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Tierlieb: Franz Lenz, Bauern-Obmann aus Zorneding. 

Erntebilanz fällt durchwachsen aus

Ebersberger Bauern-Chef sagt: „Bio geht nur europaweit“

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„Ich würde sagen zwei bis drei.“ Diese Noten gibt Franz Lenz, Kreisobmann des Bauernverbandes, der Ernte im Landkreis. „Bisher jedenfalls, da kann noch viel passieren“, sagt der Biobauer aus Zorneding.

Landkreis – „Besonders der Mais steht bei uns sehr gut“, berichtet Lenz. „In Niederbayern schaut das schon wieder ganz anders aus.“ Dort hätten die Bauern mit der Trockenheit zu kämpfen gehabt. Der Landwirt glaubt aber, dass der Klimawandel künftig auch Auswirkungen auf die Anbaumethoden im Landkreis haben könnte, besonders dann, wenn Dürreperioden häufiger als bisher auftreten würden.

Lenz: Wir müssen reagieren

„Roggen, Weizen und Futtergemenge, das hat sich bisher ganz gut angelassen“, schildert Lenz die Lage, auch wenn im Juni zeitweise Trockenheit geherrscht habe. Langfristig würde die Änderung des Niederschlagsverhaltens eine Reaktion beim Anbau erfordern.

„Zum Beispiel, dass wir bei der Bodenbearbeitung nicht so tief ackern.“ Auch erwähnt er in diesem Zusammenhang „Mulchsysteme“, mit denen mehr Feuchtigkeit im Boden konserviert werden könne. Ebenfalls müssten künftig vermutlich vermehrt Sorten zum Einsatz kommen, die mit der periodisch auftretenden Trockenheit besser zurecht kämen. „Aber keine gentechnisch veränderten Pflanzen, die brauchen wir nicht“, sagt Lenz klar.

Problem: Neue Düngeverordnung

Zusätzliche Schwierigkeiten sieht der Landwirt durch eine erneute Verschärfung der Düngeverordnung auf die Bauern zukommen. Er bemängelt dabei das von der Politik vorgelegte Tempo.

„Die letzte Änderung war erst 2017. Was damit bewirkt wurde, ist noch gar nicht raus. Wir müssten aber schon wissen, was das gebracht hat“, bevor die Verordnung jetzt noch einmal weiter verschärft werde. „Ob das hilfreich ist?“, fragt sich der Biobauer, räumt aber gleichzeitig ein. „Dass sich was ändern muss, ist klar, besonders dort, wo die Nitratwerte hoch sind.“

Einfluss auf Investitionen

Lenz bestätigt, dass Klimawandel und geänderte Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft einen Einfluss auf das Investitionsverhalten der Bauern haben könnten. „Es kann schon sein, dass sie in neue Technik investieren müssen. Eventuell brauchen wir größere Lagerkapazitäten für die Gülle und auch andere Maschinen für die Bodenbearbeitung.“ Da das Zeitfenster für die Gülleausbringung „immer enger“ werde, „werden wir mit immer größeren Geschützen auf die Felder fahren müssen“. Das bedeute größere Fässer und größere Schlepper. „Ob das so zielführend ist, weiß ich nicht“, sagt Lenz. „Ich mache mir Sorgen um die Böden.“ Je größer die Maschinen sind, desto mehr besteht auch die Gefahr, dass sie die Erde verdichten.
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Bei den Investitionen ergebe sich zudem die Frage, „ob sich das jeder leisten kann oder will“. Möglicherweise werde eine weitere Verschärfung der Düngeverordnung dazu führen, „dass der Tierbestand abgestockt werden muss“. Es sei möglich, dass das auf die Gewinne einen Einfluss hat und das wiederum sei der „Investitionstätigkeit nicht förderlich“.

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Biologischer Anbau sei eine wassersparende Alternative, sagt Lenz. Im Prinzip könnten alle Landwirte biologisch anbauen, „aber dann müsste man dafür sorgen, dass auch der Absatz entsprechend läuft“. Das sei schwierig, so lange mit konventioneller Landwirtschaft produzierte Lebensmittel die günstigere Alternative seien. „Bio geht nur europaweit“, glaubt Lenz. „Dann darf aber auch kein Rindfleisch aus Argentinien mehr zu uns kommen.“

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