Die Kreisklinik Ebersberg macht Minus - trotz einer erheblichen Umsatzsteigerung.
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Die Kreisklinik Ebersberg macht Minus - trotz einer erheblichen Umsatzsteigerung.

Kreisklinik Ebersberg erwirtschaftet 800 000 Euro Minus

Geldsegen für Geburtshilfe - Klinik macht trotzdem Defizit

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Wenn es dieses Geld vom Freistaat nicht gegeben hätte, wäre das Minus noch deutlicher ausgefallen. Die Kreisklinik Ebersberg legte im Kreistag ihre Bilanz vor.

Landkreis – Einen Förderbescheid in Höhe von 968 176 Euro hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml am Dienstag in Nürnberg Landrat Robert Niedergesäß und Klinikgeschäftsführer Stefan Huber für die Geburtshilfe an der Kreisklinik übergeben.

Mit dem Geld werden 85 Prozent des Defizits aus dem Jahr 2018 gedeckt. Dazu meinte Landrat Robert Niedergesäß: „Wir sind dem Freistaat Bayern für diese neue Förderung sehr dankbar. Sie hilft der Klinik bei immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen sehr. Gerade die Geburtshilfe-Abteilung ist ein Herzstück unserer Klinik, auch 2019 haben wieder gut 700 Ebersberger in der Kreisklinik das Licht der Welt erblickt.“

Das geplante Defizit für die Kreisklinik Ebersberg lag 2018 bei 3,2 Millionen, die Klinik konnte mit „nur“ 1,8 Millionen Euro abschließen. „Durch die Förderung hat sich das Defizit auf rund 800 000 Euro reduziert,“ freut sich Geschäftsführer Stefan Huber.

Zunächst durch das Tal der Tränen

„Wir müssen zunächst alle durch das Tal der Tränen“, sagt Huber. Er geht jedoch davon aus, dass die privatisierten Kliniken „langsam die Lust verlieren“. Heißt: Die Profite werden durch die Rahmenbedingungen für die Privaten in Deutschland geringer, die Investoren würden sich andere Länder suchen. Das wäre für Einrichtungen wie die Kreisklinik Ebersberg von Vorteil. Es werde generell zu einem Aderlass bei den Krankenhäusern kommen, „von dem wir langfristig profitieren werden“, so Huber. Für 2019 sprach Huber bei seinem Zwischenbericht im Kreistag von einem Rekordjahr für das kommunale Krankenhaus. Der Erlös sei um über zehn Prozent gesteigert worden. Bei den Patientenzahlen habe es ebenfalls einen Rekord gegeben. Die Zufriedenheit der Patienten sei hoch, ebenso wie Quote der Weiterempfehlung. Der wirtschaftlich größte Bauabschnitt der Erweiterung und Modernisierung sei abgeschlossen. „Wir haben keine Baustelle mehr.“ Die Klinik sei als Haus der „erweiterten Notfallversorgung im Münchner Osten“ anerkannt worden. Das bedeute eine hohe Versorgungs- und Qualitätsauszeichnung. 

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Gigantische Umsatzsteigerung und viele Überstunden

Der Umsatz aus Krankenhausleistungen sei im Vergleich zum Vorjahr um etwa sieben Millionen Euro gesteigert worden. „Gigantisch“, so Huber im Kreistag. Das liege auch an den Höchstleistungen der Mitarbeiter und an vielen Überstunden. Die positive finanzielle Entwicklung brauche man aber auch, um die Steigerung bei den Personalkosten aufzufangen. „Wir dürften inzwischen vermutlicht der größte Arbeitgeber im Landkreis sein, was die Köpfe anbelangt.“ Für die Kreisklinik stehen nach der Sanierung eine Reihe von Projekten an. „Das Wichtigste ist der Wohnungsbau“, so Huber. Notwendig sei das angesichts der hohen Mietpreise in der Region vor allem für die Anwerbung von Personal aus dem Ausland. Hier könne man derzeit nur Zimmer im Wohnheim bieten, sanitäre Einrichtungen auf dem Gang. Das sei „nicht akzeptabel“, so Huber. Vor allem dann nicht, wenn beim Personal an Familiennachzug gedacht werde. Als positiv bewertete der Geschäftsführer die geplante Ansiedlung der Berufsfachschule für Krankenpflege in Kirchseeon. Durch bestehende „hervorragende Räume“ in der nicht ausgelasteten Einrichtung St. Zeno entstünden keine Neubaukosten, wodurch Einsparungen zu erzielen seien. Die Lösung sei eine „wesentliche Verbesserung“ zu aktuellen Situation in Ebersberg. Zudem könne man in Kirchseeon rund 50 Wohnungen für die Schülerinnen bereitstellen. Eingerichtet werden soll ein Shuttlebus von Kirchseeon zur Kreisklinik. Weil die Zahlen in der Notaufnahme weiter steigen, plant die Klinik einen eigenen Gebäudeteil an der ehemaligen B 304. „Da müssen wir weiter denken“, so Huber im Kreistag. Erste Überlegungen in Bezug auf die Zufahrt wurden bereits vorgestellt.

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