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Wer in Gaststätten einen Job findet und bereits 16 Jahre alt ist, darf dort bis 22 Uhr arbeiten. 

Auch Bürokratie schuld

Ferienjobs im Landkreis Ebersberg werden immer rarer

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Ferienzeit ist manchmal Arbeitszeit. Viele Jugendliche würden sich nämlich durch einen kleinen Job gerne selbst das Taschengeld aufbessern. Doch einen Job zu finden, ist schwieriger geworden.

Landkreis – „Grundsätzlich schadet das nicht, ab 14 Jahren aufwärts“, sagt der Rektor der Grund- und Mittelschule Ebersberg, Alexander Bär, „wenn sie in den Ferien zwei bis drei Wochen arbeiten“. Sechs Wochen, also die ganzen Sommerferien über zu jobben, „würde ich nicht empfehlen. Ein bisschen Urlaub brauchen sie auch“, sagt Bär. Das ist aber nicht die einzige Regel, die Schüler beachten sollten oder sogar müssen, denn sie dürfen nicht jeden Job machen.

Sicherheit geht immer vor

„Sicherheit und Gesundheit des jungen Menschen gehen immer vor. Dafür haben wir die Regelungen im Jugendarbeitsschutzgesetz“, informierte kurz vor Ferienbeginn Bayerns Arbeitsministerin Kerstin Schreyer. Deshalb sei Arbeit, die zu früh beginnt, zu lange dauert oder zu schwer ist, ungeeignet als Ferienjob.

Jugendliche ab 14 Jahren dürften in den Ferien aber bis zu vier Wochen pro Jahr arbeiten – nicht mehr vollzeitschulpflichtige Schüler, das ist in Bayern nach neun Schuljahren, auch länger. Sie dürfen nämlich täglich zwischen 6 und 20 Uhr beschäftigt werden.

In die Arbeitswelt hinein schnuppern

Wer in Gaststätten einen Job findet und bereits 16 Jahre alt ist, darf dort sogar bis 22 Uhr arbeiten und ist dabei auch willkommen, bestätigen zum Beispiel Johannes und Matthias Krickhahn, die beiden Wirte der Schlossgaststätte Elkofen auf Anfrage der Ebersberger Zeitung. „Wir hatten auch schon mal einen Tagespraktikanten.“ Ein Ferienjob, so bestätigt Bär, könne auch dabei helfen, „in die Arbeitswelt reinzuschnuppern“.

Wie kommt man zu einem Ferienjob? „Das geht meistens über eine Empfehlung“, weiß Inge Boockmann, die Leiterin der Ebersberger Arbeitsagentur aus ihrer täglichen Praxis vor den Ferien. Jobangebote kämen oft sehr kurzfristig, seien aber in den letzten Jahren immer weniger geworden.

Schwierig ist auch die Situation im Handwerk, schildert Kreishandwerksmeister Johann Schwaiger. „Ferienjobs werden nicht mehr so nachgefragt wie früher“, schildert er seinen Eindruck. „Das ist bei uns eher die ruhigere Zeit, viele Leute fahren in den Urlaub.“ Er könne sich aber vorstellen, dass zum Beispiel in den Supermärkten Ferienjobber gesucht werden, „zum Regale auffüllen“. Seitdem die Schüler aber regulär angemeldet werden müssen, sei der Aufwand zu groß geworden, lautet die Auskunft aus dem EDEKA-Markt Peschel in Ebersberg.

Strenge Regeln für Schüler ab 13

Für Schüler ab 13 Jahren gelten strengere Regelungen. Sie dürfen nur mit leichten Ferienjobs höchstens zwei Stunden täglich in der Zeit zwischen 8 und 128 Uhr beschäftigt werden, dafür aber das ganze Jahr über. Zulässig sind dabei Werbeprospekte austragen, Babysitten oder Nachhilfeunterricht geben.

Wer älter ist als 18 Jahre und sich dauerhaft etwa dazuverdienen will, kann auch als Zusteller für die Heimatzeitung arbeiten. Interessenten melden sich einfach unter der Telefonnummer (089) 5306-656 oder per E-Mail:. info@heimatzeitungen-zusteller.de. Noch mehr Infos zu den Verdienstmöglichkeiten und Einsatzorten finden sich im Internet unter heimatzeitungen-zusteller.de

„Das meiste läuft über Eigeninitiative“, lautet die Auskunft zum Thema Ferienjob aus der Arbeitsagentur Freising, die für den Landkreis Ebersberg zuständig ist. Viele Schüler würden in den Betrieben suchen und nachfragen, in denen auch ihre Eltern arbeiten, oder in denen sie bereits einmal ein Praktikum absolviert hätten. Die meisten Schüler würden dabei bei Betrieben in der unmittelbaren Nähe zu ihrem Wohnort nachfragen.

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Fazit: Ferienjobs für Schüler werden der Agentur für Arbeit Freising von den regionalen Unternehmen nur sehr, sehr selten gemeldet. Diese werden unter www.jobboerse.arbeitsagentur.de veröffentlicht oder der Arbeitgeber hat auch die Möglichkeit, sein Angebot selbst in der Jobbörse einzugeben. Am besten findet man diese Angebote in der Jobbörse mit Suchbegriffen wie „befristete Beschäftigung“, „Schüler“, „Studentenjob“ oder „Ferienjob“ und einer regionalen Einschränkung.

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