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Ein voller Altpapiercontainer in Poing. Durch den Einwurfschlitz kann man bequem den Inhalt kontrollieren. Unterlagen mit sensiblen persönlichen Daten sollten hier nicht landen.

Bei Entsorgung privater Unterlagen müssen Bürger selbst Verantwortung tragen

Vorsicht bei Altpapierentsorgung: Sammelcontainer ist kein Datentresor

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Viele Bürger sind in Sorge, ob mit ihren persönlichen Daten kein Missbrauch getrieben werden kann. Dabei gehen sie oft selbst sorglos damit um. Stichwort Papiercontainer.  

Landkreis – Die Sorge um die eigenen Daten ist allgegenwärtig – auch im Landkreis Ebersberg. Ob es jetzt Klassenfotos der eigenen Kinder für die Zeitung sind, das Bezahlen per Onlineverfahren betrifft, oder Mobilfunknummern, die einmal im Netz gelandet sind und dort bis zum jüngsten Tag bleiben: Die Bürger haben oft ein ungutes Gefühl dabei. Aber sie selbst legen bisweilen einen sträflichen Leichtsinn an den Tag, was ihre sensiblen Daten betrifft und das nicht nur in den sozialen Medien. Stichwort Papiercontainer.

Rezepte, Lieferscheine, Kontoauszüge

Probe aufs Exempel an einer Wertstoffinsel im Landkreis Ebersberg: Der Papiercontainer ist so voll, dass man gar nicht genau hinschauen muss, um näher mit seinem Inhalt konfrontiert zu werden, der den Behälter schon bis zum Rand der Einwurfstelle auffüllt. Enthalten sind unter anderem alte Rezepte, Lieferscheine mit Namen und voller Adresse, manchmal sogar kaum zerkleinerte Kontoauszüge und Blätter von Kassenbüchern sowie auch Zettel mit privater Korrespondenz. Wer muss dafür Sorge tragen, dass damit kein Unfug getrieben wird?

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Bürger im Landkreis Ebersberg müssen selbst Sorge tragen

Das Entsorgungsunternehmen, so informiert Wolfgang Bilo von der Grafinger Stadtverwaltung ist es jedenfalls nicht, oder nur teilweise. Dessen Verantwortung für die Daten beginne erst „ab dem Zeitpunkt, wo die Firma den Container abholt“. Es dauere aber mindestens drei Tage bis zu einer Woche, dass die Container an den Wertstoffinseln geleert werden. „Die Leute müssen für ihren Datenschutz selbst Sorge tragen“, sagt Bilo deshalb.

„Genau schauen, was man da reinwirft“

Das bestätigt auch Evelyn Schwaiger vom Landratsamt Ebersberg nach Rücksprache mit dem zuständigen Abfallressort in der Kreisbehörde. „Man sollte sich schon genau anschauen, was man da reinwirft“, warnt sie auf Nachfrage der Ebersberger Zeitung. Auch ein privater Haushalt sollte sich nicht dem Risiko aussetzen, dass da vom Wind „was rausgeweht“ wird. Für im Haushalt anfallende Unterlagen gebe es auch kleine Papierschredder im Handel. Zur Vernichtung ganz sensibler Daten würden Firmen einen Schredderservice anbieten. „Diesen Service gibt es auch für Gewerbebetriebe“, so Schwaiger.

Daten von Mitarbeitern dürfen nicht im Papiercontainer landen

Auch in der Grafinger Stadtverwaltung kämen sensible Unterlagen nach Gebrauch in einen verschließbaren Container und würden fachmännisch vernichtet, informiert Bilo. Anders als private Haushalte sind Unternehmen oder Verwaltungen nämlich verpflichtet, personenbezogene Daten zum Beispiel auch ihrer Mitarbeiter keinesfalls einfach in einen Papiercontainer zu werfen.

„Wir lesen das nicht durch“

„Wir lesen das nicht durch“, sagt Melanie Barnebeck vom Entsorgungsunternehmen Ehgartner Gmbh aus Forstinning. Die Firma ist für die Altpapiererfassung im Landkreis Ebersberg zuständig. Das Material werde gesammelt, umgeschlagen und zur Wiederverwertung weitergegeben. Was den Datenschutz betreffe, gebe es auch keine Vorgaben vom Landkreis Ebersberg. „Der Bürger ist für seine Daten selbst verantwortlich“, sagt Barnebeck.

Mit Postwurfsendung Ebersberger Bürger informieren

Wilfried Schober vom Bayerischen Gemeindetag verweist darauf, dass die Kommunen zwar die Plätze zur Verfügung stellen, auf denen die Sammelcontainer aufgestellt werden, eigentlich Zuständiger aber sei der Landkreis selbst. „Ich bekomme das auch öfter mit“, berichtet er davon, dass Bürger beim Wegwerfen oft zu sorglos handelten. Sinnvoll fände er eine Postwurfsendung, mit der die Bürger für das Problem sensibilisiert werden.

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