und gute Haus-Preise. „Doch die meisten Kunden wollen sicher gehen, dass sie nicht zu früh kaufen, falls doch noch eine Prämie der Regierung kommt“. 

Und gibt es einen Boom für Elektrofahrzeuge, wie dieser Tage vom Verband der deutschen Automobilindustrie vollmundig verkündet? „Nein, wir haben zwar attraktive Elektro- und Hybrid-Modelle im Angebot, doch die meisten Interessenten trauen der Infrastruktur immer noch nicht, stören sich an Reichweite und Preis“. Zum Glück, so Eichhorn, sei seine Werkstatt gut ausgelastet. „Hier haben wir bereits Wartezeiten, wir arbeiten am Limit. Letztlich haben uns Reparaturen an bestehenden Kundenfahrzeugen in der Krise stabil gehalten“.

„Sogar der von vielen tot gesagte Dieselantrieb verkauft sich ordentlich“

Das sieht auch Alexander Blab so, Verkaufsleiter für die Marken Mercedes und Smart bei der Auto Grill GmbH in Hohenlinden. „Nach einer so langen Zeit des Eingesperrtseins freuen sich viele Kunden, endlich wieder raus zu können. Und so kommen sie auch zu uns, um ihre Autos checken zu lassen oder Reifenwechsel durchzuführen. Was den Neuwagen-Verkauf angeht, haben wir zwar noch nicht das gewohnte Niveau erreicht. Aber die Nachfrage gilt doch für Fahrzeuge aller Klassen. Sogar der von vielen tot gesagte Dieselantrieb verkauft sich ordentlich“. 

Den Verkauf von E-Autos sieht auch Blab kritisch: „Manchen ist dieses System noch suspekt, sie haben keine passende Steckdose in ihrer Garage, trauen nicht den Reichweite-Angaben der Hersteller und mokieren sich über zu hohe Preise, trotz der Geld-Boni durch die Regierung“. Um Kunden generell positiv für einen Neukauf zu gewinnen, hat der Verkäufer jedoch einiges in petto: „Manche können wir mit günstigen Leasing-Raten oder einem niedrigen Kreditzins locken, andere freuen sich über einen zum Fahrzeug geschenkten Fahrradträger“.

Geschäftsführer Fritz Grill ist richtig sauer auf die Bundesregierung

Geschäftsführer Fritz Grill, der das große Autohaus Ebersberg führt, ist richtig sauer auf die Bundesregierung. „Es muss jetzt endlich eine Entscheidung darüber her, ob Kunden beim Neuwagenkauf eine Prämie bekommen oder nicht. Im Moment ist das Warten darauf ein großer Hemmschuh – die Tendenz der Kunden, sich ein neues Fahrzeug zu kaufen, geht eher nach unten. Immerhin mussten wir noch keinen unserer rund 380 Mitarbeiter in der Krise entlassen. Im Gegenteil: Wir konnten das jeweilige Kurzarbeitergeld noch für jeden ordentlich aufstocken, sodass die Leute nicht wesentlicher weniger im Geldbeutel haben. Insgesamt aber ist festzustellen, dass die Kunden derzeit andere Sorgen plagen als ein neues Auto“.

Von ganz anders gelagerten Bedenken berichtet Wolfgang Deutinger, einer der Geschäftsführer bei Schuttenbach Automobile in Anzing. Als Händler für hochpreisige Luxuswagen sieht er zwar nicht an erster Stelle Liquiditätsprobleme der Kunden oder gar das Warten auf Kaufunterstützung. „In diesem Preissektor“, so Deutinger, „spielen eher Charakter und Moral beim Kauf eine Rolle. 

„Kaufzurückhaltung hat nichts mit Geldvermögen zu tun“

Es wäre schließlich kein gutes Zeichen für den Inhaber einer Firma, dass er sich jetzt ein teures Auto kauft, während seine Belegschaft in Kurzarbeit ist. Daher herrscht momentan eine Kaufzurückhaltung vor, die aber nichts zu tun hat mit mangelndem Geldvermögen“. Als Verkäufer von ganz besonderen Automobilen und Oldtimern stellt er zudem bei seinen Kunden eine für sie unbefriedigende Kaufatmosphäre fest. „Es macht keinen großen Spaß, ein ganz spezielles Fahrzeug zu kaufen, einen Traumwagen, und dabei eine Maske zu tragen. Auch eine Probefahrt ist damit eingeschränkt, das Erlebnis eines besonderen Kaufs leidet emotional“.

VON FRIEDBERT HOLZ

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