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Die aktuelle Corona-Pandemie erschwert Schülerpraktika oder macht sie derzeit ganz unmöglich.

Corona-Pandemie beeinträchtigt Ausbildung der aktuellen Schülerjahrgänge

Schüler-Praktikum: Online, gar nicht oder später

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Die Corona-Pandemie beeinträchtigt die Ausbildung der aktuellen Schülerjahrgänge im Landkreis Ebersberg. Praktikum ist Fehlanzeige.

Landkreis – Der mangelnde Kontakt von Schülern zur Arbeitswelt war lange ein schweres Manko unseres Bildungswesens. Dieser Mangel wurde zwar erkannt und in den vergangenen Jahren intensiv behoben, jetzt aber ist er aufgrund der Coronapandemie wieder in die Bildungsstätten im Landkreis Ebersberg eingezogen. Schlecht für die aktuellen Schülerjahrgänge.

Betriebspraktika sind bis auf Weiteres nicht vorgesehen, wie ein kleiner Rundruf der Ebersberger Zeitung ergeben hat. Der weiteren Verbreitung des Virus soll damit kein Vorschub geleistet werden, heißt es aus dem bayerischen Kultusministerium. Die Schulen wurden entsprechend schriftlich informiert und müssen sich daran halten.

Ebersberger Realschüler hatten Glück

Glück im Unglück hatten dabei noch die Schüler der Realschule Ebersberg. „Wir hatten die Situation, dass wir unsere ersten Praktika bereits im Februar durchgeführt haben“, lautet von dort die Auskunft. Weitere seien allerdings derzeit nicht geplant und auch nicht erlaubt.

In der Fachoberschule in Wasserburg, die traditionell von vielen Schülern aus dem Landkreis Ebersberg besucht wird, ist die Situation ähnlich. „Im Moment dürfen Außenpraktika nicht stattfinden“, bestätigt Schulleiterin Claudia Romer. „Es gibt viele Betriebe, die mit Praktikanten aus Sicherheitsgründen derzeit auch garnichts anfangen könnten und die wollen wir nicht noch zusätzlich belasten“, sagt die Oberstudienrätin. Allerdings komme die praktische Ausbildung deswegen nicht ganz zum Erliegen, schildert sie die Situation.

Schüler lernen in fiktiven Betrieben

In der Einrichtung in Wasserburg gibt es eigene technische Werkstätten, in denen den Praxisteil auch die eigenen Lehrkräfte oder externe Fachleute übernehmen. Das klappt nach wie vor. Auch im dritten Teil der dreiteiligen Ausbildung könne man sich behelfen, etwa durch „Firmenfallbeispiele“, schildert die Schulleiterin. Das sind fiktive Betriebe, in denen die Schüler auch in Zeiten der Corona-Pandemie lernen können, wie ein Unternehmen funktioniert. „Das kann man online ganz gut vermitteln“, sagt Romer und ist froh darüber. Freilich ersetzt das nicht zur Gänze einen Kontakt zu einem Unternehmen im Arbeitsalltag. Und der ist wichtig, soll sich ein Schüler ein Bild davon machen können, wie der Arbeitstag in einem Betrieb seines Wunschberufes schließlich aussieht, bestätigt Kreishandwerksmeister Johann Schwaiger. Zwar kann etwa im Finanzsektor ein Praktikum im Notfall auch online durchgeführt werden, das geht aber zum Beispiel bei Pflegeberufen nicht. Möglicherweise, so sagt Schwaiger zu seinem Informationsstand, werden die restriktiven Bedingungen ab 14. Juni etwas gelockert und das wäre im Interesse der Handwerksbetriebe wie auch der Schüler gleichermaßen.

Handwerk braucht Nachwuchs

„Wir brauchen Nachwuchs, Corona hin oder her“, sagt Schwaiger. Er bestätigt aber, dass dabei eine „riesige logistische Herausforderung“ auf die Schulen zukommen werde. Denn bei den geteilten Unterrichten, in denen ein Teil der Schüler in der Schule, der andere Teil zuhause sei, müssten auch die Praktika entsprechend organisiert werden. „Das wird ein Problem werden“, schaut Schwaiger in die Zukunft. Eine zusätzliche Schwierigkeit seien die bereits nahenden Sommerferien, weshalb die Lehrpläne ohnehin in komprimierter Form absolviert werden müssten. „Das ist alles schwierig, aber das ist halt momentan so.“

Immerhin bestätigt der Kreishandwerksmeister, dass die örtlichen Betriebe zwar nicht so stark wie früher, aber doch immerhin noch in beträchtlichem Umfang Auszubildende suchen.

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