+
Für die Betreuung jedes Kindergartenkindes gibt es ab 1. April in Bayern 100 Euro Zuschuss. 

Träger wollen nicht in Vorleistung gehen

Kindergartenkinder: Warten aufs Geld

  • schließen

Ab 1. April gibt‘s Zuschüsse für Kindergartenkinder. Doch die Eltern werden wohl noch eine Zeit auf das Geld warten müssen.

Landkreis – Eltern im Landkreis Ebersberg und im Rest von Bayern dürfen sich freuen: Ab 1. April gibt’s für jedes Kindgartenkind 100 Euro Zuschuss pro Monat zu den Kindergarten-Gebühren. Die Träger der Kindergärten aber haben bislang nur wenige Informationen dazu. Auf die tatsächliche Auszahlung vom Freistaat müssen Eltern wohl noch länger warten.

In den meisten Kindergärten im Landkreis Ebersberg kostet ein Kindergartenplatz für vier bis fünf Stunden am Tag monatlich um die 100 Euro. Das gilt für Kinder, die 2018 das dritte Lebensjahr vollendet haben. Für sie gibt es ab 1. April für die gesamte Kindergartenzeit 100 Euro pro Monat. Das bedeuten: Kostenlose beziehungsweise günstigere Kindergartenbetreuung. Für Kinder, die 2019 drei Jahre alt werden, beginnt die Zuzahlung mit dem 1. September. Liegen die Gebühren für die Kita unter 100 Euro, bleibt der Rest beim Träger.

Deutliche Erleichterung für Eltern

In der Stadt Grafing etwa kosten vier bis fünf Stunden Betreuung 105 Euro. „Das ist eine deutliche Erleichterung für die Eltern“, freut sich Maximiliane Dierauff von der Stadtverwaltung.

Ermöglicht wird die Entlastung durch den Freistaat. Bisher gab es den Zuschuss nur für das dritte Kindergartenjahr. Ab April wird auch das erste und zweite Jahr unterstützt.

Geld fließt zunächst an Träger, nicht an Eltern

Die Zuschüsse werden nicht direkt an die Eltern, sondern an die Träger der Kindergarten ausbezahlt. Die Kitas und deren Träger im Landkreis Ebersberg aber haben bisher noch fast keine Informationen vom zuständigen Staatsministerium und den Kommunen bekommen. Das liegt daran, dass erst Mitte Mai der Zuschuss vom Landtag verabschiedet werden soll. Solche Gesetzgebungsverfahren können mitunter lange dauern. Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales „begrüße“ aber, so ein Sprecher auf Nachfrage der EZ, „wenn die Träger bereits ab 1. April und nicht rückwirkend die Ermäßigung umsetzen würden“.

Zuschuss wird rückwirkend erstattet

Zumindest die Erzdiözese München und Freising sowie das Bayerische Rote Kreuz (BRK), Träger von insgesamt 30 Kindertageseinrichtungen im Landkreis, gehen nicht in Vorleistung, sie wollen den Eltern den Zuschuss rückwirkend erstatten.

Lesen Sie auch: Große Spannbreite bei Kita-Gebühren

„Erst wenn wir den Zuschuss vom Freistaat bekommen, geben wir ihn an die Eltern weiter“, sagt Steffi Wolf, zuständig für die Landkreis-Kitas des BRK. Das könne dauern, weil es viele Sonderfälle gebe, für die noch eine Entscheidung getroffen werden müsse. „Wir könnten es gar nicht stemmen, das Geld vorauszuzahlen“, so Wolf.

Hoher Verwaltungsaufwand

Ähnlich sieht das Martina Kappe vom Kita-Regionalbüro der Erzdiözese München und Freising in Eglharting. Sie ärgert sich darüber, dass der Zuschuss mit Wirkung zum 1. April beschlossen, aber noch nicht offiziell verabschiedet wurde. „Für die Träger ist die Abwicklung der Gelder ein hoher Verwaltungsaufwand“, sagt sie. Das brauche Zeit.

Auch interessant: Kita-Studie zeigt, was Eltern wollen und wie viel an Extraleistungen anfallen

Es könnte sich also noch hinziehen, bis Eltern von Kindergartenkindern tatsächlich entlastet werden. Einen Antrag für den Zuschuss müssen sie laut Staatsministerium jedenfalls nicht stellen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

FDP: Bürgermeisterkandidat auf Platz 3
Mit zwölf Kandidatinnen und Kandidaten geht die FDP Poing in die Kommunalwahl 2020. Spitzenkandidat ist nicht der Bürgermeisterkandidat.
FDP: Bürgermeisterkandidat auf Platz 3
40 Jahre Anni-Pickert-Schule: Ein Hoch auf uns!
Mit einem Festakt und mehr hat die Anni-Pickert-Schule am Dienstag ihren 40. Geburtstag gefeiert. Eine ehemalige Schülerin ließ mit ihrer Rede ganz besonders aufhorchen. 
40 Jahre Anni-Pickert-Schule: Ein Hoch auf uns!
Feuerwerk-Diskussionen: Jetzt spricht ein Pyrotechniker
Die Diskussionen um Feuerwerke reißen im Zusammenhang mit der Klimawandel-Debatte nicht ab. Hier die Sicht eines Pyrotechnikers.
Feuerwerk-Diskussionen: Jetzt spricht ein Pyrotechniker
Anlieger sagen: Grafinger Ostumfahrung hat Mängel
Anlieger aus dem Grafinger Ortsteil Engerloh üben erneut Kritik an der Ostumfahrung. Diese sei baulich nicht korrekt ausgeführt worden.
Anlieger sagen: Grafinger Ostumfahrung hat Mängel

Kommentare